Das Fahrwerk (Drehgestelle)

Endlich - ich habe schon so viel darüber von mir gegeben - habe ich die gelaserten Teile für die Drehgestelle des PanoGEX erhalten. Erst mal gibt es zwei Prototypen, die ich dann unter den Prototyp-Servicewagen montieren werde.

Es wird ganz langsam angegangen, denn es sind noch einige Problemchen zu lösen. Aber der Anfang zeigt doch schon mal, dass es mit meinem bald überfäl-ligen Projekt weiter geht...

 

Die Teile müssen gesichtet und entgratet (beidseitig plan geschliffen) werden. Danach erst mal der Zusammenbau mittels M3-Schrauben. Da zeigt es sich, dass diese Schraubenköpfe zu gross sind und andere Schrauben eingesetzt werden sollten. Aber sieht gut aus, so grosso-modo, denke ich mir mal...

Die Drehgestellblenden werden durch eine Waage verbunden.

Der Schichtenaufbau ist in dieser Aufnahme gut zu sehen. Dies ist die einfachs-te Aufbau, wenn keine Werkzeuge und Maschinen zur Verfügung stehen, jedoch gelaserte Teile erhältlich sind.

Die Waage sollte ursprünglich auf die beiden Seitenblenden verschraubt werden. Die Kaltverschweissung ergibt auf der recht grossen Fläche jedoch eine sehr starke Verbindung, sodass auf die Anbringung eines Gewindelochs und Eindre-hen einer Schraube verzichtet werden kann. Dies ergibt eine weitgehende Ver-einfachung und Zeitersparnis bei der Montage. 

In die vorgesehenen Aufnahmen in den Blenden werden Bronzebüchsen einge-presst. Dadurch wird das Ausschlagen der Lagerungen verhindert.

Die zwar sehr steifen, jedoch genügend flexiblen Blenden erlauben den Ein- und Ausbau der Achsen auch nach der Endmontage des Drehgestells.

Hier dargestellt ist das Drehgestell mit kugelgelagerten Achsen mit Stromab-nahme (LGB 67403 mit 31mm Durchmesser), entsprechend den Serien-drehgestellen.

Der Weg zum jetzt vorliegenden Resultat mit den neuen Schrauben, war recht stressig und abenteuerlich! Schlussendlich jedoch, gefällt mir diese Ausführung der Seitenblenden recht gut. Die ersten beiden Prototyp-Drehgestelle sind nun im Groben fertig.

Noch fehlen die Federattrappen und die Stossdämpfer! Obwohl Letztere unter dem fertigen Wagen kaum sichtbar sind und das Erscheinungsbild des Drehgestells wenig beeinflussen, will ich sie der Vollständigkeit wegen einbauen.

Wie schon erwähnt, fehlen ua. noch die Federn. Die Suche nach geeigneten Federn aus der Industrie schlug fehl, also bleibt nur Eigenbau. Ein isolierter Schraubenzieher war das geeignete Werkzeug um die Federattrappen zu wickeln.

Der eigentliche Werkstoff für solche Arbeiten wäre Federstahl. Wäre, denn auch diesen fand ich in den erforderlichen Abmessungen nicht. Doch ich fand einen anderen Werkstoff: Lötdraht! Lässt sich ohne grossen Kraftaufwand wickeln und behält seine Form nach dem Abtrennen.

Die oberen drei Kringel sind Ausschuss, die unteren beiden Federn sind geeignet zum Einbau.

Das Bild unterhaslb zeigt den Achslenker mit eingebauter "Feder". Diese wird durch Zyanid in Position gehalten. Achtung! Nicht alle Schnellkleber binden...

Endlich hat eine kleine Drehbank in meinen "Maschinenpark" Einzug gehalten. Die ersten Drehteile waren schnell gemacht und so präsentiert sich das Achslager mit Feder und Stossdämpfer!

Alles Attrappen natürlich!

Im Vordergrund ein Rohling eines "Stossdämpfers".

 

Baufortschritt am 03.07.2011

Die beschriebenen Teile sind nun montiert und zusätzlich erhielt das Drehgestell die Schlauchver-bindung für die Luftfederung. Mehr Details sind nicht notwendig, es soll ja ein robustes Teil sein.

Somit sind die Prototyp-Drehgestelle fertig. Die Serienfertigung (für meine eigenen Zwecke) kann nach der Anpassung bzw. nach geringer Änderung der Zeichnungen erfolgen.

Baufortschritt am 05.07.2011

Serienmodelle

Endlich geht es - und dies rasant - weiter. Die Serien-Drehgestelle sind in Fertigung!

Nachdem alle Teile mühsam aus den eher schlecht als recht gelaserten Platten ausgebrochen waren, musste alles beidseitig in mühsamer Arbeit geschliffen werden, damit die Gräte und Überstände entfernt werden konnten. Es gab  einige Fehlteile, die jedoch nachgefertigt werden konnten. Ebenfalls eine mühsame und vorallem zeitraubende Arbeit. Auch mussten Lagerbuchsen nachgefertigt werden, damit genügend Drehgestelle ausgerüstet werden können.

Die fertig geschliffenen und in den Konturen korrigierten Teile wurden in Baugruppen zusammengefügt (kaltgeschweisst).

Eine wirklich einfache, aber hilfreiche und genaue Montagelehre diente zum Zusammenbau der Komponenten „Drehgestellblende“ und „Waage“.

Baufortschritt am 22.01.2012

Die Federimitationen sowie die Stossdämpfer-Imitationen wurden angebracht. Das Primitiv-Werkzeug wurde zur erweiterten Nutzung zum Biegen der Luftleitungen ergänzt. - Und relativ rasch standen 23 Drehgestelle bereit: 20 aus der Serienfertigung, ein Prototyp aus dem Fräsversuch und zwei Prototypen für die Serienfertigung.

Jetzt fehlt also noch ein Drehgestell, das wird später nachgebaut, es fehlen lediglich noch zwei (2) Teile! Für die sechs Wagen des PanoGEX werden „nur“ zwölf Drehgestelle gebraucht, die anderen sind für ein weiteres Projekt vorgesehen.

Jetzt war also alles bereit um die Teile zu grundieren - ausser der Spritzanlage! Ich behändigte eine Kartonbox, schnippelte sie zurecht und los ging‘s!

Nach der Grundierung sah die Box dann schon etwas gebraucht aus... Zur Grundierung verwendete ich Spraydosen mit grauem Grund.

Baufortschritt vom 23.01.2012

Die definitive Farbgebung erreichte ich mit meiner Spritzanlage: Kleiner Kompressor und Luftpistole mit regelbarem Luft- und Farbdurchsatz.

In der Zwischenzeit konnten die Radscheiben gespritzt werden. Damit zu diesem Zwecke die Achse senkrecht aufgestellt werden konnten, setzte ich genau passende Arzneiflaschen-Deckel unter. Damit die Lauffläche und der Spurkranz nicht durch Farbe verunreinigt wurde, setzte ich einen passenden Ring auf.

Nach dem Trocknen konnten die RhB-typischen Radmarkierungen angebracht werden.

Die Endmontage der Drehgestelle war vergleichsweise eine leichte Übung... Die zwölf Drehgestelle für den PanoGEX sind nun fertig!

Die zuvor erwähnten weiteren zwölf Drehgestelle für ein anderes Projekt, sind ebenfalls in der Endfertigung. Damit ist dieses Teilprojekt mit gutem Resultat abgeschlossen!

Noch etwas zum Geld:

Dass ein Hobby auch was kostet, darf man als gegeben annehmen. Der finanzielle Aufwand für die Drehgestelle (ohne Achsen) erreichte den Betrag von ZAR 2804,00 (CHF 338,00). Es sind total 26 Drehgestelle gebaut worden, somit pro Drehgestell ZAR 107,85 oder etwa CHF 13,00/EUR 10,15.

Die Arbeitszeit darf natürlich nicht gerechnet werden – es ist ja ein Hobby!

Teilprojekt abgeschlossen am 27.01.2012