Gartenhaus

Winter 2004

Ursprünglich war die Aussenmauer, die das Grundstück gegen die Strasse auf der Südseite abschliesst, nicht gerade. Eine Einbuchtung wurde bei der Erstellung gemauert, damit ein Baum stehen bleiben konnte. Dieser Baum ist abgestorben und die Einbuchtung überflüssig.

Schon geraume Zeit vor dem Eingriff an der Mauer wurde ein sog. Kitchenbraai, eine Feuerstelle als zusätzliche Kochgelegenheit im Freien, infolge Einsturzgefahr entfernt. Den ehemaligen Standort kann man auf dem ersten Bild auf der rechten Seite noch gut sehen.

Dem Umbau der Mauer stand nichts mehr im Wege.

Sommer 2006

Planung ist (fast) alles und in Südafrika sowieso. Obwohl Planung relativ gehandhabt wird und sowieso alles anders abläuft als vorausgesagt, ist eine gewisse Vorbereitung wichtig. Ist der Unternehmer gefunden, muss das Material beschafft werden. Dies muss in der Regel der Bauherr tun, da der Unternehmer selten über Betriebskapital verfügt und demnach kein Material beschaffen kann.

Sind Steine, Sand und Zement erst mal vor Ort, wartet man meist auf den Contractor.

Doch ich hatte Glück, ein Kleinunternehmer nahm sich meinem Anliegen an und leistete gute Arbeit.

Die Mauer musste erst im Bereich der Einbuchtung entfernt werden. Nach einem Tag harter Arbeit war alles weg und bereit zum Aufbau der neuen Mauer. Am dritten Tag wurde das Mauerstück verputzt und die Dachziegel als Abschluss aufgesetzt.

Sommer 2007

Ein Besucher aus meinem Heimatland stellte sich als Arbeitskraft zur Verfügung und so beschloss ich, an der frei klaffenden Stelle beim alten Gartenhaus ein Fundament zu errichten. Eine Betonmischmaschine wurde angemietet und genügend Kiesmaterial und Zement beschafft. Danach gab es einen anstrengenden Tag, doch es lohnte sich: Das Fundament war gegossen! Es vergingen aber Jahre, bis hier ein neues Gebäude entstehen sollte. Es fehlte an Ideen, Material und Zeit.

Von einem Dachdeckergeschäft in der Nachbarschaft konnte ich einige Dachbleche bekommen. Aus dem Umbau bzw. Neubau meines Patio wurden noch brauchbare Holzbalken frei, seit dem Umbau des Hauses waren auch noch Reste von Dachrinnen und Ablaufrohren vorhanden. Ich begann Zeichnungen zu verfassen und schmiedete konkrete Pläne.

Krankheit und andere Umstände verhinderten jedoch eine schnelle Realisation, gut Ding will eben Weile haben...

Frühling 2011

Verschiedene Modellbau-Projekte an denen ich arbeitete, kamen nach und nach ins Stocken. Ich suchte nach einer Zwischenbeschäftigung und endlich erachtete ich es als gegeben, dass nun das eigentlich schon überfällige Gartenhaus errichtet werden sollte. Material für den Anfang war ja vorhanden, was für den Beginn noch fehlte wurde beschafft. So entstand über dem schon betagten Fundament ein 3,5 Meter langer Gebäudeteil.

Der Bau an sich war kein Hexenwerk, denn die Planung war umfassend. Erst wurden Wandhalter angebracht, die die Regenrinne entlang der Mauer sowie die Dachkonstruktion tragen sollten. Die Regenrinne wurde mittels Membrane und Latexfarbe abgedichtet, der Ablauf wurde durch die Mauer geführt. Die Vorderwand entstand als Verbundkonstruktion. Das Dach wurde mit Profilblechbahnen abgedeckt. Den Abschluss bildet ein Stirnbrett. Die Untersicht sowie die Fassade wurden mit Riementäfer verkleidet. Die Türen entstanden aus Profilen 38x38mm.

Auf der rechten Seite haust nun Willi, der Schäferhund und Wächter, daneben befindet sich der Gartengeräteraum.

Gleich anschliessend bestand ein etwas herunter gekommener Unterstand, früher eine Vogelvoliere welcher mal ein Dach verpasst wurde. Die ganze Sache war höchst einsturzgefährdet. Es war nun wirklich an der Zeit, das unschöne Ding abzureissen und an seiner Statt etwas Vorzeigbares hin zu stellen.

Langsam nahm das Gebäude Gestalt an. Für diesen Teil hatte ich keine genaueren Planunterlagen, es ergab sich so, wie es ist. Seit Jahren stand an der Wand eine Glasscheibe 135x200 cm gross. Diese Glasscheibe wollte ich als Fenster integrieren. Inzwischen ist aus dem Raum eine Werkstatt geworden, zur Entlastung der Garage. Im letzten Teil mit offener Front wird Brennholz für den Ofen (im Winter ist das Haus kalt) und Braaiholz Platz finden. Auch die Abfalltonne hat ihren Platz da drin.

Das ganze Gartenhaus wurde mit stromsparender Beleuchtung ausgestattet.

Das Gebäude misst 9 Meter an der Rückwand, 9,3m an der Front; breite 1,9m; Höhe 1,95m. Da etwa die Hälfte des Materials von anderen Baustellen und günstigen Gelegenheiten vorhanden war, kam das Ganze recht günstig zu stehen, etwa R7‘700 habe ich bis zum 24. Oktober 2011 ausgegeben.

Der Sommer war heiss, das Wetter für eine Farbbehandlung weniger günstig. So habe ich bis zum Winter gewartet bis andere Malerarbeiten angestanden sind, um die Fassade zu imprägnieren. Die Arbeiten wurden abgeschlossen am 06.07.2012. Gut' Ding will eben Weile haben...

Zusätzlicher Aufwand rund R400, Gesamtkosten demnach R8100 (CHF 800; EUR 640).

Nach zwei Jahren Gebrauch, im Oktober 2014, zeigt sich, dass die gewaehlte Konstruktionsart richtig war! Das Bauwerk erfuellt seinen Zweck, Schaeden sind bisher keine aufgetreten.
Die impraegnierte Fassade des Gartenhauses. Nach zwei Jahren Gebrauch, im Oktober 2014, zeigt sich, dass die gewaehlte Konstruktionsart richtig war! Das Bauwerk erfuellt seinen Zweck, Schaeden sind bisher keine aufgetreten.