Bad Schandau mit Kirnitzschtalbahn

Das Bundesland Sachsen in Deutschland birgt manches Kleinod. Für den Eisenbahnfreund, mit besonderem Interesse an schmaler Spur, ist die 7,9 Kilometer kurze Kirnitzschtalbahn ein solches. Diese Überlandbahn in Meterspur führt seit 1969 vom Stadtpark in Bad Schandau bis in den Nationalpark Sächsische Schweiz, zum Lichtenhainer Wasserfall. Der Wasserfall alleine ist nicht immer das Ziel, in dieser Gegend wird ein sehr ausgedehntes Wanderwegnetz unterhalten.

Steigt man aus dem Zug aus, muss erst mal der Bahnhof verlassen werden, da ist vor einem nur Wasser! Damit man aber dahin kommt, muss man eine lange Treppe hinabsteigen, dann gelangt man zum Fährsteg. Die Fähre bringt die Gäste dann nach Bad Schandau.

Unterwegs begegnen die Dampfschiffe, die auch heute noch das Rückgrat der Elbschifffahrt von Dresden bilden.

Bad Schandau ist herausgeputzt, beseitigt sind die Schaden der Hochwasser vergangener Jahre. Einzig die angebrachten Marken erinnern noch daran. Der Ort ist ein Ensemble historischer und renovierter Baute, absolut sehenswert. Doch uns zieht es zum Stadtpark, wo die Kirnitzschtalbahn ihren Anfang nimmt.

Warum der Anfangspunkt nahe dem Schiffssteg - dem Hauptzubringer der Touristen - aufgelassen wurde, ist dem Gast eigentlich schleierhaft, es sind für das 400 Meter lange Teilstück keine unüberwindbare Hindernisse auszumachen. Dem Besucher wäre es eine Erleichterung.

Die 1898 eröffnete Trambahn (damals noch 8,3 Kilometer lang) ist ausser an den Endstationen ausschliesslich in der Strasse verlegt. Sie wird heute betrieben von der „Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH (OVPS). Die Fahrer sind durchgehend älteren Datums und bedienen die Fahrpulte schlafwandlerisch sicher.

Unterwegshalte sind meist Kreuzungen mit entgegenkommenden Bahnen, der Zugstab muss übergeben werden. Die Strecke ist in drei Abschnitte eingeteilt, jeder Abschnitt hat einen entsprechend gefärbten Zugstab. Nur das Fahrzeug, auf welchem der Zugstab hängt (oder wie beobachtet vom Fahrer stets in der Hand gehalten wird),  darf in den Abschnitt einfahren. Somit ist auch immer Zeit und Musse für einen Schwatz. Ein gemütlicher Betrieb eben, was dem Bähnchen einen besonderen Charme verleiht. Steigungen sind kaum vorhanden, der gesamte Höhenunterschied beträgt gerade mal 60 Meter.

Drei Kompositionen sind im Umlauf, alle halbe Stunde ist in den Sommermonaten Abfahrt! Im Winter gilt ein 70-Minuten Intervall.

Es verkehren ausschliesslich zweiachsige Zweirichtungstriebwagen mit zwei Anhängewagen. An den Endstationen wird der Zug umfahren, was natürlich immer ein Schauspiel abgibt, ja eine Attraktion darstellt. Die Herkunft der Fahrzeuge ist sehr unterschiedlich, wer darüber mehr wissen möchte, kann sich unter https://de.wikipedia.org/wiki/Kirnitzschtalbahn schlau machen

Unterhalt wird regelmässig im eigenen Depot gemacht. Es genügend Platz vorhanden, alle verfügbaren Fahrzeuge darin unterzubringen.

Der Wasserfall

Endpunkt der Bahn ist wie eingangs erwähnt beim Lichtenhainer Wasserfall. Der ist Künstlich angelegt. der ursprüngliche Fall war etwas weiter drin im Fels. Somit wird mit künstlicher Wasserzufuhr geschummelt, Action alle 30 Minuten - mit Musikbegleitung… Man verkauft eben, was man hat, sei es noch so kitschig. Das wohl Wichtigste an dem Ort ist das überdimensionale Gebäude mit dem Gasthof. Wer darüber mehr erfahren will kann das unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtenhainer_Wasserfall

Die Kirnitzschtalbahn wurde im Juni 2015 anlässlich der Sommerreise des bahnforum.ch besucht, davon  sind auch die Bilder.

24.07.2015/bhs