Gartenbahn: Anlage, Fahrzeuge und Gebäude

Man fängt oft klein an. Nach einer Lok und ein paar Wagen, reizt es einem wohl früher oder später eine weitere Lok anzuschaffen, weitere Wagen ebenfalls. Begnügte man sich vielleicht bisher mit dem sporadischen Aufstellen,. bzw. Montage der Schienen, gar im Freien, so wird einem dies sehr schnell überdrüssig. Denn Züge brauchen Auslauf und längere Züge brauchen längere Fahrstrecken. Eine erste längere Fahrstrecke besass ich in der Schweiz, damals rund um den Rasenplatz und durch den Sitzplatz hindurch. Die Strecke wurde als Rundkurs ausgebildet mit einer Ausweiche und einem grösseren Bahnhof, der später als Zentralbahnhof dienen sollte, da Erweiterungen geplant waren. Die Anlage wurde analog betrieben.

Die Lust, eine neue Anlage in Südafrika zu bauen, stieg rasch, als ich die Möglichkeiten erfasste. Das Werk ist in diesem Kapitel beschrieben. Das "Laster" Gartenbahn hält an, ist gar noch stärker geworden.Das Ganze dauert nun auch schon wieder über zehn Jahre! Arbeitsvorrat ist auch noch vorhanden, denn das ist wichtig: Eine Gartenbahnanlage darf niemals fertig werden!

Streckenbeschreibung

Die Gartenbahnanlage wird analog betrieben. Der Zug startet auf Gleis 1 in der kleinen Station West Ridge in nördlicher Richtung. Er erreicht via Weiche 4 das Gleis 11. Danach passiert er Weiche 5 und biegt rechterhand in die die 90 Grad kurve und steigt die lange, mit 1,5% ansteigende Rampe hoch in östlicher Richtung, bis die Wende auf einer Mauer auf rund 30 cm Höhe beim Brunnen erreicht ist. Die Wende beschreibt einen Bogen von 220 Grad im Radius von 125 cm, ehe der Gegenbogen links in 30 Grad in westliche Richtung führt. Die Strecke ist in diesem Abschnitt völlig eben. Es muss im Patio ein festes Hindernis umfahren werden, was der Strecke leichte Kurven beschert. Der Bewuchs von verschiedenen Farnen gleicht einem tropischen Wald, doch bald wird dieser durch einen Mauerdurchbruch in einer links beginnenden S-Kurve verlassen und der Zug überfährt eine 125 cm lange Brücke mit nur einem Pfeiler die die Gleise 11 und 12, sowie die künftige Ladegleise der Gn15 Feldbahn überspannt. Nun wird über einen kurzen Damm entlang einer typischen Gesteinsformation, wie sie an der nördlichen Westküste Südafrikas vorkommt, die im Radius von 175 cm links weisende Brücke erreicht. Diese weist sieben Öffnungen auf und ist 465 cm lang. Sie fällt in der zweiten Hälfte um 1% ab. Die Brücke endet an der Rampe, die mit einem Gefälle von 2-3% und Radien von 150 und 125 cm als Spirale wieder unter der beschriebenen Brücke durchführt. Danach folgt eine Linkskurve bis der Fluss erreicht wird, der mit einer 30 cm langen Gitterbrücke überspannt wird. Ab Anfang der Brücke steigt die Trasse wiederum an, mit ungefähr 3,5 Prozent. Die Kurve beschreibt einen Halbbogen nach rechts, überquert wiederum den Flusslauf und wechselt danach die Richtung. Es werden 34 cm Höhe erreicht um eine weitere Trasse zu überqueren. Von da geht der Bogen weiter im Gefälle von 2,5 Prozent bis zur nachfolgenden 120 cm langen Hohlträger-Brücke, vor welcher die künftige Bergstrecke abzweigt. Die Brücke ist ebenfalls geneigt und die anschliessende Rampe ebenfalls, jeweils 2,5 Prozent. So wird wieder Westridge erreicht. Sämtliche, nicht extra vermassten Bogen sind minimal 125 cm im Radius. Dies ist der östliche Rundkurs, Stromkreis 1.

Ostschlaufe:

West Ridge, linkes Gleis                                                                        Südkurve (alt)                                         Anfahrt zum Kreisel (alt)                                     In der Schlucht                                                                                       Einfahrt Kreisel (alt)                                       Auf der Spirale               

Ostschlaufe:

Auf der Spiralbrücke                                                                        Mauerdurchbruch                                                  Im Patio    (Zug des Juniors)                              Ostkurve                                                                                           Nordkurve                                                             Rabattenrampe                                    

 

Ab Gleis 2 via Weiche 3, Geleis 12 und Weichen 7 und 6 erreicht der Zug den Westkurs. Als Erstes muss eine Linkskurve von 120 Grad und 1,5 Metern Radius, die eine kurze Steigung von +/- 5% aufweist, durchfahren werden. Danach führt die Strecke, nach kurzem ebenem Verlauf, westwärts im Gefälle von exakt 1%. Eine weit ausladende Linkskurve im Radius von 5,8 Metern und etwa 60 Grad, richtet den Schienenstrang nach Süden. In dieser Geraden wird das Gefälle aufgehoben und die Schienen führen nun eben weiter. Die lange Gerade endet in Segmentbögen nach Links um die grosse Schleife zu erreichen. Ab hier wird die Trasse der Gartenmauer entlang auf Elementen aufgeständert. Es folgt eine Linkskurve mit 1,5 Metern Radius, die ebenfalls vollständig auf einer Elementbrücke aufgeständert ist. Gleich am Ende verzweigt die Trasse zu drei Durchgangsgleisen am Bahnhof Stellenbosch. Nach dem Bahnhof folgt eine Rechtskurve mit 1,5 Metern Radius. Die Höhe beträgt ca. 33 cm und ist topografisch bedingt, nur etwa 11 cm höher als die Station West Ridge. Wiederum mit Radius 1,5 Meter gebaut, wird die Trasse parallel zur südwärts führenden Schiene nach Norden geführt. Dabei bildet der Untergrund eine Rampe mit 1,5% bis zur Höhe Null. Unterwegs ist noch einem roten Fels auszuweichen, damit die Strecke nicht so monoton wirkt. Ab Erreichen des Niveaus wird in einer Rechtskurve von 2,8 Metern Radius der Tunnel Trekoppje erreicht und durchquert. Ein anschliessender Kurzbogen nach links führt direkt zum Durchlass unter der Ostschlaufe. Ein breites Flussbett wird mittels einer Bogenbrücke von 116 cm Länge überspannt. Gleich anschliessend führt die Linkskurve via Weiche 2 in die Station West Ridge, Gleis 1. Dies ist der westliche Rundkurs, Stromkreis 2. Nicht extra beschriebene Kurven in 1,5 Meter-Radius.

Von da Möglichkeit in die Ostschlaufe zu gelangen, oder wieder zurück zur Westschlaufe.

Geändert/angepasst am 25.11.2014

 

Westschlaufe:

West Ridge, rechtes Gleis                                                             Südkurve mit Bogenbrücke (alt)                                Rasen Überfahrt                                            In der Rampe nach Süden                                                           Rampe                                                                        Einfahrt in die Wendeschlaufe (alt)

Westschlaufe:

In der Wendeschlaufe (alt, abgebrochen)                                                                        Auf der Mauer Nord                                                         Nordkurve               Einfahrt West Ridge

Die Schienenlänge für den Rundkurs Ost beträgt rund 48 Meter. Der erweiterte Westring erreicht etwa 60 Meter. Total 140 Meter verlegte Schienen im Jahr 2013. Fahrzeit für beide Rundkurse zusammen durchschnittlich 6 Minuten. Nach recht aufwändigen Baumassnahmen (Neubau der Umfriedungsmauer), konnte die Schlaufe um rund fünf Meter ostwärts verlegt und die Strecke entsprechend angepasst werden. Es entstand damit eine genügend lange Stationsanlage - nutzbare Gleislaenge +/- 6 Meter - mit dem Bahnhofgebäude von Stellenbosch (250 cm lang, Areal-Gesamtlänge 378 cm) und Dienstgleise für die Revision von Dampfloks und Betanken von Dieselloks. Ein vierständiges Depotgebäude wird dereinst das Ensemble abschliessen.

Inzwischen wurde auch eine dritte Schlaufe, die Bergstrecke gebaut! Diese Bergstrecke wird ab Westridge Gleis 1/11 und Weiche S2 erreicht. Ein leicht ansteigender Bogen nach links und eine kurze Gerade schliessen an. Bis hier folgte die Strecke der Westschlaufe. Beginnend mit einer weiteren, staerker ansteigenden Linkskurve, schlaengelt sich die Strecke mit gut 2,5 Prozent Steigung hoch und muendet via einer Linkskurve zur Klappbruecke, die einen Gehweg ueberspannt. Die Bruecke liegt in einer Neigung von knapp 1%. Danach steigt die Strecke wieder mit 2,5 %, beginnend mit einer Rechtskurve, bis zur Abzweigung (Weiche). Hier ist der hoechste Level erreicht. 

Auf der Bergstrecke (1., 2. und 3. Teil ) sind zur Zeit 56 Meter Gleise verlegt. Davon sind knapp 40 Meter THIEL-Gleis, der Rest besteht aus rezyklierten LGB Gleisen (ex R1). Mit einer langen Gerade, die in eine ausladende Linkskurve muendet, gleich danach wird eine Kastenbruecke ueberquert. Die weiterfuehrende Gerade muendet wiederum in einer Linkskurve, gleichzeitig die Einfahrt in den Bahnhof Berg. Nach der Durcheilung von "Berg" schliesst eine Linkskurve an, danach folgt eine Gerade von der die Stecke abzweigt, die nach Westridge zurueck fuehrt. Nach der Weiche in der Geraden, folgt einesteils eine Rechtskurve, die in die aufsteigende Strecke einmuendet. Dies ergibt  eine stromlose Kehrschlaufe. Die Stammstrecke nach Westridge hinunter andereseits, ueberquert erst einen Lehnenviadukt, beschreibt eine 260-Grad Kurve im Radius 145cm und ueberquert in der Endphase einen Steinbogenviadukt. Danach folgt die gerade Rampe im Gefaelle von 3%, mit einem Linksbogen in den Ostkurs muendend. Stromkreis 3.

Zusaetzlich ist ab Station "Berg" und wieder zurueck  zur Station "Berg" ein Rundkurs mit 16 Meter Gleis aufgebaut.

Stromkreis 4.

Stationen:

-       West Ridge: Gleis 1 und Gleis 2 sind für 4 Meter Zuglänge vorgesehen. Gleis 1 und 11, Gleis 2 und 12, vermögen            zusammen je eine maximale Zuglänge von 6 Metern aufzunehmen (PanoGex).

-       Stellenbosch: Die Nutzlänge der Gleise 31, 32 und 33 ist mit 6 Metern vorgesehen. 

-    Berg: Gesamtlaenge (Weiche zu Weiche) betraegt 4,2 Meter,

-       Depot: Die Nutzlänge der Gleise 41,42,43 und 44 beträgt in der ersten Bauphase 280 cm. Die Erschliessung erfolgt          über eine platzsparende Weichenharfe. Gleis 44 wird ebenfalls 2,8 Meter lang.

 

Schienenmaterial

Es werden in der Hauptsache Messing-Flexgleise von LEBU (Schweiz) in Längen von 1,5 Metern verwendet (ca. 85%). Es liegen auch noch Dreimeterstücke von Thiel (ca. 15%, aus dem Jahr 1990) in der Schlaufe.

Im Depot werden Alu-Schienen (Gleitbahnen von Schiebetüren, ca. 12 Meter) verwendet.

Weichen mit Messingschienen: 5x R3 von LGB, 2x R3 Piko, 5x Aristocraft sowie 5x R5 von LGB. 1 Weiche Aristocraft R3 mit Stahlschienen. Alle Handbetrieb!

Ende 2015 kamen 30 Meter THIEL-Gleis dazu (Ms Flex-Stücke zu 100 cm), ebenso vier  Innenbogenweichen R=1700.

Zu Beginn des Jahres 2016 wurden in die Bergstrecke eine LGB Handweiche R5 sowie sechs LGB-Handweichen R3 eingebaut. Weitere 30 Meter Thiel-Gleis kommen im Mai 2016 dazu. Das ergibt eine etwas differenziertere Berechnung der Gleisanteile nach Fabrikat:

LEBU = 140m ^ 61%; THIEL alt 15m; neu 60m = 75m ^ 33%; LGB = 14m ^ 6%.

Hier ist anzumerken, dass der Bogen unter der Gleisharfe zum Depot entfällt, da die neue Planung eine andere (gescheitere) Variante einbezieht (siehe massstäbliche Umsetzung unten). Die Weiche ist ausgebaut.

 

Das ist die massstäbliche Umsetzung der voll ausgebauten Anlage, wie sie etwa im Zeithorizont nach 2016 angedacht ist. Es sind zu erkennen: 1. Die Ostschlaufe (die Wende um den Brunnen ist nicht mehr im Bild) mit der geänderten Gleisführung (Überwerfung); 2. Die Westschlaufe mit der geänderten Gleisführung (Unterführung); 3. Die Bergstrecke in Adhäsion mit einem Kulminationspunkt von +64 cm und einer Neigung von maximal 35 o/oo; 4. Die Bergstrecke mit Zahnstangenabschnitten, mit einem Kulminationspunkt von +120 cm und einer maximalen Neigung von 125 o/oo.  

Zum Zeitpunkt des Nachtrags im April 2013, ist die Weiterführung mit dem steilen Abgang Nord der Zahnstangenstrecke, nicht mehr im Plan. Will heissen, die Zahnstangenstrecke wird eine Stichbahn.

Nord = oben

Eine Skizze, die die Ergänzungen im Jahre 2015 zeigt. Auf diesem Level wir nun planiert, damit dann später ein Berg gebaut werden kann, auf dem dann die Trasse der Zahnradbahn eingebaut wird. Es geht alles etwas langsamer vor sich, aber irgendwann ist der angedachte Endstand erreicht. Die Gleislage ist noch nicht ganz definitiv. Zu erkennen sind das Hauptgleis als Schlaufe, ein Innengleis als Rundkurs. In die unteren Bögen sind Thiel-Bogenweichen R=1700mm eingebaut. Ein weiteres Innengleis wird die Bahnsteigkante der Zahnradbahn, die vorläufig an einem Prellbock endet. Unten ist auch noch das Gleis zur Aufrüstung von Live Steam Loks zu er-kennen. Am linken Rand sind die beiden Kastenbrücken aus Chromstahlblech zu erkennen. Rechterhand ist der Abgang zur Station Westbridge eingezeichnet. Diese Trasse erhielt einen Lehnenviadukt und einen gebogenen Steinviadukt. Siehe auch "Bergstrecke in 4 Teilen". 

Stand 04.04.2016 

 Nord = Rechts

Fahrtag am 04.11.2012: Die Vegetation übernimmt die Gestaltung der ersten Erhebung auf der Gartenbahn-Anlage.

Die neue Südschlaufe im Rohbau mit Probebetrieb im Januar 2013

Am Fahrtag vom 12.04.2013, überquert der Zug den künftigen Fluss.

Stellenbosch Station 12.04.2013

Beim roten Fels

12.04.2013

erstellt am 26.06.2012, ergänzt am 06.11.2012, geändert am 13.04.2013; ergänzt am 12.12.15 und 23.12.2015; geändert am 04.04.2016

Fahrtag am 17.04.2016. Erstmals wurde die Bergstrecke "unter Strom" gesetzt. Die Ge 4/4"' bewegte die vier Kesselwagen, spaeter insgesamt 34 Achsen, problemlos die Steigung hinauf!