Steuerwagen Ait*

Als letzte der Wagenbestellung wurden sechs Steuerwagen bei Stadler Rail geordert. Dieser stellt infolge der Frontpartie, die dem ALLEGRA-Triebzug entsp-richt, grosse Anforderungen ihn ins Modell umzusetzen..

Erleichtern tut, dass ich Zugriff auf einen Allegra-Triebkopf erhi-elt, der nun angepasst werden kann.

 * Die RhB zeichnet die Fahrzeuge nach und nach um. Alle Bezeichnungen "i" entfallen künftig.

 

Kurzbeschrieb: Der Steuerwagen (t) ist  ein Ersteklasse-Fahrzeug (A) mit Invalidentoilette (i). 

Das Modell: Die vordere Partie des Wagenkastens bis zur Einstiegstür kann telquel bernommen werden. Der Türausschnitt wird verbreitert. Die anschliessende rollstuhlgängige Toilette (rechte Seite) gibt den ersten Teil der Verlängerung an, das danach folgende herabgezogene Fenster den zweiten Teil. Auf der linken Seite ist anstelle der Toilette ebenfalls ein herabgezogenes Fenster vorhanden. Toilette wie Rollstuhlplätze befinden sich im Niederflurbereich des Wagens. Die Länge des Wagenkastens ist in Natura 17960mm lang, im Modell wird er 748mm lang, oder knapp 75 Zentimeter.  

Der Steuerwagen ist auch im Modell speziell

Der oben abgebildete Steuerkopf des Allegra ist mit einem Dachstromabnehmer und einem Motordrehgestell vorne ausgerüstet. Es ist ein Triebkopf! Der ALVRA ist ein Zug der mit grösseren Steigungen konfrontiert wird. Ähnliches folgt auch im Gartenbahn-Ausseneinsatz. Die Wagen bekommen ein ganz anständiges Gewicht, das wiederum bewegt werden muss. Um zu gewährleisten, dass die Züge hinter einer Lok den Berg auch erklimmen, lasse ich den Antrieb im Steuerwagen bestehen! Der Dachstromabnehmer wird ausgebaut.

Der Triebkopf wurde total von allen Einbauten und elektrischen Leitungen (ausser dem oberen Stirnlicht) befreit. Das Triebdrehgestell wurde kanibalisiert, so dass keine Kontakte mehr zur Schiene bestehen.

19.07.2018

Als Erstes mussten die Zielanzeigen entfernt werden, die hier am falschen Platz sind. Danach wurden die  Öffnung-en verschlossen. Dazu benutzte ich erstens die beste-hende Blende und zweitens verschloss ich dann die verbliebene (kleine) Öffnung mit einem passgenau zuge-schnittenen Stück ABS.

Der Wagenkasten wird im Bereich der Tür erstmals verlängert, dh. der Breite der Tür angepasst. Mit dem Teppichmesser setzte ich den Schnitt und brach die beiden Teile auseinander. Damit der Kasten stabil und in der Breite masshaltig bleibt, habe ich Distanzhalter eingeklebt. 14.08.2018

Das gleiche Prozedere wiederholte ich im Türbereich, wobei eine Platte als Masshalter eingesetzt wurde. Somit können die nachmaligen Distanzhalter stressfrei eingeklebt werden. Die Platte wird alsdann wieder entfernt, die Tür kann eingepasst werden. Die Türen werden selbstverständlich erst später definitiv eingebaut.

Erst jetzt wird der Zwischenraum über der Tür verschlossen. Es gibt praktisch einen Schichtaufbau aus ABS. Beim losen Aufsetzen der Dachblende ist ein schmaler Spalt sichtbar. Das alles ist Rohbau, das wird noch!

Die Dachblenden wurden inzwischen auch bearbeitet. Das Einsetzen der Blenden in die Ausbuchtungen des wegfallenden Stromabnehmers, sind gespachtelt und verputzt. Natürlich müssen die Blenden später noch den neuen Längen des Steuerwagen-Kastens ange-passt werden. Will heissen, sie werden zum Schluss getrennt und verlängert. 

Ein anderes Thema sind die "i" s - die "Invalidentoiletten". Eine bessere Bezeichnung wäre "Toilette für gehbehinderte Personen und Rollstuhlfahrer" oder "Rollstuhltaugliche Toilette" - oder so.  Von denen  hat es welche im ALVRA. Je eine im Steuerwagen und im Schlusswagen. Ein Beispiel habe ich mit den Fragmenten des ALLEGRA mitgeliefert bekommen. Eine mindestens muss ich nachbauen. Gesagt getan: Aus einem Stück Ablaufrohr und ein paar geraden Teilen wurde das "Rohmodell". Es ist nun egal, ob Ausführung links oder rechts, der Rohling kann angepasst werden. 

Zwischenbemerkung zur Scheisserei - eh sorry, das stille Örtchen: Es gibt nur eine Ausführung! So wie das Beispiel links auf den obigen Bildern!

Damit ich die Übersicht gewinne (naja, habe sie eigentlich nicht verloren), fertigte ich mal Skizzen an. Dieses Hilfsmittel half mir relativ schnell zur Ein-sicht, dass das mehrfa-che Zerschneiden der Seitenwände gar nichts bringt, ausser Arbeit. So entschloss ich mich, die-se Teile zwischen den beiden Schnitten, die man in der oberen wie der unteren Skizze erken- nen kann, als Ganzes neu zu bauen. Dieser "eingeschobene" Teil ist 324 mm lang. Somit ist auch die definitive Länge des Steuerwagens be-kannt: 761 mm. Das sind 15 mm mehr als mein bisher längstes Fahr-zeug, dem Servicewagen des Glacier Express und 15mm mehr als zu Be-ginn geschätzt. Der Dreh- zapfenabstand beträgt 551 mm.

Nun zu den Skizzen. Die obere zeigt von links nach rechts: Als Erstes den Schnitt neben der Tür. danach ein hochgestelltes 1.Klass-Fenster und daneben ein breites Fenster im Niederflurbereich. Folgend zwei 1.Klasse-Fenster in Normallage und den zweiten Schnitt.  Die untere Skizze zeigt von rechts nach links den ersten Schnitt neben der Tür. Das neue Teil wird durchlöchert mit dem Toilettenfenster und der Zugzielanzeige. Danach folgt ein hochgestelltes 1.Klasse-Fenster, gefolgt von zwei Fenstern in Normallage, 1. Klasse. Zuletzt noch der zweite Schnitt. 15.08.2018  

 

Ich weiss ja nicht wie anderen Modellbauern und Bastlern so zu Mute ist, wenn sie ein intaktes Fahrzeug zerschneiden. Bei mir baut sich vor dem ersten Schnitt immer eine gewisse Spannung auf. Die verfliegt jedoch, wenn die Schnitte angezeichnet und gesetzt sind. Der Rest ist trennen, sägen und feilen. Wenn sich dann die Zwischenräume an den Schnitten zum nächsten Teil schliessen, dann ist die Zufriedenheit spürbar - und die Erleichterung über einen gelungenen Bauabschnitt. Jedenfalls wurde der bestehende Korpus getrennt. Was dabei heraus kommt zeigen die Bilder. Und dann ist auch ersichtlich was eigentlich noch weiter gebraucht wird vom vormaligen Ganzen.

Die Vorbereitungen mit den Skizzen trägt Früchte. Das Anzeichnen der Seitenwände ging jedenfalls glatt vonstatten. Jetzt sind die beiden "Innenseiten" bereit zum Fräsen der Fensterausschnitte und der Zugzielanzeige auf der Toilettenseite, was bei mir "analog" geschieht. MIt dem Dremel Trio und von Hand geführt. Auf der gegenüber liegenden Seite wird diese in das Fenster integriert. Wie das genau gehen soll ist mir noch nicht klar, es wird schon klappen...

Zur Innenseite: Die Wandstärke soll drei Millimeter betragen. Ich habe jedoch nur 2mm- und 1mm-Material zur Verfügung. Somit baue ich mal die Innenseite und verschweisse die "Aussenseite" sozusagen als Aufdoppelung. Ein guter Effekt so stelle ich mir das vor, kann entstehen, wenn die Rundung der Kante über den Fenstern als Übergang zur Dachschräge gleich mit einbezogen, will heissen, die Aussenwand gebogen wird. Hoffentlich bekomme ich das hin... 20.08.2016

 

 

Der nächste Schritt: Anpassen der Fensterrahmen.

Das sieht doch schon mal gut aus, denke ich. Kleine Korrekturen noch, dann kann die "Aussenwand" in Arbeit genommen werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fertig für heute! 16.08.2018

Vor der definitiven Montage der neu angefertigten Seitenteile will ich das Untergestell anpassen. Ich verspreche mir davon eine etwas einfachere Montage des Wagenkastens, als wenn das "freihand" gemacht werden müsste. 17.08.2018

Nun, das Trennen von Untergestell und Innenboden ist geschafft, jedoch noch nicht die Fortsetzung. Die kann ich erst angehen, wenn der Wagenkasten fertig verschweisst ist. Also genau umgedreht, wie ich mir das vorgestellt habe. Mit etwas Mühe gelingt es jedoch, eine erste Zusammenstellung zu machen.

Die grobe Zusammenstellung des Kastens ist gelungen, so dass die ungefähren Masse ermittelt werden konnten. Die Längen ergeben eine Übereinstimmung mit der zuvor angefertigten groben Skizze, die zur Bearbeitung der Seitenwände erstellt wurde. Genauer wird es dann wirklich erst, wenn der Kasten fertig gestellt ist. Vorangehend sind jedoch noch ein paar knifflige Arbeiten zu erledigen.

Man hat so seine Vorstellungen, was auf welchen Schritt denn folgen soll. Eine der wohl schwierigeren Aufgaben ist die Fertigstellung der Innendecke mit der Beleuchtung. Da habe ich keine Ansichten, somit muss improvisiert werden, jedoch möglichst nahe am Original. Gar nicht einfach! Es gibt im Net einige Videos, da wird aber spätestens an der Oberkante der Fenster das Bild gewechselt, somit kein Einblick in die vordere Innendecken-Partie gewährt wird. Sicher ist inzwischen, dass die "Buckel" entfallen, weil darüber ja kein Stromabnehmer mehr sitzt, somit diese Ausformung zwecklos wäre.

Zugleich konnte als Anfang die Toilettenkabine positioniert werden, Von hier aus muss der Weiterbau dann auch erfolgen.

In die "Aussenwände" werden mit dem Dremel Trio die Ausschnitte gefräst.

Danach können die Wandteile vereint werden. Um die beiden Teile dauerhaft zu verschweissen wird Aceton verwendet. Nach der abschliessenden Feinarbeit mit der Feile wird der endgültige, korrekte Sitz der Fensterrahmen sowie der Zugzielanzeige geprüft. 

Der obere Teil der Seitenwand geht in eine Schräge von 45 Grad über. Dies habe ich weiter oben schon erwähnt. ABS mit 1mm Dicke kann man mit Hilfe einer Wärmequelle gut biegen, dies will ich versuchen zu erreichen. 20.08.2018

Endlich komme ich dazu, die Seitenwandteile auf Mass zu bringen und die Materialdicke in der Schräge anzugleichen. Es bleibt ein Spalt von 5 Millimetern frei, da soll die Biegung hin!  23.08.2018        ÄÖÜ äöü

Materialkunde, Materialverhalten, Umgang mit Material, ja, das ist so ne Sache... Ich heize also. Es geht! - Nein, es geht nicht. - Doch! - Aber: Der Verzug des Materials darf nicht verniedlicht werden. Biegen geht, habe ich schon beim Probe-stück festgestellt. An grösseren Teilen jedoch verzieht sich ABS ungemein, die Richtarbeiten sind nicht ohne. Und hun-dertprozentig bekommt man die Flucht wohl bei der angewandten "freien" Methode mit der primitiven "Lehre" nie hin. 24.08.2018

Der Einsatz von Thermik ist so ne Sache. Wie schon zuvor bemerkt, sind die Seitenwände arg verzogen. Die weiteren Wagen werde ich wohl im konventionellen System, Teil für Teil aufgebaut, realisieren. Das wird wohl aufwändiger, aber einfacher und eventuell gar genauer!

Tatort Glasplatte auf dem Schneidetisch: Der Kasten wird - provisorisch vorerst - zusammengefügt und verklebt. Richtarbeiten sind noch möglich, danach wird es Ernst!         28.08.2018

Die Seitenwand wurde gerichtet, indem ich sie zwischen zwei Holzteile geklemmt habe. Zudem machte ich einen Einschnitt um die Spannung zu entfernen. Beim Aufheizen fügten sich die Teile wieder zusammen! Und nach dem Abkühlen war die Sache eigentlich erledigt. Auf dem unscharfen rechten Bild sieht man den Einschnitt.

Bem nachmaligen genauen Ausrichten zeigte sich, dass eine Seitenwand kürzer war als die andere. Nur wenig, aber beim Anpassen des Daches war dieses Wenige schon zuviel. Also verlängerte ich diese Seitenwand auf beiden Seiten um 1 mm.

Jetzt wurde der Wagenkasten definitiv zusammengestellt, die angepasste Dachpartie provisorisch aufgesetzt. Noch ist an den Seitenwänden einiges zu richten, jedoch ist alles schon angezeichnet. Auch das Innendach hat nun die richtige Ausdehnung!                        ÄÖÜ äöü

Nachdem nun die Dachpartie soweit es im momentanen Baufortschritt möglich angepasst ist, folgt die Anpassung des Unterbodens und des Innenbodens. Zusammen bilden sie das Untergestell. Instinktiv habe ich die beiden Teile an den richtigen Stellen getrennt, so dass die Ergänzung bzw. Zwischenlage relativ einfach einzubauen ist. Die "Lücke" beträgt im Innenboden 99mm. Der Unterboden misst in der ersten Schicht 91mm, in der "Deckschicht" 90mm, da hier beim Schnitt eine Schräge entstanden ist und der Unterboden 4mm (2x 2mm) in der Dicke misst. Es wird demnach mit der Materialstärke von 2mm gearbeitet.   31.08.2018

Die Grundkonstruktion der Dachpartie ist nun auf den Zehntels-Millimeter genau eingepasst. Die Arbeiten müssen beinahe parallel zur Bodengruppe gefertigt werden, da jede kleine Abweichung Unstimmigkeiten und Spannungen ergibt. 

Die Kontrolle mit den Seitenteilen in den Schrägen ergaben positive Resultate - also weiter!

Inzwischen konnte die Lücke im Unterboden geschlossen werden. Bereits ist auch schon der Innenboden in Arbeit. Da der Vorbesitzer schon etwas an dem Teil herumgeschnippselt hatte, müssen einige Verstärkungen und Auflagen eingebracht werden, was weiter jedoch nicht schlimm ist. Die Hochpartie musste verlängert werden.  02.09.2018

Der Innenboden wurde fertig zusammengefügt, danach konnte das Innendach lose eingelegt werden. Erstmals kam der verlängerte Wagenkasten auf das Untergestell zu stehen. Nur aufgelegt sind die noch nicht angepassten Dachblenden. So wie es zur Zeit aussieht, passt alles.

Bevor ich mich an die Spachtel- und Schleifarbeiten heranmache, will ich die gesamten Inneneinbauten (vorerst ohne Sitze) anbringen und den Wagenkasten mit den Dachteilen verschrauben. Erst dann ist ersichtlich, ob eventuell noch Änderungen anzubringen sind. Auch ist die Ausbildung der hinteren, geschlossenen Dachpartie erst möglich, wenn das Dach richtig eingepasst und befestigt ist.   05.09.2018

Sind die zahlreichen Einbauten erst mal drin, sieht das so aus: Links Blick hin zum Führerstand, rechts Blick in Richtung Wagenhinterteil. Erschwerend  zum Einbau war, dass kaum ein vorgefertigter Befestigungspunkt benutzt werden konnte. Kitbashing eben...

06.09.2018

Ja, ich komme sehr langsam voran. Geduld ist gefragt und ich habe auch noch andere Baustellen. Zudem bereise ich von Mitte September bis Mitte Oktober Botswana und den Sambesi-Strip in Namibia. Auch besucht werden die Victoriafälle in Zimbabwe! Da muss der Modellbau eben etwas von der Hauptachse weichen. Aber es geht danach weiter!