Tunnel-Portale 3

Es gibt naturgemaess verschiedene Ausfuehrungen von Beschichtungen. Die Methode mit der Sandsteinmatte wird in den vorgehenden beiden Kapiteln beschrieben. 

In diesem Kapitel will ich einige Worte verlieren ueber die Gestaltung der Oberflaeche mit Fliesenkleber und Farbe. Gleichwertige Resultate in anderen Anwendungen, bzw. die Bilder davon kann man hier betrachten, oder auch hier.

Materialien und Baumethode

Das Grundmaterial ist wiederum das gut geeignete Styrodur. Auch diese Teile habe ich mit Dispersionsfarbe gegen die UV-Empfindlichkeit grundiert.

 

Die Beschichtung der Flaechen mit Fliesenkleber (Wasserfest fuer Aussen und Feuchtraeume)  erfolgt in einem "Guss" je Flaechenteil, damit es keine Brueche oder Uebergaenge gibt. Nach dem Auftrag, der etwa 1-1,5 mm betragen und 2mm nicht ueberschreiten soll, werden die Trennfugen gezogen. Als Erstes zeichnen wir den Bogen. Dies geschieht idealerweise mit einer selbstgebastelten Schablone, die eine etwa 2cm breite Oeffnung aufweist. Danach ziehen wir mit Hilfe eines Lineals und mittels einem Flach-Schraubenzieher die waagerechten Fugen. Zuletzt ritzen wir die Senkrechten, mit Lineal oder fuer etwas mutigere Bastler von Hand. Zu achten ist auf das Fugenbild, das relativ gleichmaessig sein sollte. Den so gestalteten Tunnelbogen lassen wir einge Stunden austrocknen. Jetzt zeigt sich, warum vorzugsweise eine etwas duennere Schicht Fliesenkleber aufgetragen werden soll.

Ist die grosse Flaeche gut getrocknet, so ziehen wir mit einem mittelgroben Stueck Sandpapier (Koernung 120-150) leicht und ohne grossen Druck ueber die Flaeche und beseitigen die ueberstehenden Aufwuerfe, die durch den Schraubenzieher entstanden sind. Danach kann der Bogen innen beschichtet werden. Gleich darauf ziehen wir die Fugen und ueberlassen das Ganze einem weiteren Trocknungsprozess. 

Ist der Innenbogen gut durchgetrocknet, so behandeln wir ihn ebenfalls mit dem Sandpapier. Jetzt beschichten wir die Aussenflaechen und gehen wie schon beschrieben vor. Die Fliesenklebermethode eignet sich besonders fuer kurze Einsaetze am Objekt, da zwischenzeitlich lange Trocknungszeiten (ideal ein Tag) gefordert werden. Je nach Klima kann die weitere Bearbeitung schon nach ein paar wenigen Stunden erfolgen. Das ist aber eine sehr individuelle Erfahrungssache.

Auf dieser Abbildung sieht man den Unterschied zwischen einer rohen Fassade und einer mit Sandpapier bearbeiteten Flaeche.

Fliesenkleber ist nicht stabil genug um ihn der Witterung auszusetzen. Er ist fuer "versteckte" Anwendung gedacht, so  auch entsprechender Fugenkleber. Fuer exponierte mechanische Einsaetze ist er nicht geeignet. Also muss man ihn schuetzen! Das tun wir mit Dispersionsfarbe.

Ich habe eine bestimmte Vorstellung wie das Gestein in etwa aussehen soll. Somit waehle ich die entsprechende Farbgebung.

Beispiele:

Granit, Gneis: Schwarz, Mittelgrau, Lindengruen

Kalkstein: Dunkelbraun, Sandgelb, Terracotta

Meine Entscheidung fiel auf Kalkstein. Die erste Schicht wird dunkelbraun. In die noch etwas feuchte Grundierung tupfe ich dezent Terracotta. Danach streife ich mit einem breiten Pinsel leicht mit Sandgelb ueber die Oberflaeche. So kann ich auch verschiedene Richtungen von Gesteinsstrukturen simulieren. Das Auge nimmt das im Gesamtbild mit!

 

Text: 10.05.2016; Bilder: 11.05.2016; 13.05.2016