Weichen-Stellhebel

Um die Funktion der Weichen zu verbessern, will ich die Handweichen mit Weichen-Stellhebeln ausrüsten. Es gibt auf dem Markt einige verwendbare Vorrichtungen, richtig modellmässig genau, jedoch sind die sauteuer! Bei 26 Weichen kommt da eine Summe zusammen, für die ich lieber eine Lok baue, oder zwei. Was bleibt ist Eigenbau! Für dieses Vorhaben habe ich irgendwann in der Nacht eine Skizze erstellt, die nach "Kopfkino" so entstanden ist.

Die Funktion muss natürlich gewährleistet sein, zudem kann ich nur Materialien benutzen und verarbeiten, die ich auch beschaffen kann. Die Krux wird der Anpressdruck der Stellschiene sein. Das wird irgend eine Nachbesserung mit einer Feder beinhalten. Es wird sich zeigen.

Das Material der "Ausleger" besteht aus Aluminium-Winkel 10/10x1. Also einem gleichschenkligen Winkelprofil, mit Schenkellänge von 10 Millimetern. Die Dicke beträgt 1 Millimeter, dies ist weitaus stark genug!

Die Profile wurden paarweise mit dem Winkelschleifer mit Trennscheibe, abgelängt. Das war relativ einfach und man konnte recht genau arbeiten. Da das Material während dem Trennvorgang heiss wurde, schweissten die beiden Rohlinge leicht zusammen. Das war weiter nicht problematisch, sie liessen sich durch einen leichten Schlag trennen.

Danach wurden die kurzen Teile an den Enden soweit mit der Feile bearbeitet, dass sie im Bündel richtig zueinander zu liegen kamen. Ich spannte die Bündel in den Schraubstock ein und bearbeitete die Enden mit dem Winkelschleifer, so dass beide Schenkel einigermassen winklig wurden, die Teile die richtige Länge erhielten und alles zusammen passte.

Nach diesem "Rohprozess" wurden die Profile getrennt - sie packten wieder etwas zusammen - und die Enden sauber verputzt. Dazu benutzte ich eine Feile mit relativ grobem Kreuzschlag. Die Trennung, die Rohbearbeitung und Konditionierung waren so recht schnell erledigt und ich hatte 32 Winkel-Paare, also genug für 32 Stellvorrichtungen.

Nach der Fertigstellung der Winkel wurden sie noch kalibriert, dh. gemessen. Der Grossteil war genau in der Länge oder leicht darüber, ein kleiner Anteil hatte Untermass, welches sich im Maximum um 0,5 Millimeter bewegte. Also brauchbar 100 Prozent! Ein befriedigendes Resultat. Eigentlich brauche ich 26 Stellvorrichtungen. Ich rechnete mit Ausschuss! Das letztlich erreichte Resultat ist mehr als befriedigend. Jedoch kann beim Bohren immer noch ein Fehler unterlaufen.

Der nächste Vorgang war das Bohren der notwendigen Löcher. Erst werden die mit Durchmesser von 4 Millimetern gebohrt, da diese für die Funktion der Stellvorrichtung wesentlich sind. Es gab nun linke und rechte Winkel.

Nach dem ersten Durchgang kamen die Bohrungen mit 3 Millimeter  Durchmesser dran. Diese Löcher sind einerseits für die Befestigung mittels Schrauben an den Weichenschwellen vorgesehen. Sie bestimmen die "Flucht" der Vorrichtung. Andererseits ist das zweite Löcherpaar in der ungefähren Mitte der Profile, lediglich zur Distanzhaltung erforderlich. Da spielt eine kleine Abweichung von +/- 0,5 mm eigfentlich keine grosse Rolle.

Eine kleine Vorrichtung wurde dazu gebaut, die wiederum rationelles Arbeiten erlaubte.

Zwei Ausschnitte einer Marine-Platte wurden im Abstand von 1,1 Millimeter aufeinander geschraubt. Die Bohrungen mit Durchmesser 4,2 Millimeter sind unten angeordnet, hier zeige ich die obere Seite, wo die Bohrungen mit 3 Millimetern Durchmesser angebracht werden.

Damit die Positionen der Bohrungen gehalten werden können, habe ich drei kleine Kugellager mit Durchmesser 3/6x3 geopfert. Die Kugellager wurden mit Sekundenkleber fixiert. Da doch erhebliche Kräfte auftreten, welche die Klebung nicht übersteht, wurden die Lager mit kleinen Schrauben Durchmesser 2,8 Millimeter und 12 Millimeter Länge festgehalten. Somit sind die "Bohrbuchsen" fest und verrutschen nicht.

Der zu bohrende Winkel ist rechts angeschlagen, das Gegenstück wird dann links angeschlagen.

Die Bohrungen sind nun alle angebracht, es kann zur Vormontage geschritten werden.

Es gibt immer mal Abweichungen, deshalb wurden als Erstes  die Winkelprofile auf Parallelität geprüft und passende Winkel paarweise zusammen genommen.

Einfachheitshalber begann ich mit den Blindnieten, die dannzumal die Achse des Stellhebels halten werden.

Der Nächste Schritt zeigt das Zusammenfügen der Winkel im vorgesehenen Abstand, der mit dem Schwellenabstand der Weichen übereinstimmt.

Die Basis für den Stellhebel ist nun schon beinhe fertig. Der Abstandhalter unter den Winkeln wird erst nach der Montage des Stellhebels selbst, angeschraubt.

ÄÖÜ  äöü     erstellt am 26.08.2020