Reisetagebuch

Namibia 2013

20. April bis 12. Mai 2013

 

Zu einer Reise nach Namibia gehört zwangsläufig die Anfahrt. Ich habe mir zum Ziel gemacht, zwei bis drei Tage dafür vorzusehen und hin und wieder Ausflüge abseits der N7, der direkten Verbindung, zu unternehmen.

Dieser Trip wurde nach den Wünschen von Werner Windbergs aus Colorado/USA und meinen Bedürfnissen (die oft übereinstimmend waren) geplant.

 

20. April: Wir starteten also gemütlich Richtung Norden. Es sollte der Ort der sich kreuzenden Nebenbahnstrecke nach Bitterfontein und der neueren 50‘000Volt Kohlebahn, die Shinsen-Saldanha Linie, aufgesucht werden. Dieser Punkt liegt nach Lutzville, einer kleinen Stadt im Bereich der Westcoast, in einer weniger bekannten Weingegend. Wir waren um die Mittagszeit da, auf der Shinsen stand eine Gleisbearbeitungsmaschine, die auch im Einsatz war. Also waren mal keine Zuege zu erwarten, damit auch keine Bilder. Wir verpflegten uns „fliegend“ aus einer Fish&Chips-Bude in Lutzville. Es blieb noch genug Zeit für ein kurzes Nickerchen im Schatten, der will Werner sich einen Kran näher betrachtete. Der Bahnhof wurde auch inspiziert, und das was davon noch übrig war, abgelichtet. Ziel war es, in Vanrheinsdorp zu übernachten. Schon mal auf der Piste strebten wir jedoch nach Norden und absolvierten die erste Staubstrasse bis Nuwerus. In Bitterfontein war Tankstopp, ich war vorsichtig, da ich das Auto noch nicht so gut kannte und über den tatsächlichen Verbrauch nicht genau im Bilde war. Der Weg nach Springbok war schnell hinter uns gelegt, schneller als angedacht! Also übernachteten wir in der Springbok Lodge in neu renovierten Zimmern.

 

21. April: Gemütlich haben wir‘s auch am nächsten Tag genommen. Nach dem Frühstück sind wir Richtung Okiep und hinunter nach Nababeep gefahren, wo das Kupferbergbau-Museum besucht wurde. Karin war da, fast wie immer. Werner sah sich alles genau an und ich vertiefte meine Beobachtungen. Später nahmen wir einen „fliegenden“ Lunch zu uns und gelangten im Laufe des Nachmittags zum Grenzübergang. Da Prozedur war einfach, nahm halt einfach Zeit in Anspruch und in Namibia gingen die Uhren eine Stunde vor! Natürlich wurde aufgetankt, auch der Reservekanister, denn hier war das Benzin um Einiges billiger als in Südafrika. Bei der Tankstelle traf ich ein Ehepaar aus Luzern, das den ganzen Kontinent auf der Ostseite durchquert hat! Hier kaufte ich auch eine Namibia-SIM Card, damit das Cellphone wieder funktionierte. Well, wir steuerten das Noordoever Guesthouse an, das ich immer berücksichtige – aber es war ferienhalber geschlossen! Also mussten wir uns eine andere Unterkunft suchen. Vorgesehen war, via Rosh Pina nach Aus zu gelangen, also schlugen wir diesen Weg ein. Etwa 20 Kilometer weiter, befindet sich ein Luxus-Camp für Abenteurer und Kanufahrer, die Touren auf dem Oranje Rivier unternehmen. Heute nahmen sie da, in Felix Unite, auch Einzelpersonen auf. Das war unser Glück – denn sonst war weit und breit nichts! Dieser Ort ist fabelhaft und voller Luxus. Auch das Essen im Restaurant war gut! Wir bekamen jeder einen Bungalow unter Reed-Dach zugeteilt. Was für ein Feeling! Wir hatten uns nach dem Weg, der Strasse nach Rosh Pina erkundigt, weil hier nicht immer alles klappt – so war es auch jetzt! Von zwei weiteren Abenteurern erfuhren wir, dass die Strasse gesperrt, weil nicht mehr vorhanden war…

 

22. April: Der dritte Tag begann also mit der Planung einer neuen Route. Nun, ich kannte die Strasse und schlug den richtigen Weg ein. Über Aussenkehr Richtung Fish River Canon und übers Hochland auf der C31/C37 nach Holoog an der C12, und auf dieser nach Seeheim. Dort – es ist ja eigentlich nur der alte Bahnhof und das Hotel vorhanden – Gab's einen gemütlichen Mittagsrast. Die restlichen 180 Kilometer nach Aus waren schnell hinter uns. In Aus bezogen wir unsere Zimmer bei Karin Prinslo, ich raste da immer, wenn ich zur Namib hoch fahre. Weil noch eitel Sonnenschein herrschte und es erst späterer Nachmittag war, inspizierten wir die Baustellen von Aus nach Ausweiche. Von der Strasse aus kann man die Bahnstrecke recht gut einsehen, ein Abstecher entlang der Strecke war auch auf einem Abschnitt möglich. Wasserdurchlässe wurden vergrössert und der Bahndamm weitestgehend gesichert. Grosse Erdbewegungen sind im Gange. Hier ist die Trasse grösstenteils fertig und nur wenige Lücken in den Gleisen zeugen noch von der zerstörerischen Kraft des Wassers vom Unwetter im August 2010. Das Abendessen gab‘s im Hotel Bahnhof, beste Qualität!

 

23. April: Lüderitz stand auf dem Programm und natürlich interessierte der weitere Fortschritt an der Bahnlinie. Wenn weiterhin in diesem Tempo gearbeitet wird, steht der Eröffnung im nächsten Jahr nichts mehr im Wege. Dann hätte eine knapp 20-jährige Leidensgeschichte einen Abschluss. Man kann also hoffen! Im Bereich „Oil Sites“ (ex Buurenkamp) sind die Fundamente der Stationen für Betriebsstoffe und Containerterminal im Bau. Weiter dem Wasser entlang wurde eine lange Betonmauer errichtet, die den Bahndamm schützt. An der Stadtdurchfahrt, im Einschnitt hin zum Bahnhof, wird noch gearbeitet. Aber es sieht so aus, als dass die gesamte Strecke mit Schwellen bzw. ‘Tubular Tracks‘ ausgelegt ist und bereit steht zur Schienenauflage. Im Bahnhof Lüderitz wird die Bahnsteigkante betoniert und der Abgang zum Hafen wird durch Bagger ausgehoben. Die Wüstenstrecke ist, soweit einsehbar kurz vor der Fertigstellung und nur durch die Dünen liegen noch keine Schwellen. Hier soll zum Schutze vor dem Treibsand ein Tunnel im Tagebau errichtet werden. Ein Aufenthalt an der Waterfront und eine kurze Fahrt auf die Haifischinsel schlossen das Tagesprogramm ab. Der Rückweg auf der gut ausgebauten B4 war kurzweilig, da noch die Bautrupps der Bahnlinie beobachtet werden konnten. Das Abendessen genossen wir wiederum im Bahnhof Hotel in Aus. Es war warm genug um auf der Terrasse zu verweilen! Die zweite Übernachtung in Aus.

 

24. April: Ein langer Weg stad uns nun heute bevor. Windhoek war noch 680 Kilometer entfernt, jedoch hatten wir keine Eile, denn es waren keine Unterkünfte reserviert. Ein kurzer Abstecher zum Tankstop in Keetmannshoop war die einzige Abwechslung neben der B1. Aber wir kamen recht flott voran. Zum Mittag waren wir schon in Mariental. Es reichte also locker bis nach Windhoek. Da war die Ankunft am frühen Abend gerade richtig, ich fand das vorgesehene Gästehaus du es war noch Platz! Danach reichte es noch im Transportmuseum vorbei zu schauen, wo wir eine Verabredung mit dem Kurator hatten. Der Besuch war kurz, morgen war auch noch ein Tag! Ohne dass man Bei Joes Beerhouse war, war man nicht in Windhoek! Das Essen war wieder mal wunderbar. Und eine Wärme… Es ergab sich, dass sich noch einige Tourismusfachleute trafen. Konnte natürlich nicht abseits stehen. So lernt man Leute kennen! Es war noch früh als der Sandmann rief, war ja auch ein anstrengender Tag, wenigstens für mich als Fahrer.

 

25. April: Nach einem ausgiebigen Frühstück besuchten wir also nochmals Konrad im Museum und hatten intensive Gespräche. Um Mittag ging’s los Richtung Omitara, wo ich Beate Haak und Frank Puma in ihrem Farmstall überraschen wollte. Frank war im etwa zwei Kilometer entfernten Haus um einige Nachrichten abzusetzen, Beate war in Swakopmund, ihr altes Haus renovieren. Also fuhr ich mal in den Busch zu Frank, wo er auch angetroffen wurde. Dann begaben wir uns wieder zum Farmstall, um einen längeren Schwatz abzuhalten. Es reichte noch, sich etwas in der Stadt umzusehen und den Tank zu füllen, ehe Werners Wunsch nach „Spur“ erwachte. Ein kleiner Umtrunk beendete den Tag.

 

26. April: Frisch und ausgeruht kehrten wir nach dem Frühstück der Hauptstadt den Rücken und gelangten nach Okahandja, wo am Bahnhof gerade ein Güterzug ankam und noch rangierte. Später am Nachmittag erreichten wir Otjiwarongo, wo die ausgestellte Schalspurlok inspiziert und abgelichtet wurde. Es war immer noch nicht richtig Abend, also machten wir uns wieder gen Süden auf, wo wir alsbald Omaruru erreichten. Am Bahnhof stand der Unterkunftszug für die Bauarbeiter, die an der Wiederherstellung der Strecke hinunter nach Kranzberg beschäftigt sind. Im Central Hotel bekamen wir günstig und gediegen Unterkunft und Abendessen, das im Restaurant eingenommen wurde, die Mücken hätten uns draussen noch gefressen… Es war eine warme Nacht nach einem heissen Tag.

 

27. April: Eine herrliche Nacht ging auch mal zu Ende. Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg Richtung Karibib und Usakos. Auch einen Zwischenhalt in Kranzberg legten wir ein. In Usakos steht ja nicht mehr gerade viel, was auf die geschäftige Existenz zweier Schmalspurbahnen und später einer Dampflokmanufaktur hinweisen würde. Der monotone Weg hinunter an die Küste wurde durch einen kurzen Besuch in Arandis unterbrochen. Im Laufe des Nachmittags wurde Swakopmund erreicht, wo ein Aufenthalt von vier Nächten geplant war. In der Villa Wiese wurde uns ein grosses Zimmer zugewiesen. Swakopmund selbst ist schon eine Reise wert – so das Wetter mit spielt. Es gab hin und wieder Nebel. Der den Tag abkühlte. Am Nachmittag fuhren wir auf der Küstenstrasse nach Walvis Bay und nach einer kleinen „Kreuzfahrt“ durch die Strassen dann hinter den Dünen zurück nach Swakopmund. Das Abendessen genossen wir erstmalig im Deutschen Haus.

 

28. April: Man kann nicht immer in Museen und Bibliotheken herumsitzen, heute war Sonntag und deshalb alles geschlossen. Uns interessierte die Meerwasser-Entsalzungsanlage ausserhalb Wrotzlasbaken, also fuhren wir auf der gut präparierten Salzstrasse dahin. Leider war niemand der uns was erklären konnte/wollte, obwohl ja auch am Sonntag gearbeitet wurde. Aber auch so war der Ausflug etwas Besonderes. Denn ich steuerte die Mondlandschaft an, die sich in bestem Licht und mit viel Weitsicht präsentierte. Ich kannte das Phänomen schon, Werner jedoch konnte es kaum fassen, dass es solche Felsgebilde geben konnte. Danach versuchte ich die Welwitschias zu finden, was dann auch gelang. Auch das ist was Besonderes, die wohl älteste noch lebende Pflanze der Erde. Auf dem Rückweg besuchten wir (auch für mich war das das erste Mal) die Oase Guanikontes im Swakoptal. Da gab’s was Gutes auf den Tisch u d einen Schwatz mit dem Besitzer, Holger! Auf der Rückkehr nach Swakopmund wurde ein Halt beim „Martin Luther“-Museum eingelegt, dem rekonstruierten ersten Lokomobil, das anstatt den Wagenverkehr zu revolutionieren, im Sand versank. Eine traurige Angelegenheit im viel zu engen Schutzbau. Die Kassierin lag auf einer Matte, ihr Sohn rannte herum, aber das Eintrittsgeld nahm sie schnell entgegen, dafür erhob sie sich sogar von ihrem Lager, das sie gleich darauf wieder aufsuchte und die Besucher ignorierte… Egal, wir hatten einen schönen Tag verlebt und schlossen den Tag in Werners bevorzugtem Restaurant, dem Ocean Basket.

 

29. April: Werner vergrub sich in der Sam Cohen Bibliothek an der Sam Nujoma Strasse. Hier ist auch die Wissenschaftliche Gesellschaft Swakopmund zuhause. Gleich nebenan steht der alte restaurierte OTAVI-Bahnhof und das umgebaute Güterhaus. Gleise gibt es hier keine mehr. Zwei verschiedene Loren stehen einsam herum und das Fragment eines Kessels der ersten Illinge, dazu zwei Achsen liegen da. Ich widmete den Vormittag einem Besuch von Beate (die ich auf Farm Astra nicht angetroffen hatte). Das Wiedersehen war sehr schön und es wechselten einige Informationen und Erinnerungen hin und her. Im „Ocean Basket“ gab‘s ein reichliches Mittagmahl. Der Nachmittag wurde für die „Durchforstung“ der Stadt benötigt, man wollte ja sehen wo man war. Auch Souvenirs (T-Shirts für die Damen zuhause) wurden eingekauft. Nochmals fanden wir uns dann im Deutschen Haus im Namib Restaurant zum Abendbrot. Da ein Reifen am Mercedes Luft verlor, musste immer mal wieder Luft nachgefüllt werden.

 

30. April: Gleich nach dem Frühstück fuhr ich zur Reifenreparatur gleich ums Eck, derweil sich Werner mit der Ordnung seiner „Schätze“ – Bilderkopien, Plankopien und Beschriebe – von Illingen bzw. Zwillingen, der Standardlok der Staatsbahn, widmete. Danach fanden wir uns nochmals in der Bibliothek ein, um abschliessende Informationen und vorbereitete Kopien abzuholen. Auch einige Fotobände wurden noch durchforstet, ich interessierte mich dabei für die „Stadtbahnen“, Tramway- oder Feldbahnverbindungen verschiedener Städte in Namibia, über die kaum Literatur vorhanden ist. Mittagslunch war etwas Kleines im Brauhaus, wir waren vom Frühstück noch voll. Dafür gab’s dann am Abend bei Spur etwas Währschaftes.

 

1. Mai: Heute war wieder Reisetag, es zog etwas mehr Nebel über die Stadt, was den Abschied leicht machte. Ziel war es, über Windhoek hinaus, Richtung Rehobot oder gar Mariental zu gelangen. In Windhoek musste ich nochmals ins Klein Windhoek Gästehaus, mein Spezialkissen abholen, das ich eine Woche zuvor dort vergessen hatte. Trotzdem kamen wir sehr gut voran und ausser einem Tankstopp war keine Pause notwendig. Verpflegung wie in solchen Fällen üblich, fliegend. Bei Biltong als Hauptgang und Datteln zum Nachtisch, liess es sich doch gut leben… So reichte es in Begleitung der letzten Sonnenstrahlen bis nach Keetmannshoop! Das war eine maximale Tagesetappe! Ich fühlte mich gar nicht müde, doch nach einer kleinen Stadtrundfahrt und einem Besuch des Bahnhofs, steuerte ich die Beste der mir in diesem Kaff bekannten Unterkünfte an. Im „Birds Mansion Hotel“ logierten wir fürstlich (und wie immer günstig)! Abendessen im eigenen Restaurant war Ehrensache, Bedienung sehr aufmerk- und unterhaltsam. Am Nachmittag war der Staatspräsident noch Gast in diesen Räumen! Er musste die Arbeiter-Kampfrede zum „Tag der Arbeit“ halten…

 

2. Mai: Heute musste die Zeitvorgabe um eine Stunde verlängert werden. Wir wollten zurück nach Südafrika, wo uns neben dem zeitraubenden Grenzübergangs- Prozedere noch eine Stunde gestohlen wurde. Die Uhren Ticken eben nicht überall gleich! Die Fahrt nach Ariamsvlei, der Namibianischen Grenzstation, war interessant und abwechslungsreich an Farben und Gelände. Natürlich beschäftigten wir uns mit Papierkram, den die Namibier immer noch lieben. Dann war die Ausreise perfekt. Wir verliessen den im Bau befindlichen Kontrollposten, die Strasse führte nun durch rund 15 Kilometer „Niemandsland, denn erst in Nakop erreichten wir die Südafrikanischen Zollgebäude, die ebenfalls neu gebaut wurden. Hier war die Stimmung schon etwas sehr viel freundlicher als „drüben“ und die „Abfertigung“ war relativ schnell überstanden. Wiederum wurde fliegend verpflegt (auch wieder Biltong und Datteln, aber man kann davon überleben). Nun musste noch eine neue SIM-Card beschafft werden, denn ich hatte meine irgendwie unterwegs verloren. Also hielten wir in Upington, wo Bankgeschäfte und eben Vodacom besucht wurden. Neu ausgerüstet geb es die übliche Stadtrundfahrt und danach die Suche nach einer Unterkunft. Das war kein Problem und nach dem Eindunkeln ging jedoch die Suche nach einer Gaststätte los. Einzuges Lokal das wir fanden war Spur – nicht gerade mein Favorit…

 

3. Mai: Noch ein Reisetag! Frühstück bereiteten wir uns von der dargebotenen Auswahl zu. Wir schafften es wie vorgesehen bis Bloemfontein. Jedoch war das gar nicht selbstverständlich., denn es folgte Baustelle auf Baustelle! Die sind nicht eben kurz und die Wartezeiten entsprechend lang… Heute kein Biltong und keine Datteln! Wurst und Brot und Plätzchen, waren der Ersatz. Zudem fand sich schnell eine Bleibe, jedoch ich fand die Stadt nicht! War noch nie von Westen eingefahren, kannte die Strasse nur vom Osten. Irgendwann gewahrte ich, dass ich im Kreise herumfuhr, so war es dann auch. Jedenfalls gelang es mir, einen Komplex mit Restaurant anzusteuern. Bei Jimmy’s liessen wir uns nieder. Irgendwie fand ich dann auch wieder zur Unterkunft zurück!

 

4. Mai: Heute begann der Event auf Sandstone, also sollten wir rasch möglichst da eintreffen. Nun, Mammon und Werner hatten es anders im Sinn. Mammon war wiederum Baustelle an Baustelle, zwei Drittel des Weges bis Ladybrand war so abzustottern. Nerventötend! Aber erst mussten wir in die Stadt kommen – was dann auch gelang, irgendwie. Und ich fand die richtige Strasse! Petrusburg kannte ich schon, da lag eine Lok nach einem Zusammenstoss. Das musste doch inspiziert werden, was denn da noch war: Die Lok stand nun auf ihren Drehgestellen auf einem Abstellgleis. Immerhin, auch noch zwei weitere Loks in unterschiedlicher Bemalung standen da. Schnell waren wir wieder auf der Baustelle – eh, Strasse. So kamen wir nach Ficksburg, wo wir uns an einem Wurststand verpflegten und letzte Verpflichtungen erledigten, sowie mal wieder auftankten. Im Laufe des Nachmittags schafften wir’s gar nach Sandstone Estate, wo wir erst Schwierigkeiten hatten überhaupt ins Gelände hinein zu kommen, da wir keine Besuchskarten vorweisen konnten. Diese wurden wenige Tage vor dem Event per E-Mail zugestellt – aber bitte, wir waren schon zwei Wochen unterwegs! Auf der Besucherliste fand ich beide Namen und darauf konnten wir auch die Badges entgegennehmen und einfahren. Drinnen bei den Hauptgebäuden begrüsste uns Lyndie (die Gattin des BigBoss) spontan herzlich, wie alte Bekannte (wir kennen uns vom vergangenen Jahr). Werner hatte ein Zimmer in einem Nebengebäude zugewiesen bekommen (Spezialarrangement mit Wilf, dem Boss) und ich machte mich auf, mein Zelt aufzubauen und einzurichten, bevor es eindunkelte. Mein Zelt steht in drei Sekunden, ist nach fünf Minuten bezugsbereit (inklusive Matratze) und nach weiteren fünf Minuten eingerichtet gewesen! Viele bekannte Gesichter konnten begrüsst werden und die erste Mahlzeit auf Sandstone war der Hammer! Wenn das so weiter geht, nehme ich zu! Da muss sich was geändert haben im Unterschied zum letzten Anlass… War es in Namibia heiss, dann in Upington noch warm und in Bloemfontein recht kühl. Kam der Schock in dieser Nacht mit Minusgraden! Ich jedenfalls schlotterte die ganze Nacht vor Kälte und hatte keine Chance, mich zu wärmen. Ich war einfach nicht darauf vorbereitet.

 

Da die Reise noch weiter geht - wir musstan ja irgendwie noch nach Hause -  folgt die Fortsetzung unter dem Kapitel Südafrika "Stars of Sandstone 2013" .