Kesselwagen XH-1 SAR

Die TransNet (damals SAR) besass eine Reihe verschiedenster vierachsiger Kesselwagen mit der Bezeichnung X. Die Reihe XH wurde mehrmals umgebaut, sie erhielt nach dem letzten Umbau auch andere Drehgestelle (Bettendorf). Die Reihe XH-1 ist inzwischen ausrangiert. Aehnliche Wagen verkehren bei der TransNamib unter der Bezeichnung XPJ. Diese, die Version XH-1 Umbau und XPJ will ich im Modell nachbauen.

 

Das Bild zeigt einen XPJ der TransNamib.

Als Ausgangsmaterial dienten Billigprodukte aus China der Marke Newqida. Nur wenige Teile wurden wieder verwendet. Teile aber, die nur schlecht zu beschaffen sind oder in unzähligen Stunden selber hergestellt werden müssten.

 

Nach der Kanibalisierung der Fahrzeuge wurde erst der Kessel verlängert. Dies geschah durch ein PVC-Ablaufrohr mit 80mm Durchmesser. Dieses Rohr passt genau in die Endstücke der ursprünglichen Wagen. Nun ist aber der Durchmesser zu klein, also stülpte ich ein entsprechendes Rohr, das der Länge nach aufgeschnitten wurde, darüber - und es passte!

Das Prozedere wurde gleich vier Mal wiederholt!

Die Tankdome entstanden aus Abdeckkappen von Farbspray-Dosen, die entsprechend bearbeitet wurden. Die Tankdeckel wurden von den Newqida-Wagen weggeschnitten und angepasst. Der Tankdom ist mit einer Schraube am Tank festgemacht, die Tankdeckel wurden mit Sekundenkleber fixiert.

Der nächste Schritt bestand in der Konstruktion der Kesselauflage, die zugleich als Auflager auf die Drehgestelle dient und auch den Drehzapfen beinhaltet.

Als Erstes wurden die Reste von vorangehenden Bauten (Laserteile) anderer Wagen gesichtet und ausgeschieden, was nicht zur Wiederverwendung für dieses Projekt infrage kam. Danach ging es darum, ein Modell des Auflagers zu bauen, das dann in Serie gehen konnte.

Das sah nun schon mal ganz passabel aus! Nun musste ein Prototyp der Zug- und Stossvorrichtung her. In einer Nacht entstand der gesamte Unterbau mit Kupplung.

Ein paar kleine Anpassungen mussten noch gemacht werden, dann konnte der Prototyp provisorisch unter einen Kessel geschraubt werden.

Jetzt fehte noch die Sattelauflage. Alsbald war die Montage perfekt, ein Drehgestell eines anderen Wagens musste her - und flugs untergeschraubt. So sollte das mal aussehen! Ich bin zufrieden...

Einen Prototyp herstellen ist das Eine. Aber Serienreife erlangen und dann gleich vier Wagen, also acht Mal das Gleiche... Irgendwie wird das dann schon gehen, denke ich.

Und wie das geht! Eine kleine Zeichnung erstellen, Kopien erstellen und auf das Material (ABS) kleben. Schon ist die Vorlage für die Teile bereit. Ich habe mich für die "händische" Variante entschlossen, damit ich nicht auf die Teile warten muss beim Lasern. Zudem entfallen teure Zeichnungsarbeiten - ich komme mit dem "neuen" Programm immer noch nicht klar. Aber, wie sich herausstellte trage ich nicht allein die Schuld! Die Harddisk spinnt, muss mir eine neue „Kiste" anschaffen...

 

 

Und wie das Bild zeigt, war die Sache flugs ausgeschnitten. Allerdings ist der Zeitaufwand mit Messer und Lineal überproportional... Aber es war eine gute Übung!

 

Was jetzt folgte, war eine kleine Herausforderung, die aber mit Bravour gemeistert wurde.

Erstellt am 28.05.2013, ergaenzt am 04.06.2013 und 06.06.2013

 

Die Einzelkomponenten die unter den Tank montiert werden sollen, wurden hergestellt. Hier sieht man links die Vakuumtanks (sie sind allerdings zu lang, aber was soll's), dann die Aufnahme für die Bremsanlage wo auch das Handrad noch dran kommt und rechts die (kleinen, neueren Typen) Bremszylinder.

Nachfolgend die Teile einzeln: Bremszylinder und Bremsaufnahme.

Und so könnte das dereinst am Kessel aussehen:

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Anbauteile trotz sorgfältiger Verarbeitung und Handhabung leicht abbrechen oder sich lösen können. Deshalb habe ich dieses Mal die Halterungen und die Anbauteile selbst recht robust gebaut, ich denke im vertretbaren Masse.

Stand vom 09.06.2013

Ein prächtiger Tag lud zur Arbeit im Freien ein. Erst wurden alle vier Modelle komplettiert soweit die Teile vorhanden sind. Dann ging es das erste Mal auf die Strecke! Der Test war erfolgreich, also kann weiter gebaut werden. Noch fehlen die Vakuum- und Bremsleitungen, noch fehlen die Handräder zur Handbremse.

Als Handräder habe ich nach einem Fund in der Kurzwarenhandlung die Druckknöpfe mit der Grösse 12 in Plastik verwendet. Die Dinger haben einen Durchmesser von 21mm und passen genau! Langsam nimmt die Sache Gestalt an. Vor der Montage der Vakuumleitungen kann alles verklebt und grundiert werden...

Stand vom 12.06.2013

...wären da nicht noch die Aufstiegsleitern! Auf den Tanks sind Podeste angebracht, die mit separaten Leitern erklommen werden können. Aber erst, wenn die Leitern vorhanden sind! Also habe ich mir auf einem Holzbrettchen eine primitive Lehre aufgebaut, in welcher diese Leitern zusammengelötet werden können. Alsbald hatte ich die sieben noch benötigten Aufstiege fertig - einen hatte ich noch in der Bastelkiste gefunden.

Stand vom 13.06.2013

Die Kessel wurden nun verklebt. Bereits sind auch die Podeste an den Tankdomen entstanden. Sobald die Befestigung der Aufstiege gelöst ist, kann grundiert und lackiert werden.

Stand vom 16.06.2013

Die Podeste werden massiv ausgeführt. Es stehen keine Materialien zur Verfügung, die einigermassen an die Gitterkonstruktion heranreichen und somit nur noch störender wirken würden als die jetzt gewählte Ausführung.

Die Stossbalken sind umgebaut worden, denn im Verlauf der Montagearbeiten zeigte es sich, dass die von den Drehgestellen abgetrennten Kupplungen von Aristo weiter verwendet werden können! Sie sind mit den Kadee-Kupplungen kuppelbar (body mounted).

Also wurden alle Fronten angepasst, sie sehen seither etwas eleganter aus.

Inzwischen sind auch erste Rollversuche im Verband erfolgt. Die Tests fielen zur vollen Zufriedenheit aus, die Wagen verfügen über einwandfreie Fahreigenschaften!

Stand vom 23.06.2013

Bei der Sichtung des SAR Rollmaterialverzeichnisses habe ich heraus gefunden, dass es nur zwei XH-1 Umbauten gab. Ich wollte vier gleiche Wagen bauen! Daraus wurde nun nichts. Ich fand eine Typenzeichnung des XF-4, der als Prototyp gebaut wurde und behändigte also die Säge, um den Kessel auf das richtige Mass zu kürzen. Der vierte Wagen soll nun ein XPJ 16 der TransNamib werden, der baugleich ist wie die XH-1.

Anschliessend eine Übersicht:

Dazu noch ein Grössenvergleich: Unten der XF-4.

Typenskizze des XF-4

Tankcar: XF-4 (Typ Spoorbarber)
Transport: Phosphoric Acid / Fosforsuur
Capacity: 24570 Lt
Company: SASKOP-S / SAS-SAR
Wagon-No: 34-012052

Farbe: Silber

 

Tankcar: XH-1
Transport: Diesel
Capacity: 6730 galons (30000 Lt)
Company: SAS-SAR
Wagon-No: 182 501
Farbe: Hellgrau

Tankcar: XH-1
Transport: Diesel
Capacity: 6730 galons (30000Lt)
Company: SAS-SAR
Wagon-No: 182 502

Farbe: Hellgrau

Tankcar: XPJ 16
Transport: Petrol
Capacity: 6730 galons (30000Lt)
Company: TransNamib
Wagon-No: 88 801 063

Farbe: Silber