Die verlorene Geldbörse

Am 20. Mai 2019 warich auf Einkaufstour. Ein Geschäft mit Bäckereizubehör und Gewürzen war als Erstes dran. An der Kasse zahlte ich mir der Kreditkarte und steckte diese und die Quittungen in die hintere Abteilung meiner Lederbörse. Ziemlich bepackt kam ich beim Auto an und verstaute die gekaufte Habe auf dem hinteren Sitz meines Triton. Die Geldbörse - daran mag ich mich nicht mehr erinnern, steckte ich wohl in die Jackentasche. Zwei Rechtsabbieger in kurzer Folge, eine Kombination links und wieder rechts, schon war ich bei der nächsten Firma, die heimgesucht werden sollte. Keine zweihundert Meter Weg, über eine stark befahrene Strasse im Industriegebiet.

Eintritt, Begrüssung, Auswahl, Gang zur Kasse - und ohhhh! Die Geldbörse war weg, steckte nicht in meiner Hose (normal), auch nicht in der Jacke (zufällig). Ok, komme gleich zurück, Geldbörse im Auto. Da war aber nichts! Ich zurück zum vorherigen Geschäft, da wusste man nichts, hat nichts gesehen. Wieder zurück zum Fleischhandel, die Strassenränder gut im Auge, man könnte ja eventuell etwas entdecken...

Ich kam in der Grossmetzgerei zum zweiten Mal an.  Der Geschäftsführer begleitete mich zum Triton und suchte zusammen mir mir den Inneraum meines Fahrzeuges ab. Ja, ich wurde fündig! - Ein Kugelschreiber...  Der Rest ist schwitzen, hadern, ärgern. Ich bekam meine ausgewählte Ware auf Kredit, man kannte mich ja.

Es war ein Montag. Ganz gewöhnlicher Montag. Meine Kollegen versammeln sich jeden Montag in einem Lokal zum Lunch. Ich fuhr hin, musste mich ablenken. Ein Bier war nach dem Bericht meines Missgeschicks schnell auf dem Tisch und alle wollten irgendwie helfen! Man reichte Geschich ten und Geschichtchen in der Runde herum. Noch hatte ich nicht die Hälfte meines gezapften Biers getrunken, klingelte mein Cellphone.

Eine Frauenstimme, Nummer unbekannt. Sie fragte nach meinem Namen - Hoffnung stieg auf! Die Carla hatte mein Portemonnaye und wollte sich mit mir treffen, in Gordon's Bay. Hurraaa!!! Ich fuhr also an den ausgemachten Ort, ein Einkaufszentrum. Ich stellte mich vor die Fensterfront an der Eingangspartie und wartete.

Zu was hat man ein Telefon in der Tasche? Ich rief also Carla an und berichtete ganz kurz, wo ich stehe. Zwei Minuten, bin gleich da, hörte ich zwischen dem Geplapper von Kindern. Und dann kam sie an. Kind auf dem Arm, Mama dabei, so richtig Familie und bodenständig. Ueberreichte mir meinen organisierten Lederbeutel mit der Bemerkung, dass dieser auf der Strasse lag und sie ihn deshalb gleich mitgenommen hatte. Sie fand eine Karte meines Arztes, rief dort an und erhielt meine Telefonnummer. Danach kam der Reigen ins tanzen. Nun hatte ich meinen Geldbeutel wieder!. Natürlich übergab ich ihr dann einen angemessenen Finderlohn und hüpfte beschwingt zum Triton, der mich dann wieder zu meinem Bier brachte. Uff-  das war knapp!

Möglich, dass ich die Valid in meine Jackentasche gestopft habe, die nicht so sehr tief ist. Beim Hineinhieven der Tasche ins Auto kann die Valid auf den Seitentritt am Bakkie gefallen sein. In der Kurvenkombination dann, ist sie wohl vom Trittbrett runter gefallen. Sonst wüsste ich nicht, wie das passiert sein sollte. Ich stecke seither die Geldbörse sehr bewusst wieder in die Hosentasche. Da ist sie sicher! Die Fleischwaren sind inzwischen auch bezahlt.