Kesselwagen XP-2 der SAR

Es kribbelte mir schon lange unter den Nägeln, einen Kesselwagen zu bauen. Vorbilder gibt es ja genug und als ich im Rollmaterialverzeichnis der SAR herumstöberte, fand ich auch gleich das passende Objekt.

Als Erstes erstellte ich eine massgerechte Typenskizze und legte die Grundkonstruktion des Untergestells fest.

Zum verwendeten Material und Vorgehensweise gilt die gleiche Vorgabe wie zum Vanderbilt Tender. Nur dass zu diesem Wagen die Drehgestelle von Aristo schon vorhanden sind.

Die Materialbeschaffung im Baumarkt für den Kessel war reiner Zufall. Das modellmässig korrekte Mass findet man nicht alle Tage.

Die Kesselböden wurden in einer sehr einfachen Lehre tiefgedrückt. Die Rundung modellierte ich mit Fimo. Die Form wurde im Backofen ausgehärtet. Die zugeschnittenen PVC-Rondellen wurden lose über die Lehre gelegt und mit Wärmeschutzhandschuhen von Hand eingedrückt.

Nachdem die Böden aufgeklebt worden sind, musste Spachtel aufgetragen werden, um Unebenheiten und Eindruckstellen auszugleichen. Es folgte die etwas fummelige Schleifarbeit.

Die Böden sind nun eingeschliffen und verputzt. Etwas knifflig war die Bestimmung der Mitte, damit der Dom aufgesetzt werden konnte. Auch die Ausmesserei der Position für die Laufstege war ebenfalls nicht  einfach, wenn nur zwei Hände zur Verfügung stehen. Es ist aber doch noch gelungen. Der Bauzustand zeigt die Schleifarbeiten am Dom. Noch muss nachgebessert werden, damit die Übergänge schön werden.

Ich habe es mit einem anderen Füllmaterial versucht, das viel schneller austrocknet und leichter zu schleifen ist. Hat geklappt!

Nach der nochmaligen Grundierung (man sieht die Fehler viel besser), habe ich den Tank mal auf die vorbereiteten Drehgestelle gesetzt. Noch muss das Untergestell gebaut werden!

Die Teile für das Untergestell sind eingetroffen. Nach dem Zusammensetzen sieht das doch schon ganz gut aus. Aber die Festigkeit ist nicht genügend, es müssen mehrere Stege eingebaut werden, damit das Untergestell etwas stabiler wird. Die Aufnahmen für die Drehgestelle sind schon angebracht und alles passt perfekt!

Die zusätzlichen Stege wurden eingebaut und das Untergestell konnte erst grundiert, dann schwarz matt gespritzt werden.

Eben hat die "Heirat" stattgefunden. Das Untergestell, und der Kessel wurden erstmals zusammengefügt. Es stellte sich heraus, dass das Material nicht sehr gut geeignet ist, da die erforderliche Steifigkeit fehlt. Mit einigen Tricks kann aber Abhilfe geschaffen werden. So wird das Untergestell recht steif, wenn man den aufgesetzten Kessel an eigentlich nicht dafür vorgesehenen Punkten verbindet. Ich habe mittig eine Schraube gesetzt, kaum sichtbar, aber effektiv.

Das 'leere' Untergestell erhielt nun seine Ein- und Aufbauten. Vakuumtanks und Vakuum-Bremszylinder sind hervorstehende Merkmale. Die Bremszylinder entstanden aus Arzneiflaschen-Deckeln, für die Bremszylinder hatte ich noch ein Stück dünnwandiges Alu-Rohr übrig. Die Brems- bzw. Vakuumleitungen entstanden aus Draht 2,5 Quadratmillimeter bzw. 4mm Litzendraht mit schwarzer Isolation.

Das Untergestell war nun so weit, den Kessel definitiv aufgesetzt zu bekommen. Danach konnten die Bandagen montiert werden. Dazu musste der Wagen erst mal Kopfstand üben. Die Lagerung auf den improvisierten Auflagen mittels Lappenrollen, ist erstaunlich stabil.

In der Seitenlage konnten die Beschriftungen angebracht werden.

Und das ist das fertige Modell!

Der fertiggestellte Kesselwagen durfte auch mal auf Probefahrt!

Eigenes Unterkapitel eröffnet am 06.05.2011

Beitrag beendet am 30. Mai 2011