Klappbrücke

Die Bergstrecke quert einen Korridor den man braucht, um auch mit Schubkarre und Rasenmäher alle Gartenteile zu erreichen. Diese Querung wird mit einer Kastenbrücke überspannt. Damit nun der Durchlass bei Bedarf  offen ist, wird die Brücke als Klappbrücke ausgestaltet.

 

Das Bauwerk lagert auf zwei Brückenköpfen. Die eine Seite  (Talseite) ist fest, mit dem Gelenk zum Anheben der Brücke. Die Bergseite bildet die Auflage und Führung für die Brücke und das weiterführende Gleis.

 

Die Brücke besteht aus Aluminium-Winkelprofilen sowie Alu-Flachprofilen aus dem Baumarkt und aus Hohlprofilen von Resten aus einer Produktion. Der Aufbau ist einfach und vollständig mit etwa 140 Alu-Blindnieten verbunden.

 

Die Konstruktion ist auf einem Skizzenblatt von Hand aufgezeichnet worden, der Bau entsteht im Ad-hock-System, will heissen, ohne genaueren Bauplan und nach den Gegebenheiten der Örtlichkeit. Somit ist auch die genaue Spannweite noch nicht bestimmt, sie wird aber mindestens 800 Millimeter betragen. Die Höhe der Gleisauflage ist 43 Zentimeter über Grund. 

 

Das Skizzenblatt zeigt den groben Überblick auf die Konstruktion der Brücke. Für einmal mehr als einfach, aber mein Laptop erlaubt mir keine weiteren Eskapaden mit grossen Datenmengen.

 

17.05.2014

Wie immer beginnt ein solches Projekt mit der Materialbeschaffung und dem Zuschnitt. Auch habe ich eine Stückliste gefertigt, damit die Übersicht gewahrt werden konnte.

Recht schnell zeigten sich nach dem Zusammenfügen erste Resultate. Die Untergurt-Konstruktion war in kurzer Zeit zusammen genietet und mit einem Gleisstück die Passung kontrolliert.

 

Nun konnten die Verbindungsmaste zum Obergurt eingesetzt und die Obergurte verbunden werden. Durch die Montage der Stege am Obergurt wurde die Form definitiv und sehr tragfähig! Nach dem Einbau der Windverbände war die Grund-Konstruktion fertig!

Jetzt mussten noch die Widerlager gebaut werden. Ein festes mit den Führungen für das Gleis und die Positionierung der Brücke selbst (Bilder obere Reihe). Auf der andern Seite das Gelenkteil, ebenfalls mit der notwendigen Passung für das Gleis (Bilder untere Reihe).

Sieht man genauer hin, fällt auf, dass die Schienen auf der Gelenkseite nicht auf derselben Höhe sind  - ein kleiner Ausrutscher in der Logik und fehlende Überlegung. Soll vorkommen, muss nachgebessert werden.

 

Die genauere Positionierung der Schienen auf der Gelenkseite muss noch durch Versuche ermittelt werden.  Jetzt stand erst mal die erste Anprobe an.

Ein superprovisorisches zweites Widerlager wurde aufgebaut. Reicht erst mal zur Standort- und Spannweiten-Bestimmung. Die Brücke ist für 880 bis 930 mm Spannweite ausgelegt. Je breiter der Durchgang werden kann umso besser!

Auch wurde die Brücke erstmals aufgeklappt - es geht! 

Die Brücke soll eine Stromschiene (Oberleitung als Pantogra-fen-Führung) eingebaut bekommen, mit Stromabnehmer-Fängern bzw. -Führungen. Am Gelenkwiderlager stellt sich nun die Aufgabe, diesen Fänger – ein einfacher Draht - so zu montieren, dass er beim Aufklappen der Brücke nicht beschädigt wird. Die logische Konsequenz ist, das Endstück drehbar (wegklappbar) zu gestalten.

 

Als Erstes habe ich mir einen Prototypen der Übergänge vom Fängerdraht zur Stromschiene gebaut (Bilder obere Reihe). Danach wurde der drehbare Teil entwickelt. Wie das funktioniert zeigen die beiden Bilder in der unteren Reihe: Links im Betriebszustand, rechts weggeklappt.

Sollte irgend einmal eine funktionierende Oberleitung aufgebaut werden, kann die isolierte Befestigung der Stromschiene leicht durch Kunststoffzwischenlagen und -Schrauben gewährleistet werden.

 

Die Frage des Gelenkes konnte relativ einfach beantwortet werden. Die abgeschrägten Schienenprofile sind da, damit die beiden Enden beim Aufklappen aneinander vorbei kommen. Ein kleiner Abstand von 2mm reicht schon!

Wie der Fang für die Stromabnehmer (Pantografen) funktionieren soll, veranschaulichen die nachfolgenden Bilder - funktioniert!

Zusammenzug:

Planung etwa 10 Stunden über einige Wochen verteilt (es muss ja alles reifen); Bauzeit etwa 12 Stunden, mit Materialbeschaffung rund 20 Stunden. Noch etwa 4 Stunden Anpassungen und Montage des ersten Widerlagers. Baukosten rund ZAR 600, was rund CHF 54 oder EUR 44 ausmacht. Alles in allem war das Projekt kein Hexenwerk, einzig der Schienenübergang beim Gelenk erheischte einige Aufmerksamkeit, da mir keine technischen Hilfsmittel (Zeichnungen) zur Verfügung standen.

Inzwischen wurden auch noch die elektrischen Verbindungen angebracht. Links die Überbrückung zwischen den Widerlagern; Rechts die Verbindung vom Brückenkopf zum klappbaren Brückenteil.

26.05.2014

Hier mal ein Bild, wozu diese Klappbrücke dient. Verschiedentlich wurde (in Foren) angezweifelt, dass der Durchlass gross genug sein könnte. 

Doch auch bei etwas fülligeren Typen sollte das von mir angedachte (und ausgeführte) Bauwerk absolut dem Zwecke dienlich sein.

(Selbstportrait mit Zeitauslöser)

 

Die Klappbrücke in geöffneter Stellung. Der bergseitige Gleisanschluss wird erst beim Einbau der Gleise fertiggestellt.

Die Klappbrücke im geschlossenen Zustand. Beide Brückenköpfe sind fix, die Anschlüsse passgenau. Da liegt der Haken! Ich sollte es langsam wissen, dass die Natur auch arbeitet. Es ist  Frühling geworden - und wärmer. Und schon klemmt es ! Ich habe zu genau gearbeitet, also musste ich noch etwas am Beton des Bergseitigen Widerlagers kratzen, damit die Längenausdehnung aufgefangen werden kann... Erledigt!

Es ist mal wieder einige Zeit ins Land gegangen - die Vegetation hat sich stark entwickelt. Es ist eben Vegetationszeit, da muss alles "erledigt" werden, bevor der 'harte' Sommer Einzug hält!

07.09.2014