Küchen Neubau

 

Jetzt kommt die Küche dran - als letztes grosses Glied der Erneuerung meines Hauses. Um meine Ideen umsetzen zu können besuchte ich im August 2013 in Kapstadt die "Homemakers Fair", die lokale Messe für die Heimwerker. Das Angebot war sehr ausgedehnt, es fanden sich drei Küchenbauer. Mit einer der Firmen knüpfte ich Kontakt, ich besuchte gar den Showroom, doch alles verlief im Sand. Auch der Besuch und eingehendes Gespräch bei einem grösseren Anbieter ergab nichts, auch von da kam keine Offerte. Danach kontaktierte ich einen jungen Küchenbauer. Obwohl ich alle Unterlagen zusandte, erhielt ich keine Offerte. Ich stand vor der definitiven Aufgabe, denn 2013 sollte das nichts mehr werden!

 

Manchmal hat man auch Glück. Ich geriet an "Brammi", der mir zusicherte, mir noch im laufenden Jahr eine Küche zu bauen. Der Haken an der Geschichte: Ich musste selbst einiges liefern, wie Herausriss der alten Küche, Fliesenleger, Elektriker, Plumber und Ceiling. Ich machte mich ans Werk!

 

Dank Ralph und Anton ging der Abriss der alten Einrichtung schnell vonstatten. An diese beiden Freunde einen herzlichen Dank!

 

 

Und so soll sie ungefähr aussehen, die "Neue".

 

 

Handskizze von "Brammi".

 

Und so sah meine "Ersatzküche" aus!

 

Der Abwasch wurde draussen erledigt, zwischen Miststock und Eingang in den Garten.

 

Erstellt am 23.11.2013, ergaenzt am 27.11.2013

Die Montage des Rostes für die neuen Decke ist abgeschlossen, die Anker sind gesetzt.

Es musste jedoch nachgebessert werden und nun ist die Konstruktion etwas verstärkt. Jetzt hängt nichts mehr durch! Man muss halt manchmal Erfahrung sammeln. 

Die Elektriker waren da, versauten das ganze Haus mit Staub. Nun sind die Dosen gesetzt, wenn alles trocken ist kommen die Drähte rein. Auch wurden die frei bleibenden Wände verputzt.

Stand vom 30.11.2013

 

Die neue Decke musste als Erstes montiert werden. Aller Anfang ist schwer! Das erste Element musste eingepasst werden, war etwas knifflig. Die weiteren Elemente, jedes 60 cm breit und  so lang wie die Raumbreite, waren dann recht gut zu montieren. Jedoch hatte jede Paneele, aber wirklich jede, einen Ausschnitt für eine Lampenfassung oder den Dampfabzug drin. Also mussten alle Teile ausgeschnitten werden, was natürlich Zeit kostete. Aber es ist geschafft!

Eingebaut wurden ISOBoard von ISOFOAM SA. Drei Zentimeter dicke, recht leichte Boards aus extrudiertem Polystyren. Das ergibt auch gleichzeitig eine gute Isolierung.

Inzwischen konnte die Unterkonstruktion des Dampfabzugs fertiggestellt werden, davon habe ich leider kein Bild geschossen. Die Aufhängung der Dampfhaube ist nun fixiert, die Küchenmöbel können kommen!!

 

Stand vom 07.12.2013

 

Es beginnt zu harzen - der Elektriker hat mich das dritte Mal versetzt. Habe mich nach einem anderen Elektrofachmann umgesehen, der hat mir dringend benötigte Kabel gebracht und ein paar Instruktionen gegeben, so dass dann nichts verbaut ist, wenn die Küchenmöbel montiert sind. Einige Maurerarbeiten standen noch an über's Wochenende, ich bin - wie immer, bereit! Es ist nun Montag, der 9. Dezember 2013.

 

Am Dienstag, 10. Dezember 2013 wurden die Möbel eingebaut, am Abend begann der Fliesenleger mit seiner Arbeit am Boden. Zugleich will (endlich) auch der Elektriker antanzen, der wird Augen machen, wenn er nach ein paar wenigen Handgriffen gleich wieder abdampfen kann. Ich hab's nicht so gewollt, meine Planung steht schon lange! Und wenn sich einer nicht daran hält, muss er die Konsequenzen tragen - bis zum Rausschmiss!

 

Der Küchenbauer ist am Werk! Nachdem nun der massive Sockel gerichtet war, konnte die Einbringung der Möbel und die Montage beginnen! 

Die Möbel sind im Wesentlichen eingebaut. Noch fehlen die Beistösse und die Türen. Auch die Abdeckung muss noch ausgemessen werden. Aber man sieht schon mal wie es werden soll. Immerhin, bisher ist das mal geschafft!

Inzwischen sind die Elektriker kurz aufgetaucht und haben die Steckdosen angeschlossen. Auch William ist eingetroffen um die Fliesen zu legen. Wenigstens mal einen Teil. Endlich geht wieder etwas!

Stand vom 10.12.2013

Der Fliesenboden ist nun fertig und der Elektriker hat auch ein klein Wenig weiter gemacht. Abdul und Rahman haben die Abdeckung gebracht und eingebaut. Noch sind die Fronten nicht an den Möbeln, doch man sieht nun schon gut, wie das dann mal aussehen soll. Die Freude an diesem Teilerfolg kennt fast keine Grenzen! Dies ist nun der 23. Tag nach Projekteingabe!

 

Stand vom 12.12.2013

Ein paar Bilder zwischendurch: Die Elektrik ist fertig! Die Dosen am richtigen Fleck, das Licht installiert (noch ohne die Beleuchtung über den Arbeitsplatten*) und die Apparate angeschlossen.

*Im Nachhinein stellte ich fest, dass zwar die Installation gemacht wurde, aber einfach kein Anschluss war... Es fehlten die Nulleiter!

Stand vom 15.12.2013

Stand vom 15.12.2013

Es sieht  doch gleich freundlicher aus, wenn erst mal die Wände in Weiss erstrahlen. Über den hässlichen Elektrover-teiler wird noch was drüber gebaut. Ob dieser alte Zähler noch sein muss? Abgelesen wird von einem anderen Zähler, der Ausserhalb des Hauses zugänglich ist. 

Endlich sind die ersten Türchen montiert, die Schubladen eingesetzt.  Die Corniches (die hier üblichen Eckverkleidungen) sind eingebaut und die Fliesen sind alle verputzt. Noch muss auf die letzten Schranktüren gewartet werden, da scheint eine Produktionspanne eingetreten zu sein!

Stand vom 21.12.2013

Jetzt sind die Möbel fertig eingebaut - ein Türchen fehlt tatsächlich, muss nachgeliefert werden. Nur noch wenig fehlt, dann kann alles eingeräumt werden. Die Wandfliesen habe ich selber angebracht, ging so schneller! Nachgerichtet wird später, wenn sich alles gesenkt hat. 

 

Für einen Oberschrank, der auf der Höhe des Dampfabzugs, wurde eine ganz individuelle Lösung gefunden. Die Türen mussten geteilt werden, da sonst kein Öffnen möglich wäre. Dank der automatischen Schliessung - die Türen müssen nur angetippt werden - funktioniert das sehr gut!

 

Ist die Küche an sich fertig, sind noch Nacharbeiten zu erledigen! Der Rahmen der alten Eingangstür soll mit Aluminium-Profilen verkleidet und gestrichen werden; der Elektriker muss der Ofen richtig anschliessen, damit keine Kurze mehr auftritt und die Lämpchen über dem Arbeitstisch sollen auch leuchten, wenn man den Schalter kippt; die Geschirrspül-maschine soll ganz in die vorgesehene Nische zu stehen kommen, der Plumber muss dazu den Wasseranschluss verlängern. Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten - doch wir sind in Afrika!

 

 

Ein erster Nachtrag sei erlaubt, denn der neue Mikrowellen-ofen hat Platz genommen! So sieht die komische Lücke schon ganz anders aus.

 

 

Die Küche ist gereinigt und bezugsbereit. So langsam zeigen sich die verschiedenen Unzulänglichkeiten und afrikanischen Eigenheiten.

 

Die Apparateseite wurde mit einer LED-Leiste ausgerüstet. Im Gegensatz zu der vom Elektriker installierten (nicht funktionierenden) Arbeitsbeleuchtung auf der anderen Seite, ist meine Installation zuverlässig in Betrieb.

Eine nachträgliche Inspektion im Dach hat gezeigt, dass das Kabel nur eingelegt, jedoch nicht angeschlossen wurde!

 

Die Geschirrspülmaschine wurde einmal im Leerlauf in Betrieb genommen. Natürlich stand ich nicht die ganze Zeit daneben um den Funktionsablauf zu kontrollieren. Nach geraumer Zeit kontrollierte ich die Maschine und öffnete die Beschickungstür. Alles paletti, nass war es drin und sauber. Nun sollte der erste Ernstfall zelebriert werden. Alles ok, Wasser ein, Pumpe an - fertig. Neustart, gleiches Phänomen. Zufällig war gerade Ralph bei mir, der bemerkte, dass manchmal eine Scheibe am Ablaufstutzen eingeklemmt ist, um den Schlauch von eindringenden Schmutz zu schützen. Stutzen weg, nichts dergleichen. Aber der Blick in den Stutzen machte stutzig! Der wurde geschlossen geliefert, die Plumber vergassen, das Teil zu öffnen! Da muss der Chef her!

 

Jetzt funktioniert das Teil, dank der Aufmerksamkeit der sog. Laien.

Stand vom 26.12.2013

Wunder geschehen!

Heute, 31. Dezember 2013 (Silvester) ist wie zuvor angekündigt, der Servicemonteur von DEFY angetanzt gekommen. Zweck der Übung war, den Backofen zu kontrollieren, weil da eine Kurze aufgetreten ist. Zudem sollte die Fronttür gerichtet werden, da eine Ecke aufsteht.

Der Fixe Jung hat nicht lange herum gefackelt, nahm das Objekt in Betrieb, jedoch eine Kurze trat nicht auf. Aber der Ventilator für die Umluft stand still. Die Kontrolle ergab ein zu kurzes Kabel. Je nach Lage berührte das durchgescheuerte Ding den Rahmen und es gab eben einen Erdschluss. Also kann mein Elektriker dafür mal nichts... Die Reparatur dauerte nur wenige Minuten. Eventuell bekomme ich noch ne neue Tür, da diese verzogen ist. Aber ich kann schon mal backen!

Das bange Warten

Es dauerte und dauerte, viele Anrufe waren notwendig - doch dann klappte es endlich: Das letzte fehlende Türchen wurde geliefert und montiert! Ich beschreibe hier meine gebrauchten Ausdrücke nicht, das verbietet die Höflichkeit. Doch so was hatte ich noch nie erlebt. Am 3. Oktober 2014 (!) war die Küche endlich komplett (!!!) wenigstens von aussen sichtbar. Es fehlen immer noch Tablare und Einrichtungen. Aber die beschaffe ich mir jetzt selbst.

Vielleicht interessiert noch der Kostenaufwand? 

Für den Abbruch der alten Küche mussten inklusive Entsorgung R500 aufgewendet werden. Die Küchenmöbel wurden mit R51.025 berechnet. Die Decke kostete rund R3.525. Die Fliesen mit Arbeit kosteten R 2500. Die Aufwendungen für die elektrische Ausrüstung waren R 8.000, davon Beleuchtung R 2220. Der Sanitär verschlang 2.500. Die Apparate kosteten 20.000 und die Nebenkosten standen mit R2.200 zu Buche. Totaler Aufwand R 90.860 (CHF 8000/EUR6600).

Die einzelnen Beträge beinhalten auch Kleinmaterial, das nicht in den Nebenkosten enthalten ist. Transportkosten und Tips, nicht zuteilbare Aufwendungen, Telefonspesen, Reinigung und Kleinmaterial sind in den Nebenkosten enthalten.

Neben den Kosten fielen rund 60 Arbeitsstunden an, die durch mich und drei Helfer geleistet wurden (Abbruch, Decke, Wandfliesen, Malerbeiten), die natürlich nicht, oder nur teilweise (da wo was ausbezahlt wurde) aufgerechnet wurden.

Ein Wermutstropfen

Ein Dreivierteljahr nach der Inbetriebnahme der neuen Küche, also im Oktober 2014, bemühte ich mich um Kontakt zum Küchenbauer. Es traten erste Mängel auf. Schubladen-Auszüge gaben den Geist auf, ein Auszug liess sich nicht mehr schliessen ohne erheblichen Kraftaufwand. Die Schubladen sollten einreguliert werden, die lockeren Scharniere der Oberschrank-Türchen, sollten richtig verschraubt werden, usw. Alles kleine Garantiearbeiten, die mir auch zugesichert wurden. Ein Kontakt kam dann im Januar 2015 zustande. Leider wurden aus den Versprechungen nichts, lauter warme Luft. Ich warte heute noch auf eine Meldung. Es ist der 29. August 2015!

Die Auswechslung der Auszuege und Nachbesserungen sind dann von Ralph und mir ausgefuehrt worden.

 

Wie im Text erwaehnt, stierte der alte Elektrozaehler. Nach Ruecksprache mit der miunicipality konnte dieser entfernt werden. Nun blieb noch der haessliche Elektro-kasten. Die Loesung fand ich in einem umrahmten Tischset, das auf Gourmet und gutes Fleisch hinweist. Ein meiner Meinung nach passender Cover, der viel besser ausieht und auch was hergibt. Lowcost...

Oktober 2015

Demontage alte Küche: Ralph & Anton, Thornton; Makoko, Llanga - und ich

Küchenmöbel: Brammi, Gordon's Bay

Abdeckung: Tile 'n Stones, Abdul und Rahman, Rylands.

Elektro: Ben Brouers, Strand - und ein Wenig ich

Sanitär: 24seven, Somerset West

Bodenfliesen und Wandputz: William, Gordon's Bay

Deckenkonstruktion und Decke, Materialbeschaffung, Wandfliesen, Malerarbeiten, Kleinkram: ich selbst

Transporte: Joe, Somerset West - und ich

Design: von mir!

 

Beteiligte Nationen: Schweiz, Deutschland, Nigeria, Malawi, Südafrika

 

Fertig (vor Reinigung) am 23.12.2013/Abgeschlossen am 03.10.2014