Akku-Betrieb

Grundsätzliche Gedanken

Es haben sich schon einige Gartenbahnfreunde in Europa und in den USA genervt vom Schienenstrom abgewandt. Es gibt da die verschiedensten Gründe, die dazu ausschlaggebend waren. In meinem Falle ist es der ewige Sand auf den Schienen, der Saft von Büschen und Bäumen, die Losung der verschiedenen Wildtiere im Garten (Moules, Squirrels, Birds, Guinea Fowls). Einige der „Gaben“ sind auch mit der Putzlok und dem Lappen, auch nicht mit dem Schleifklotz, so einfach zu entfernen. Was also tun? – Weg vom Schienenstrom!

Erste Versuche und Auswahl

Neben dem Live-Steam-Betrieb, ist der Betrieb von Loks mit Akkus eine weitere Möglichkeit, vom Schienenstrom unab-hängig zu fahren. Es gibt dazu die unterschiedlichsten Produkte, die auf dem Markt angeboten werden.

Meine Dampflok, eine Three-Truck-Climax , ist dampfgetrieben, also Live-Steam. Damit man im Betrieb nicht andauernd hinterher rennen muss, wurde eine Fernsteuerung für Vorwärts- und Rückwärts-Fahrt, sowie Geschwindigkeit langsam/schnell eingebaut. Ein Akkupaket liefert den Strom zum Empfänger und zu den beiden Servos. Auch der Sender ist mit Kleinakkus ausgerüstet, es ist ein klassischer „Bauchladen“, wie man ihn vom Flugzeugmodellbau her kennt.

Vor einigen Jahren habe ich eine Funkfernsteuerung auf Schiffmodellbau-Basis in einen Kraftwürfel eines Triebzuges eingebaut. Irgendwann rauchte der Steuerbaustein ab, schon vorher gaben die Akkus auf. Die Kiste war viel zu langsam. Also ein unbefriedigender, untauglicher Versuch. Auch diese Remote basierte auf der Technik des "Bauchladens".

 

Es gibt eine Ausführung einer US-amerikanischen Firma spezifisch für den Betrieb von Loks, diese sind schon umschalt-bar auf Schienenstrom oder Akku-Strom. Das System ist wieder lieferbar, jedoch die Preise sind recht hoch! Nicht nur deshalb wurde mir davon schon mal abgeraten.

Playmobil hat eine Rangierlok herausgebracht, die auf Anhieb ein Hit wurde (es gibt auch noch andere akku- bzw. batteriebetriebene Fahrzeuge dieses Herstellers). Weitere Ausführungen sind mir nicht bekannt. Jedoch: Ich bin von der als „Spielzeug“ deklarierten Lok so begeistert, dass ich sie umgebaut habe. Die Beschreibung ist in einem anderen Artikel zu finden. Aber die wirkliche Begeisterung liegt in der einfachen Handhabung und der Tatsache, dass man sie auf ein Gleis stellen kann – und sie fährt!

Bisher bin ich stets analog gefahren! Vom Digitalbetrieb her ist man in der Modelleisenbahnabteilung Hand-Remotes gewohnt, ich wollte mir auch so was „stricken“ lassen. Dazu habe ich die Hilfe eines Automodell-Experten geholt. Nach langem Warten endlich, kam ein Lösungsvorschlag, der jedoch untauglich war. Wenn es über 7,2 Volt und nicht mit mindestens 40 Ampere geht, ist der Ofen aus. Ich brauche jedoch mindestens 16, maximal 24 Volt und 3 bis 5 Ampere. Also ein Fehlschuss. Danach bekam ich „Hilfe“ eines Eisenbahnfans, der sich redlich bemühte, was zustande zu bringen. Ausser zwei sehr teuren Li-ion-Akkupaketen mit je 12 Volt Nennspannung, habe ich nach zwei Jahren nichts in den Händen.

Der Lösung entgegen

Vorauszuschicken ist, dass ich mit den Begriffen Strom und Spannung wohl umzugehen weiss, in Elektronik aber eine absolute Null bin (oder fast, siehe oben). Mit einem inzwischen recht hoch involvierten Gartenbahner in Deutschland, habe ich ausgiebig korrespondiert. Er lieferte mir einige wertvolle Erkenntnisse. Besonders die Erkenntnis, dass ich hier in Südafrika nicht weiter kommen kann! Also besuchte ich während eines Europa-Aufenthaltes die Gartenbahnmesse in Schkeuditz (Leipzig). – Und ich wurde fündig!

So wird es!

In meinem Rollmaterialpark sind einige Elektro- und Dieselloks, sowie Triebwagen integriert. Die Dampfloks lasse ich mal aussen vor, da gibt es sicher später mal eine Lösung. Es sollen in der ersten Tranche acht (8) Loks mit Akku-Paketen und Remote-Steuerung ausgerüstet werden. Alle Akku-Pakete werden genau gleich, sie liefern 18 Volt Nennspannung. Jede Lok hat eine andere Motoren-Charakteristik, andere Übersetzung und andere Höchstgeschwindigkeit. Die Betriebsdauer jeder einzelnen Lok wird von der Stromaufnahme und der Belastung abhängen. Wie das alles nun konfiguriert werden kann, das werde ich noch erfahren.

Inzwischen habe ich gelernt, dass zu jeder Lok (5 Elektroloks, zwei Triebwagenzüge und eine Grossdiesellok) eine Empfänger-Platine, eine Steuerplatine und der Lichtverteiler gehört. Wichtig natürlich, das Akku-Pack und die Ladebuchse. Auf einen Soundbaustein verzichte ich bewusst – ich würde die Geräusche eh nach ein paar Runden abstellen. Ein Steuergerät (Remote) übernimmt die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger. Soweit so gut.
Für mich ist es Neuland, für Digitalfahrer Routine, das Einstellen der Charakteristika, der CV-Werte also. Ich werde auch dies lernen (müssen, smile). Zur Ausrüstung gehört noch ein Ladegerät, sowie das Ladekabel, das genau auf die Bedürfnisse abgestimmt gebaut wird. Ein Anschluss für den Akku, ein Anschluss für die Remote. Sicher, auch für Anfänger geeignet, liess ich mir sagen…  

Hier wäre noch zuzufügen, dass der Einbau der Bedienelemente (Taster, Schalter und Ladebuchse sowie der Akku-Packs) in jeder Maschine individuell angepasst werden muss, keine Lok also gleich in der Ausführung wird. Zudem müssen auf die bestehende Elektrik, ja gar Elektronik Rückschlüsse und Anpassungen gemacht werden. Die Beleuchtung in einigen Loks muss total umgebaut bzw. neu gebaut werden.

 Beitrag erstellt am 27.07.2015; Änderungen/Ergänzungen 04.08.2015; 01.08.2016;

Zeithorizont

Mit dem Hersteller der gesamten Hard- und Software war ich stets via e-Mail in Kontakt. Ich wurde über die jeweiligen erfolgten Produktionsschritte vorbildlich informiert. Auch der erste Teil der Software zur Anpassung der CV-Werte, erreichte mich. Angedacht war eine Lieferung per Ende November 2015. Auch dies klappte vorerst wunderbar, die Ware ging Abmachung gemäss in den Versand nach Südafrika!

Jetz begann das lange warten! Das Paket war richtig adressiert mit der Länder-Kennzeichnung "RSA" (Republic of South Africa) versehen. Bei der Aufgabestelle wurde die Quittung mit dem vermerk ZA (Post Code) richtig ausgestellt. Da wohl "RSA" im Lernbüchlein von DHL nicht vorkommt, ZA den Mitarbeitern ebenfalls nichts sagte, wurde das Paket kurzerhand erstmal nach "USA" geleitet und dahin transportiert. Dass die amerikanische Adresscharakteristik sich erheblich von der englischen unterscheidet, ist dem Personal auch nicht aufgefallen.

Mitte Dezember dann der Supergau: "Das Paket konnte infolge eines Adressfehlers in den USA nicht zugestellt werden". Das Paket wartet jetzt ganze drei Wochen, um nach Deutschland zurück und umgeleitet zu mir zu gelangen... Seit drei Wochen die lapidare Mitteilung im Trackig: Das Paket wird dem Adressaten zugestellt". Denn, der Auftraggeber hat eine Nachforschung und Adressberichtigung veranlasst, aufdass ich das Paket dann doch noch erhalte? 04.01.2016

Die Sendung wurde vernichtet, also konnte ich das Material nicht bekommen.  Der Erbauer hat aber Erbarmen mit mir gehabt und eine neue Serie für meine Loks angefertigt. Die habe ich während eines Europa-Aufenthaltes persönlich abgeholt! Im persönlichen Fluggepäck ist alles wohlbehalten in meiner Lokwerkstatt gelandet.  

20.07.2016 

Es wurden fünf Loks und ein Triebzug umgebut und in Betrieb genommen. Die Verkabelung des Triebzugs war nicht ausgereift (mein Fehler), also ist eine Reparatur des Bausteins angesagt gewesen.

Der Supergau

Der umtriebige Kollege ist nach einer Herzopertion unvermittelt verstorben. Nun stand ich da... Nach einer Weile entschloss sich ein weiterer Anwender, die Produktion in privatem Rahmen wieder aufzunehmen und auch Reparaturen auszuführen.

 

Es geht weiter

In der Folge habe ich einen Baustein repariert bekommen und zusätzlich noch vier Anlagen zum weiteren Einbau bestellt und erhalten. Weitere Loks werden umgebaut, ich will den Kollegen nicht überfordern. Es gibt noch andere Interessenten - also unterdrücke ich weitere Umbaugelüste - vorerst...

Den Ladevorgang habe ich mitlerweile im Griff, auch die Ausrüstung der Loks mit den Komponenten. Es war schon ein grösserer Lernprozess durch zu machen!

10. Januar 2018

Es ist April geworden. Inzwischen habe ich noch ein paar Steuerungen geordert! Der Einbau ist mitunter anspruchsvoll, jedoch konnten alle Unbille ausgeräumt werden. Die Loks kommen nun eine nach der anderen - vorläufig noch ohne Beleuchtung und Zusatzfunktionen - in Betrieb.   

16.04.2018

Mit der Zeit und der Erfahrung zum Einbau und der Funktion der Steuerungen fallen diverse Details auf, die - meiner Auffassung nach - besser gelöst werden können. Der jetzige Lieferant - ein Kollege aus der Szene - hat sich der Sache angenommen, als der Erfinder der Steuerungen unvermittelt verstarb. Er arbeitet sich nun in die Materie ein, nicht alles kann auf Anhieb anders gemacht werden. Somit ist die Ideensammlung auch von Aussen angesagt.

Nun habe ich angeregt, die Sicherungen extern zu verbauen und nicht mehr in den Steuerungsplatine einzubauen. Der Grund ist, dass ich die verschmolzenen Sicherung (auch in Urzustand wenn der feine Draht noch ganz ist) nicht sehe und deshalb keine Chance habe, sie nach einem Ereignis zu ersetzen. Wie so oft bei technischen Dingen, gibt es auch hier verschiedene Möglichkeiten die zum Ziel führen.

Ein Möglichkeit ist der Einbau einer Flachsicherung, wie wir sie vom Auto her kennen. Mit dem zugehörigen Gehäuse ist das Ding aber einfach gigantisch gross. Zu gross, als dass man es universell einbauen könnte.

Die weitere Möglichkeit besteht in der Verwendung einer Halterung für Röhrchen-Sicherungen. Diese Sicherung kann direkt in eine Leiterplatte gelötet oder mit einem Sockel aufgeschraubt werden. Die zweite Variante hat denn auch  noch eine Abdeckung die schützt, besonders wenn sie etwa unter dem Fahrzeug angebracht wird. Die beiden letzteren Lösun-gen werde ich zur Anwendung bringen.