Umbau RhB Ge 4/4'  602, Umbauversion von KISS

Ich wollte einfach mal wieder eine Lok mit  den vorhandenen Komponenten ausrüsten. Ich habe noch ein paar Sätze liegen. Eigentlich keine sehr komplizierte Sache.

Als Erstes müssen die Kontakte zur Schiene und zu den Rädern in den Drehgestellen entfernt werden, damit keinesfalls und niemals Fremdströme die Steuerung erreichen. Bei Kiss ist das Entfernen der Stromabnehmer von den Rädern kein grosser Aufwand, die Platine mit den Aufnahmen ist sehr einfach zu entfernen. Die Kabelstutzen von den Motoren sind etwas schwach, also brechen die Verbindungen gerne weg. So ist es auch geschehen. Ich entschloss mich, längere Kabel anzulöten.

Spätestens jetzt müssen die Drehgestelle vom Untergestell getrennt werden, geht so, die entsprechende Schraube liegt etwas tief in der Bohrung des eingebauten Gewichtes. Aber das lässt sich schaffen. Gesagt getan, das war doch einfacher als angenommen.  Nun ging es an die Drehgestellabdeckungen, da wo der Motor drunter liegt, die Schraube müssen aufgedreht werden - doch was soll das? Die Drehgestelle “Wackeln”! Auf die Glasplatte gestellt wiegen die hin und her, es liegen höchstens drei Räder auf! Bei näherem Hinsehen entdecke ich, dass die Drehgestellkörper  aus Zinkdruckguss in Längs- und Querrichtung verzogen sind - und zwar dergestalt, dass ein Rad in der Diagonale jeweils rund 3mm in der Luft hängt!  Man weiss, dass die Spurkränze knapp drei Millimeter hoch sind. Das geht also gegen Null, Entgleisungen vorprogrammiert! Zudem klemmt die eine Achse in dem einen Drehgestell, sie ist leicht gekrümmt. Auch war eine der Motorabdeckungen gerissen! Puh, dass sieht nicht gut aus. Man richte ein (schon leicht angerissenes) Zinkdruckgussgehäuse, ohne dass es zerbricht. Ich habe es versucht. Im Schraubstock! Das Wunder ist geschehen, beide Gehäuse sind jetzt besser in der Flucht, jedoch noch nicht gerade! Das “Wackeln” ist nur gerade mal noch knapp einen Millimeter vorhanden. Das kann ich so stehen lassen.

Von der einen Achse habe ich die Räder abgezogen und mit dem Hammer bearbeitet. Ich habe da so meine Methode. Jetzt sind die Räder wieder aufgezogen und das Ding eiert nur noch kaum merklich.

Der Zusammenbau der Drehgestelle brachte wiederum ein paar Überraschungen! Schrauben wollten nicht packen, drehten frei. Die Kontrolle ergab, dass der Guss sich ausgeweitet hat, oder der Gewindestutzen gesprungen war. Die Reparatur dieser Punkte sowie der defekten Motorabdeckung, geschah mit viel Zyanoid und Quarzpulver. Endlich konnte ich die Kabel an die Motore löten und die Drehgestelle zusammenfügen. Sie sind nun wieder mit dem Untergestell vereint.

Jetzt wäre der Einbau der Steuerungskomponenten und der Akkus an der Reihe. Der vorhandene Massoth-Decoder mit Soundplatine musste entfernt werden. Auch die diversen zugehörigen Schalter am Unterboden mussten weg. Eine der Bohrungen kann für den Ein-/Aus-Schalter verwendet werden.

 

Die Bilder unten zeigen die eingebauten Bedienungs- und Kontroll-Komponenten im Untergestell: Sicherung, Taster, Ein-/Aus-Schalter.

 

Diese Aufnahme eines Drehgestellkörpers, zeigt den desolaten Zustand in dem sich beide Drehgestelle befinden. Die weisse Masse oberhalb der Schrauben ist mit Zyanid gebundenes Quarzpulver. So habe ich den Sprung in der Abdeckung des Motors zugeklebt. Das Drehgestell kann weiter benutzt werden, die durchgeführten sanften Korrekturen sollten eine sicheren Betrieb gewährleisten.

 

 

Der Einbau der Steuer-Komponenten

Zusätzliche Bohrungen mussten für den Taster und die Durchführung der Kabel die zur Sicherung  hren, angebracht werden.

Als nächster Schritt war die Positionierung des Akku-Packs angesagt. Dazu wurde im mittleren Teil zwischen den Gewichten eine ABS-Platte auf das Untergestell geschraubt. Dabei durften die Ausschnitte für die Befestigung des Lokkastens nicht vergessen werden. Die Hauptplatine hat neben dem Akku-Pack Platz, dazwischen wird die Kontrolleinheit mit dem Claxon plaziert. Der Empfänger findet an der Seite des einen Gewichtes seinen Platz.

Ist die Positionierung der Ladebuchse erfolgt, muss der Ausschnitt gefräst werden. Danach sind alle von aussen bedienbaren Teile fixiert. Die Befestigung der inneren Komponenten geschieht mit Bostik und Draht, was sich bisher jeweils bewährt hat. Nach diesen Arbeiten ist endlich die Probefahrt angesagt.

Die Probefahrt hat geklappt!, alles arbeitet zur Zufriedenheit des Erbauers!

Beleuchtung

Der Ausbau der bestehenden Beleuchtung bedingt, dass die Führerstände komplett entfernt werden. Mit etwas Fingerspitzengefühl gelingt die Entfernung der Platinen, die mit den Frontlampen und  den Schlussleuchten bestückt sind. Auch entfernt werden muss das Dach, denn dort sitzen die Platinen für die Führerstandsbeleuchtung und der oberen Stirnlampe. Sie sind werksseitig mit Heissleim eingeklebt!

Ein besonderes Kapitel ist die richtige Wahl der Leuchtkörper und und Kabel. Für die Frontbeleuchtung kommen LED’s 3mm mit schmalem Leuchtkegel in kaltweiss zur Anwendung. Für die Führerstandsbeleuchtung habe ich LED’s 5mm gelb gewählt. Die Rücklichter bestehen schon jetzt aus roten LED’s 3mm.

 

 

Nun müssen die entsprechenden Kabel konfektioniert werden. Sämtliche Strom-Zuführungen waren zum Betrieb der Glühlämpchen mit drei Drähten ausgeführt, die Konstruktion der Reglereinheit verlangt jedoch jeweils separate Anschlüsse, also vier Kabel.

 

Das letzte Bild in der nachfolgenden Serie, zeigt den losen Kabelbaum mit den zwischengeschalteten Widerständen. Die Platinen sind noch mit den Glühbirnchen bestückt, die jedoch wie oben beschrieben gegen LED's ausgewechselt wurden. 07.11.2018

Nach dem zusammenführen der Drähte wollte ich eine Funktionsprobe machen. Nach dem Einloggen jedoch explodierte der ULN-Tausendfüssler mit lautem Knall. Nun muss ich herausfinden, was die Ursache ist!

Als Erstes mussten die Verbindungsdrähte zu den LED's kontrolliert werden. Weil die Anschlüsse im Bereich des Führerstands im Dach nicht einsehbar sind, mussten die unteren Lichter und der Führerstand weichen, damit das Dach abgeschraubt werden konnte. Bei der nun erfolgten Kontrolle fiel auf, dass die Platine am oberen Stirnlicht noch durchgehende Kontakte aufwies, wo sie nicht sein sollten. Also mussten die unterbrochen werden, hatte ich vergessen! War das die Ursache?

Bei der vorsichtig angegangenen Kontrolle im Bereich der Platinen mit den Vorwiderständen, entdeckte ich eine falsche Polarisierung, die Drähte wurden umgelötet. Bei der Wiederinbetriebnahme knallte der ULN wieder!

Ich nahm das Lokgehäuse total auseinander (zum zweiten Mal), legte alle Drahte frei und begann Punkt für Punkt abzuarbeiten. So tastete ich mich vor und entdeckte nochmals eine falsche Polarisierung, gar eine Möglichkeit für eine Kurze! Ich lötete nochmals um. War dies die Ursache?

Jetzt wurde alles wieder zusammengeschraubt, die Kabel mit Klebeband im Gehäuse befestigt und wieder angeschlossen. Neuer URL eingesetzt.

Bei der Wiederinbetriebnahme zeigte sich die Führerstands-Seite 1 mit korrektem Licht! Vorwärtsfahrt: Weiss; Rückwärtsfahrt: Rot! Führerstands-Seite 2 zeigte bei Vorwärtsfahrt Rot, bei Rückwärtsfahrt - nichts! Muss demnach nochmals über die Bücher! Ich werde noch wirr bei diesem Kabelsalat...  

Lokkasten nochmals auseinander genommen (zum dritten Mal), alle Drähte kontrolliert und teilweise neu verlötet. Alles zusammen gebaut und erste Erfolge konstattiert - aber auch eine Enttäuschung! Vorwärtsfahrt wie gehabt, alles ok. Rückwärtsfahrt soweit erfolgreich, weil immerhin die unteren weissen LED's leuchten! Rückleuchten: Fehlanzeige. Zumindest haben die Rückleuchten bei der Einzelkontrolle geleuchtet! Die dritte Front-LED auf Seite 2 habe ich nicht extra kontrolliert. Jedoch funktioniert auch die Führerstandsbeleuchtung nicht! Komisch - haben sich die LED's etwa verabschiedet? Sicher muss ich die nicht immer lupenrein geäzten Mini-Platinen mit den Vorwiderständen durchmessen. Vielleicht liegt auch da der Hase im Pfeffer... Gewissheit bringt natürlich wiederum nur die nochmalige totale Demontage des Lokkastens (zum vierten Mal)! Dieser leidet unter den ewigen Auf- und Zusammenschraubereien: Steckdosen fallen ab, Schläuche brechen, die Schäden werden immer grösser!

ÄÖÜ  äöü

Bilder unten: Links aussen: Die vergessene Trennung auf der Platine am Stirn-LED. Links: Seite 2, Vorwärtsfahrt; Rechts: Seite 1, Vorwärtsfahrt; Rechts aussen: Seite 1, Rückwärtsfahrt.

Habe meine Prüfvorrichtung für LED's gefunden, interessanterweise war sie genau da, wo sie sein sollte! Nun bereitete ich ein Akku vor, das mir 3,7 Volt liefert und habe mit einer Steckverbindung an die Prüfanordnung angeschlossen. Funktioniert! Das Lokgehäuse wurde natürlich nochmals vollständig demontiert (zum fünften Mal), man kommt sonst nicht an die LED's heran. Nun prüfte ich jede einzelne LED. Alles klar, sie leuchten. Ich fand noch eine unkorrekte Zuordnung, aber das war nicht ausschlaggebend. Auf alle Fälle geht nun hervor, dass alle Stirnleuchten nach Fahrtrichtung leuchten, wie bisher, bei Fstd 1 auch die Rückleuchten funktionieren. Die bei Fstd 2 wollen immer noch nicht wie sie sollten! Nächste Schritte: a)  Platine selbst nach Unterbrüchen absuchen! b) Zuordnung auf der Platine mit den Vorwiderständen kontrollieren und prüfen. Eine endlose Prozedur, meine Augen sind nicht mehr die Besten. Warum sonst passieren Falschzuordnungen? Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen, solche Lötarbeiten nicht mehr des Nachts bei schleichend einkehrender Müdigkeit zu machen...

Erfolgsmeldung! Es lag tatsächlich an der kleinen Platine, da hat sich einer der Mini-Widerstände gelöst. Nun ist alles bereit zum Einbau! Ich lernte daraus, dass ich nur noch die ganz "normalen" Widerstände verbauen werde. Die Minis sind zu fummelig. Alle LED's leuchten dann, wenn sie sollen! Die LED's sind also alle durchgecheckt worden, auch die Funktion der Beleuchtung allgemein. So machte ich mich daran, die Lok zusammen zu bauen. Danach wurde sie eingeloggt. 

ALARM! Es ist nicht zu glauben! Doch was ist nun? Die oberen Spitzenlichter leuchten beidseitig und dauernd! Darauf kann ich mir keinen Reim machen! Ich stelle die Lok in die Vitrine und beschäftige mich später wieder damit. 11.11.2018

Positive Umstände haben mir einen freien Nachmittag beschert! Gelegenheit mich nochmals der Lok anzunehmen. Ich mache es kurz: Es waren einige Lötstellen neu zu löten, einige Drähte zu verschieben. Aber jetzt ist sie fertig, alles funktioniert wie es sein muss! Die Lok durfte auch schon auf Probefahrt und steht inzwischen wieder in der Vitrine.

12.11.2018