Ein neues Dach aufs Haus

Die Dachfläche wurde durch ein Entlüftungsrohr der Drainage durchbrochen. Später kam ein Kaminrohr dazu, das nie richtig dicht war – trotz verschiedener Garantien. Langsam aber sicher wurde die Jagd nach undichten Stellen unüber-sichtlich und kostspielig. Die Ziegelfugen waren bald alle mit Silikon zu gepappt.

Irgendwann hatte ich genug von Reparaturen am alten Ziegeldach. Ich entschloss mich, eine Neukonstruktion erstellen zu lassen. Intensive Planung wurde betrieben, ich wollte vor unliebsamen Ueberraschungen geschützt sein!

Dem unbefriedigenden Umstand wurde im Februar 2008 der Garaus gemacht: Das gesamte Dach inklusive die Unter-konstruktion wurden ersetzt. Ein Blechdach eines alten Anbaus auf der Nordseite, wurde in das Dach - das nun höher wurde - integriert. Dadurch entstand ein Raum im Obergeschoss. Alle Dachdurchbrüche wurden eliminiert und es waren nur noch vier Dachflächen übrig (von ursprünglich sechs).

Im Bild ersichtlich die Dachträger-Typen und -Felder 1, 2 und 3. Der Bereich 3 ist das Dach der Garage und des Zwischentraktes. Das Dach auf der Garage sollte rund einen Meter höher werden als es beim alten Dach war. Ich war damit nicht einverstanden, doch die Unternehmer stellten sich quer, denn das was ich wolle sei nicht möglich. So setzte ich mich über das Wochenende an den Computer und konstruierte Dachträger die genau platziert werden konnten, ohne dass das Dach höher wurde und grosse Maueranpassungen gemacht werden mussten. Es ging! Siehe Skizze unten.

Kleiner Nebeneffekt: Reduzierung der Dachflä-chenunterbrüche.

 

Man wird hier verarscht, wo's nur geht! Jeder ist mal verarscht worden und muss nun den Nächsten verarschen. Leider Tatsache!

Die Stirn-Fassaden wurden etwas höher, die Westfassade musste gar richtig aufgebaut werden, weil sie um eine grosse Fläche mächtiger wurde. Dazu musste erst ein Unternehmer gefunden werden, der eigentlich vom Lieferanten der Trassen beigebracht werden sollte. So war es abgesprochen. Macht man einen Hinweis auf irgend was, heisst es grosspurig: "No Problem!". Wird es dann brenzlig, weiss niemand mehr was davon... Ich fand einen Bauunternehmer, der noch Arbeit brauchte. Also wurde Baumaterial herangekarrt. Vier Paletten Bricks wurden geliefert - man brauchte nur zwei. Begründung: Der Lieferant liefert nur minimal vier Paletten. Das war schlichtweg gelogen, aber das wusste ich damals noch nicht.

Es wurde also aufgemauert. Die Westfassade sollte ein Fenster bekommen - war so auf dem Fassadenplan eingezeich-net. Das Fenster hatte ich eingekauft und an die Wand gestellt. Es wurde also gemauert. Als ich gegen Abend die Baustelle inspizierte, stellte ich fest, dass das Fenster nicht ausgespart war. Ich machte den Vorarbeiter darauf aufmerk-sam. "Eh, welches Fenster?"  Man muss schon sehr beherrscht sein, in solchen Momenten nicht die Fassung zu verlieren! Am nächsten Tag wurde erst die Mauer wieder ein Stück abgetragen um dann das Fenster einzubauen.

Nach der Demontage des Baugerüstes waren die Fliesen des Podestes an der Westfassade gebrochen. Nicht alle, aber viele. Es war einfach Schicksal, es konnte niemand was für den Schaden.

Nach getaner Arbeit wurden die restlichen zwei Paletten Bricks abtransportiert. Nicht weit, nur bis zum naheliegenden Sportplatz. Dort wurde am Clubhaus ein Braai aufgebaut - mit meinen Bricks! Auf der Rechnung, die auf Platz beglichen werden musste, waren vier Paletten Bricks verrechnet! Aber da war es für eine Intervention schon zu spät. Beim Lieferanten der Bricks habe ich später mal wieder Bricks besorgt. Die hätten auch eine einzige Palette geliefert!

Bereits im Jahre 2005 wurde der Warmwasserbereiter abgehängt und beim Dachumbau entsorgt. Ein Solar-Geyser liefert seither kostengün-stig warmes Wasser. Die Anlage war nach vier Jahren amortisiert! 

 

Seit dem Dachumbau ist das Dach dicht. Weder Sturm noch Regen kann den Zementpfannen etwas anhaben. Jedoch bedarf es regelmässiger Kontrollen, da die Nahtstellen am Giebel unter den Temperaturschwankungen brechen können und sich hin und wieder mal ein Ziegel einer Ecke entledigt.

Der Ersatz der Betonziegel durch Kunststoffziegel aus Recycling-Material ist angedacht, jedoch erst nach der Lebenszeit des bestehenden Belages. Und das will noch etwas dauern!

Und dies ist die Ansicht mit dem fertigen Dach. Die Dachneigung wurde von 27 Grad auf 30 Grad erhöht. Die totale Dachfläche beträgt 191,2 Quadratmeter.

 

Den Abbruch des alten Daches bewerkstelligten 12 schwarze Arbeiter in drei Tagen. Dann rückten farbige Leute an, die die Dachträger aufstellten und verbanden. Dies dauerte insgesamt vier Tage. Danach hatte ich weisse Arbeiter auf dem Dach, die legten die Windverbände, die Unterdachfolien und die Lattung in drei Tagen. Die Dachziegel wurden wiederum von einer Gruppe schwarzer Arbeiter aufgebracht, ebenfalls in vier Tagen. Dazwischen bauten drei Maurer die Wände höher (Anpassungen wegen der steileren Dachflächen) und bauten die Westfassade auf. Erst ohne Fenster, dann ein zweites Mal, aber mit Fenster, so wie es auf dem Plan eingezeichnet war.

Leider sind die sehr aufschlussreichen und interessanten Bilder vom Umbau infolge eines Computerklaus verloren gegangen (Einbruch vom Dezember 2009).

Ich bin Nichtraucher. Habe mich über einen Vorarbeiter geärgert, der sich offensichtlich auf seinem Grund und Boden wähnte und seine Zigarettenstummel einfach in der Gegend herum schmiss. Ich verwarnte ihn und berichtete den Tatbestand seinem Arbeitgeber. Es gab noch andere Typen, die agierten wie auf einem Neubauareal. Die Folge waren Schäden an den Kulturen. Man nahm das ganz selbstverständlich in Kauf, obwohl ein kultivierter Garten vorhanden war. Solche Elemente wurden entfernt, als ich dem Unternehmer den Verweis vom Grundstück androhte.

Irgendwann hatte ich Genug von diesen Rabautzen. Ich liess eines Tages das Grundstück räumen. Die Dachabschlüsse an der Süd- und Nordfassade sowie die Regenrinnen und Untersichten habe ich in der Folge selber montiert. Auch die Malerarbeiten führte ich in Eigenregie aus.

Die Umbaumassnahme wurde in einer recht kurzen Zeit abgewick-elt. Im November 2007 wurden erste Offerten eingereicht und Ende Februar 2008 war der Spuk zu Ende.

 

Später, erst im Januar 2011, wurde die TV-Satelliten-Empfangsantenne am neuen Ort montiert (unsichtbar von der Strasse).

Erstellt am 04.12.2011 / Ergänzt am 06.12.2011