Garratt Dampflok HG 3/3 + 3/3  1065

Eine simple Skizze in einem Modell-Eisenbahn-Heft gab den Anstoss diese Lok zu bauen. Es sollte nach 1921 für die Brünig-Linie der SBB eine Zahnrad-Garratt gebaut werden, damit die immer schwereren Güterzüge über den Berg gezogen werden könnten. Die frühe Elektrifizierung liessen die Vorbereitungen Geschichte sein. Mich hat das Projekt fasziniert, also bin ich zur Tat geschritten. Auf dem Markt erschienen die Zahnradloks der Ballenberg Bahn, es mussten zwei davon beschafft werden. Ziemlich unbelastet ging ich daran, die Loks zu kanibalisieren und daraus zwei unterschiedliche angetriebene Tender zu bauen. Dann musste der Kessel gedrechselt werden. Anbauten waren notwendig, damit die Gelenke ausserhalb der Getriebe zu liegen kamen, denn genau da wo die Drehpunkte sein sollten, waren die Schneckenantriebe! Diesen Kompromiss musste ich eingehen, deshalb wurde das Ungetüm auch 94 Zentimeter lang... Ich bin stolz, diese einzigartige Zahnrad-Garratt zu besitzen. Sie zieht alles weg, was man ihr anhängt, die Fahreigenschaften sind in engsten Kurven (unter Bedingungen gar R1) gleich gut wie auf steilen Geraden. Ihr Gewicht beträgt etwas mehr als 7 kg.

Nach einigen Jahren zuverlässigem Betrieb, hat es meine Garratt erwischt - sie brauchte eine Reparatur!

Jetzt ist Sommer. Zu heiss um draussen was an und mit der Gartenbahn zu machen. Somit ist die Arbeit drinnen im kühlen Kämmerlein angenehm. Reparaturen sind angesagt.
Habe mich endlich (die Ersatzteile sind schon lange eingetroffen), an die Reparatur meiner Garratt gemacht. Eines Tages stand diese still, die Motoren drehten munter weiter! Kontaktschwierigkeiten infolge Kabelbruchs war die Ursache. Da gab es halt den "stoss mich-zieh mich" Effekt, nachfolgende Blockade und eben, kaputte Schneckenräder.
Die Garratt besteht im wesentlichen aus zwei Brünig-Zahnraddampfloks. Die Getriebe-und Motorenaufnahme musste aufgeschraubt werden, der Motor musste raus. Dann hatte ich das Teil frei und das Kombizahnrad konnte ausgetauscht werden. Kein Problem? Es müssen da Kräfte herrschen, die es sogar bis zum Verbiegen der Zahnradwelle bringen... Eine der Wellen war verbogen, es war der grösste "Krampf", die wieder hin zu kriegen! - naja, so einigermassen.
Die beiden nachfolgenden Bilder zeigen den Vorher- Nachher-Effekt.

 

Repariert am 03.02.2012