VZ HGe 4/4 14 von Gi.Co.Model

Es ist weder ein hundertprozentiges Modell noch ein Eigenbau im klassischen Sinne. Der Erbauer ist Sergio Giordano aus Italien, der mir die Lok nach seinen Möglichkeiten baut. Unter seinem Hersteller-Synonym Gi.Co.Model baute er schon dutzende von Loks. Aus Ermangelung an  Zeit ist es mir nicht möglich dieses  Modell  selber zu  bauen,  so ist  mir sein Angebot gerade rechtzeitig unter gekommen. Auch ist die Lok nicht eigentlich meinem Sammlungsziel entsprechend. Sie ergänzt aber die vorhandene Sammlung, sozusagen als Abrundung.

Ausführung:

Was als Erstes ins Auge sticht, ist der fehlende Zahnradantrieb in den Drehgestellen. Es werden handelsübliche Drehgestelle von PIKO verbaut. Es wird sich bei Bedarf später sicher eine Lösung finden, einen Antrieb mit Zahnrad einzubauen.

Das Untergestell (Chassis) und der grobe Aufbau bestehen aus gelasertem Stahlblech. Die Nasen und diverse Anbau-teile sind 3D-Teile aus Kunststoff. Das Modell wird für den Einbau eines Akkuantriebs mit Fernsteuerung (wie bei mir inzwischen üblich) vorbereitet, die Lok kommt also nicht vollständig fertig bei mir an!

Der Baufortschritt wird von Sergio Giordano dokumentiert, die Aufnahmen stammen also alle von ihm. Schon bald nach Baubeginn, durfte ich erste Bilder empfangen! Sie zeigen den Lokkasten und das Chassis im Rohbau. 

Die zweite Serie der Bilder zeigt den weiteren Aufbau mit den 3D-Teilen der Nasen und das provisorische Dach.

Nach dem Zusammenbau der Komponenten konnte der Lokkasten zur Farbbehandlung übergeben werden. Nach dem Anbau der verschiedenen Gitter und Streifen, sieht das Teil schon ansprechend aus.

Bereits wurde der Führerstand aufgebaut. 02.06.2018

Es geht Schlag auf Schlag. Bereits sind die bisher fehlenden Drehgestellblenden mit den markanten Schienräumern gefertigt und angebracht! 06.06.2018

Jetzt geht es in die Endphase, es entstehen die Handläufe und die Dachleitungen.

Schlag auf Schlag gehts nun weiter mit der Fertigstellung! Handläufe und  Dachleitungen sind montiert. Noch fehlen die Aufstiege, die Fenster, die Apparatekasten sowie die Kupplungen. Aber das wird auch noch.  08.06.2018         äü       

Und schon sind die letzten fehlenden Teile auf der Fräse am Entstehen!

Nun ging es darum, die grosse Kupplung eines Grossserienherstellers anzubauen. So wie sie jetzt montiert ist, passt mir gar nicht. Glücklicherweise gibt es im Kleinserienbau Anbieter, die hier zu einer Lösung beitragen können!  Grundsätzlich brauche ich am beweglichen Drehgestell keinen zusätzlichen Ausschlag der Kupplung, da ich keine engen Radien auf meiner Anlage habe. Zudem muss der "Flaschenöffner" nicht in dieser Breite auftragen. Sobald die Lok bei mir ist, beseitige ich das Uebel und stelle dem Erbauer die Lösung zur Verfügung!

Der Zwischenraum von Lokkasten zum Untergestell ist nicht definitiv! Ist der Kasten erst mal mit dem Untergestell verbunden, gibt es diesen Abstand nicht mehr!  08.06.2018

Die Anbauteile die jetzt noch fehlen, werden später durch mich angebracht, dies ist mit dem Lieferanten so abgespro-chen.  Gar zwei Figuren darf ich noch entgegen nehmen.

Seit der Auftragserteilung sind nun sechs Wochen vergangen. Eine recht kurze Zeitspanne, es sind ja noch andere Kundenarbeiten zu bewältigen. Es scheint, dass die Lok demnächst zur Post gebracht wird (versprochen per 12.06.2018). Ich freue mich drauf!  08.06.2018

Kontrolle und Maengelverzeichnis

Die Lok ist nach drei Monaten Postweg (Zoll) und Schlendrian bei mir eingetroffen! Natürlich habe ich sie  zeitnah unter die Lupe genommen und doch einige Diskrepanzen, No-Goes und Verarbeitungsfehler gefunden. Es ist noch ein Probestück in dieser Art Modellbau von meinem italienischen Freund. Deshalb will ich die Änderungen machen und darüber auch an Sergio berichten, damit er lernen kann. ÄÖÜ  äöü

Als Erstes habe ich einen Massvergleich mit dem Original gemacht        
           
  Mass am Original 1:22,5 Ist-Mass Abweichung  
Gesamtlaenge uP 14100 626,67 647,5 20,83 3,3%
Gesamtbreite 2700 120 125 5,0 4,3%
Gesamthoehe 3235 143,78 160 16,22 11,3%
Mittelteil 4860 216 216 0.00  
Fuehrerstand 1360 58,67 61,5 2,83  
Vorbau 2430 108 110 2,0  
Chassis Gesamtbreite 2700 120 122,5 2,5  
Chassis Ueberstand 320 14,2 14,0 0,2  
Kasten Gesamthoehe 2052 91,2 102 10,8 12%
Kasten Gesamtlaenge 12360 549,34 558 8,66 1,6%
Hoehe Chassis 1183 52,58 58 5,42  
Chassis Gesamtlaenge 13000 577,78 586 8,22  
Drehzapfen-Abstand 6710 298 297,5 0,5  
Puffer Ueberhang 550 24,45 30,0 5,55  
Drehgestell Ueberhang 3695 164,2 175 10,8  
Drehgestell Laenge uP 6320 280,9 292 11,1  
Achsabstand 2010 89,34 100 10,66  
Drehzapfen/Chassis 3140 139,56 145 5,44  

Es sind einige Abweichungen zu bemängeln.  Der Grossteil ist aber nicht störend, einzig die Höhen sind etwas aus dem Ruder gelaufen. Das ist aber auch bedingt durch die Verwendung von Antrieben aus der Grossserie.

Die grundlegensten Fehler, die entdeckt wurden:

Dach

Die Striemen des Printers sind zu stark sichtbar. Diese Rippen schauen nicht gut aus. Mit Sandpapier und Füllmaterial kann hier Abhilfe geschaffen werden. 

Auch wenn der Dachvorsprung von unten nicht direkt eingesehen werden kann, sollte dieser mit Füllmaterial behandelt und geschliffen werden.

 

 

Body

Die Schlimmsten Fehler sind am Lokkasten zu sehen:

Die Stahlteile und die Teile aus dem 3D-Drucker passen nicht wirklich zusammen. Die Radien an den Ecken sind am Stahlteil zu eng!

Ein solch grosser Spalt in dieser Ansicht darf unter keinen Umständen auftreten! Alle die Leimspuren müssen nicht sein. Alle diese Spalten dürfen nicht sein! 

 

Die beiden Lüftungshutzen auf dem Vorbau sind zu hoch. Sie sind drei Millimeter tiefer zu setzen.

 

Die Öffnungen für die Lüftungsgitter müssen von der Rückseite her geschlossen werden, wie das am mittleren Teil des Kastens gemacht wurde. Zudem müssen die Lücken aufgefüllt werden!

 

Die Farbe ist nicht regelmässig aufgebracht worden. Es braucht mehr Farbe in dünnen Schichte (siehe auch Bilder 4 und 5).

 

Das Metall wurde vor dem Spritzen nicht genügend sauber gemacht. Es splittert Farbe ab. Die Farbspritzerei ist vielleicht die schwierigste Arbeit, deshalb muss das Augenmerk darauf gerichtet sein.

 

Die Frontfenster sind zu tief geraten (oder der Vorbau zu hoch).

 

Chassis                                                                              Der Sichtbare Spalt muss mit Spachtelmasse und Schleifarbeit verschlossen werden.         

 

 

Crehgestelle

Der Drehgestellrahmen ist gut detailliert, jedoch nicht fein genug. Speziell die Federpakete brauchen eine Veränderung die sind zu grob ausgefallen (besser Bild rechts) . Hier kann ich aber nichts zur Verbesserung unternehmen.

Kuenftig sollten die Sandbehälter geschliffen werden, damit die Fadenstruktur des Druckers nicht mehr so deutlich sichtbar ist. 

 

Das Schneepflug-Schild hat eine charakteristische Form und ist in einem Stück ausgebildet. Die Front schaut sehr viel besser aus, wenn der Pflugschild geschlossen ist. Eine schmalere Kupplung kann montiert werden, das sieht ebenfalls besser aus.

Die schmalere Kupplung ist erhältlich bei  mds.mueller.eu, unter “tuning”.  Der Name ist S-KuPLix.  

 

Foto aus dem Katalog mds mueller.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Änderungen und Verbesserungen

Lokkasten/Vorbauten

Als Erstes wurden die Vorbauten kanibalisiert. Alles was angebracht wurde, musste weg!

Dach

Die Dachuntersichten waren nicht akzeptabel. Diese wurden im ueberhaengenden Bereich angeschliffen, verspachtelt und geschlidffen. Nach dem Pinselauftrag der Silberfarbe, sieht das nun ganz annehmbar aus!

Die Dachaufbauten wurden in dem Zustand, wie sie vom Drucker ausgespuckt wurden, angebracht. Man sieht die starken Rippen, das soll so nicht sein!