Reisetagebuch 1. Woche                                                                                    

 

Tag 1, 26. Oktober 2015

Somerset West - Strandfontein. 406km, Sonne pur, warm

 

Montag, der Entschluss war gefasst, der Start sollte etwas gemütlich sein, deshalb wurden drei Tage für die Fahrt nach Namibia eingesetzt. Wir hatten es nicht eilig, die Strassen jedoch erstaunlich leer. Diverse kleine Umwege wurden eingebaut. Die Route war etwa via Stellenbosch, Kraaifontein, Kalbaskraal, nach Malmesbury, wo erst mal Tranksame und Fressalien aufgenommen wurden. Man wollte ja weder hungern noch dürsten unterwegs. Der Abstecher nach Darling ergab dann die erste Gravelroad-Holperfahrt in Richtung Moorreesburg. Die N7 war dann wieder asphaltiert, die neue Linienführung über den Piekenierspass erholsam, die Ausblicke in die Verlorenvlei und hinter der Passhöhe zum Olifantsrivier Valley grandios. Citrusdal huschte vorbei, dank wenig Verkehr war der Vorwärts-Schub beängstigend  schnell. Im Raume Clanwilliam muss die bestehende Strasse weichen, da die Damm-Erhöhung um 13 Meter, diese überspülen wird. Eine Gross-Baustelle oben am Hang mit Brückenschlag wird auf der alten Strasse mehr oder weniger umfahren. Dies war die einzige nennenswerte Baustelle, die dem eiligen Reisenden etwas Zeit kostet. Es haben es aber nicht alle eilig... In Klawer wurde die N7 verlassen um nach Lutzville zu gelangen.

Zwischen Vredendal und Lutzville kreuzt sich die alte Bahn-Strecke nach dem nördlich gelegenen Bitterfontein (Granit-Abbau) mit der Kohlebahn nach Sishen. Diese moderne Linie hat keine Gegensteigungen, was den Bau grandioser Brückenwerke erforderte, die gerade in dieser Gegend etwas vermehrt auftreten. 

Als die Sättigungsgrenze erreicht worden war, landete man in Strandfontein. Ein verschlafenes Nest an der Westküste, ein Feriendorf mit nur wenigen Dauerbewohnern. Schnell bekamen wir Unterkunft in einer ganz tollen Ferienwohnung!

Klarer Himmel, lauschige Wärme, eine pralle Sonne. Auf zu den Klippen um einige nette Bildchen zu schiessen. Dabei konnte ich meine neue Kamera so richtig austesten. Es entstanden gar ein paar brauchbare Aufnahmen!

Das einzige Restaurant war geschlossen, die nächste Verpflegungsstelle sollte in Doring Bay zu finden sein. Das Pech wollte es, dass gerade alle vier Restaurants oder Pubs an diesem Tage geschlossen waren. Es waren aber dank dem Einkauf in Malmesbury genügend Vorräte vorhanden, dass es für ein echtes Abendbrot ausreichte.

 

Rohtext eingestellt am 15.11.2015; Bilder und Text eingestellt am 17.11.2015

Tag 2, 27. Oktober 2015

Strandfontein - Springbok, 368km, Sonne pur, heiss

 

Die Tagesetappe versprach nicht all zu lange zu werden. Nach gemütlicher Sättigung durch ein deftiges Frühstück, wurde der Wagen gepackt und es konnte bei schönstem Sonnenschein wieder los gehen. Der Zeitvorrat  bot an, das Einerlei der N7 zu verlassen und die Bergpässe der Kamiesberge zu erkunden. Der unbefestigte Weg war erst komfortabel, wurde aber bei jedem Anstieg etwas rubbeliger, nach jeder Kehre etwas schmaler. Erst wurde der Studer's Pass in Angriff genommen, der bis 1400 mNN hinauf führte.

Einige Kilometer vor dem Kulminationspunkt und bei 45 Grad (Celsius!) stockte die Benzinzufuhr des Triton - und bei mir der Atem! Mit etwas Feingefühl gelange es, den schweren Wagen über die Passhöhe zu treiben. Dahinter lockte ein grünes Zwischental mit etwas weniger hohen Temperaturen. Doch kaum erholt, begann der Aufstieg zum Baylie's Pass. Wieder diese Unterbrüche in der Benzinzufuhr, doch weiter ging es, steil bergan. Bei ca. 1500 mNN beruhigte sich der Höhenmeter, es ging wieder abwärts. Die Mittagsverpflegung wurde "fliegend" eingenommen. Leider erlaubte der Stress auf diesem Teilstück keine Fotohalte, es war sicherer erst mal den Weg zurückzulegen. Aber eine Freude war das wirklich nicht. Wenigstens war genügend kühles Wasser an Bord.

Nach reichlich zwei Stunden stop-and-go wurde Gamoeb an der Hauptstrasse nach Springbok erreicht. Die trockene Wüste nahm nun überhand, die Berge entfernten sich. Das Gestotter beruhigte sich und der Triton erinnerte sich seiner Aufgabe. Relativ entspannt war dann die Einfahrt in Springbok. Die Kontrolle der Wasser- und Oelstände ergab keine negativen Befunde, alles im grünen Bereich. Benzin war noch genügend im Tank, der Verbrauch war jedoch etwas hoch...

Nach dem Bezug der Unterkunft im Ankerhius der Springbok Lodge, wurde erst mal retabliert. Nach einem netten Abendessen auf der Terrasse des Steakhouses war der lange Schlaf erholsam. Die Nacht war wenigstens kuehl.

 

 

 

'Tag 3, 28. Oktober 2015

Springbok - Noordoewer, 186km, Sonne pur, Sturm/heiss

 

Das Frühstück kam heute wieder aus den eigenen Ressourcen, es war genug vorhanden. Zudem hatte man genügend Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt. Da sich der Brenner am linken Scheinwerfer verabschiedet hatte, führte der Weg erst mal zum Autoelektriker auf der gegenüberliegenden Stadtseite. Der Triton bewegte sich, als sei nie was vorgefallen, also weiter - Natürlich zur Tankstelle. Dezentes Einfuellen des Treibstoffs, ist in Namibia billiger...

Die Abbaugebiete von Kupfererz und Zinn, hinterliessen als Abraumhalden und einigen weiteren oberirdischen Objekten ihre Spuren in der Gegend. Insbesondere der kleine Ort Okiep ist davon betroffen. Man versucht die Erinnerung an die glorreiche Vergangenheit zögerlich wachzurütteln und touristisch auszuschlachten. Der Ort hat sich entwickelt, sauber und farbenfroh. Hotel und Fassaden der Privathäuser sind herausgeputzt, das kann was werden.

Viel war nicht auszurichten, so ging es hinunter nach Nababeep. Der ehemalige Knotenpunkt der Okiep - Port Nolloth - Bahn, von welcher ausser ein paar kurzen Abschnitten des Bahndamms nichts mehr übrig geblieben ist. Im Minen-Museum von Nababeep ist jedoch noch ein Zug ausgestellt, sowie einige Gerätschaften und diverse Hunte, die an die Arbeit unter Tage erinnern. Im Museum selbst sind einige (leider teilweise zusammengefallenen) Modelle der Steiger und Stollen zu sehen. Das Hauptaugenmerk wird aber auf die mannigfaltigen Mineralien gelegt, die in Vitrinen ausgestellt sind. Im Nebengebäude dann, waren auch Gegenstande des Alltags aus Voortrekkerzeiten ausgestellt - und einige Bilder sowie Strecken-Pläne der Port Nolloth-Bahn. Es lohnt sich jedenfalls, das Museum zu besuchen! 

 

Die Hitze drückte. Ein schneller, wenig kulinarischer Lunch wurde aus dem zuvor eingekauften gemischt und im Schutze der klimatisierten Fahrerkabine eingenommen. Die abwechslungsreiche Strecke hinauf zur Staatsgrenze im Orange River Valley war relativ schnell durchfahren. Erst die etwas langweilige Steppenlandschaft bis nach Steinkopf. Danach die bergige Kahle mit interessanten Schichtformationen an den Hügeln und später dann der Abstieg ins Tal mit vielen Kurven, durch enge Schluchten. 

Das Orange River Valley öffnet sich unvermittelt, viel sattes Grün springt einem entgegen. Hier hat es Wasser und alles wird künstlich bewässert. Der Boden ist fruchtbar, jedoch nur auf einem schmalen Band. Vioolsdrif ist ein kleiner Ort mit Lodge, Arbeiterhäusern und einigen Farmen drumrum. Infolge der Grenzlage sind da natürlich auch Armee und Polizei mit Kasernen präsent.

Dominant am Ortseingang ist umstaendehalber die Zoll-Anlage. Die rundum erneuerte Einrichtung ist übersichtlich gestaltet. Die Beamten, seien es nun Einwanderungsbehörden, Zoll oder Polizei, waren durchwegs nett und hilfsbereit. Nach dem Halbmarathon durch die Gänge wurde am Ende des Prozederes noch eine visuelle Kontrolle des Gepäcks durchgeführt, dann konnte der Grenzfluss überquert werden. Namibia!

Etwa 1,5 Kilometer weiter dann die Immigration in Namibia. Die eher schlicht gehaltenen Anlagen waren in einer Baustelle versteckt. Jedoch das Personal war freundlicher als auch schon und alles klappte reibungslos. Da musste auch noch die Strassenbenutzungsgebühr entrichtet werden. Danach ging es flugs zur nächsten Tankstelle, der Sprit ist - wie schon früher bemerkt - in Namibia billiger als in Südafrika.

Wenige Meter nach der Tankstelle lag bereits unsere Unterkunft, die wir am späteren Nachmittag erreichten. Es war genügend Zeit um die Zimmer im Noordoewer Guesthouse bei Marais Van der Merwe zu beziehen. Leider waren beide Pools (noch) nicht zum Baden bereit, es fehlte am Wasser, das nicht so üppig sprudelt wie ehedem. Dafür reichte es, vor dem Abendessen, das in der neuen Lappa serviert wurde, das Zimmer in Besitz zu nehmen und die Beine auszustrecken. Das Guesthouse war mal eine ganz kleine Absteige, die stetig ausgebaut wurde. Der nächste und letzte Schritt ist eingeleitet, dann hat der Betrieb seine optimale Groesse erreicht. Um Gäste muss man nicht fürchten, denn alles ist pike fein und das Essen sehr empfehlenswert! 

 

 

Tag 4, 29. Oktober 2015

 Noordoewer- Aus, 576km, Sonne pur, warm

 

Herrlich geschlafen! Ein ausgiebiges Fruehstueck schloss an, das Auto geladen und ab die Post! Dem Oranje entlang auf noch geteerter Strasse, erreichten wir Aussenkehr. Dort im neuen Spar, den man inmitten von Shacks findet, wurden die Tagesreserven aufgestockt. Ab da dann Gravelroad in verschiedenster Ausführung. Erst musste aus den Reifen Luft abgelassen werden, dient dem Grip und der Sicherheit. Spitze Steine und Schrunden können dem Reifen nicht so arg mitspielen, wie das bei harten Reifen eher möglich wäre. Ohne Probleme konnte das Hochland erklommen werden. Geplant war ein kurzer Halt in Ai-Ais, also wurde der Fish River angesteuert. Ai-Ais ist eine Oase am Ende des Fish River Canyons, mit einem Mineralbad und 65 Grad heissen Quellen. Ein kurzer Rundgang musste genügen.

Nach der Runde im Resort, ging es zurück durch die Berge auf das Hochplateau. Infolge der Hitze und wasserlosen Steppenwüste waren absolut keine Tiere zu sichten! In anderen Jahren war das fast selbstverständlich, hier Hartmann-Zebras (Bergzebra) anzutreffen. Die Farben waren vorwiegend in Grau und Braun gehalten. In "guten" Jahren ist in dieser Weite eher Gelb und Pink in einem Grund von Grün anzutreffen.

Der nächste Tages-Höhepunkt war der Fishriver Canyon. In Hobas ist das Gate zur Zufahrt an den Rand der gigantischen Schlucht. Glücklicherweise wurde die Zufahrtstrasse gut ausgebaut, immerhin zehn Kilometer! Dort angekommen öffnete sich die Aussicht in die verschiedenen Kehren des Fish Rivers. Die grandiose Anlage die die Natur erschaffen hat, flimmerte in verschiedenen Farbvariationen. In der Tiefe konnten Reste des ehedem fliessenden Wassers ausgemacht werden. Immer wieder ein ergreifendes Erlebnis!

Ohne Eile ging es wieder zurück nach Hobas, dann nach Norden bis zur grossen Piste C12 bei Holoog. Diese Piste war durchgehend bis Seeheim ausgebaut, jedoch wird man heute bei Gawachab auf eine erneuerte Piste nach Juergen umgeleitet. In Seeheim wurde berichtet, dass die C12 auf dem letzten Teilstück nicht mehr unterhalten wird, und in einem bedauernswerten Zustand sei. Insbesondere die Übergangen am Fish River und am Swart River waren ehedem problematisch. Jedenfalls war die Rast in Seeheim aus Gewohnheit zwingend und erholsam. Ab hier wurde die B4 nach Aus gefahren, welche asphaltiert ist und keine Besonderheiten aufwies.

Irgendwas war anders, irgendwas schien auf uns zu zukommen. ORYXE! Die ersten Wildtiere auf unserer Fahrt!

Die ansonsten etwas langweilige Fahrt entlang der B4 via Goageb brachte keine neuen Erkenntnisse. So kam Aus dann gerade rechtzeitig vor den ersten Ermüdungserscheinungen in Sicht. Dort war zur Übernachtung bei Karin Prinsloo gebucht. Da sich hin und wieder die Symptome des stop-and-go am Triton gezeigt hatten, wurde Steve von der Namib-Garage bemüht. Vorläufig ohne Befund.

Nach dem Zimmerbezug wurden Vorbereitungen getroffen, im Bahnhof Hotel ein gepflegtes Abendessen einzunehmen, derweil ein Tisch dafür reserviert wurde. Das Essen war vorzüglich, danach die allgemeine Müdigkeit gross, so dass sich nach der Eingewöhnung in die neue Kuhle ein langer Schlaf anschloss.


Tag 5, 30. Oktober 2015

Aus - Lüderitz - Aus. 332km, windig/warm

 

Das heutige Ziel war Lüderitz. Deshalb wollte Steve erst mal vor dem ersten Start am Morgen, den Triton inspizieren um herauszufeinden ob denn was falsch war. Es war nichts falsch, also sollte wir in Lüderitz bei Udo vorbei fahren. Steve tippte auf verstopften Benzinfilter. 
Aus dem Kühlschrank wurde erst ein Frühstück zusammengestellt und genüsslich vertilgt. Tankstopp gleich gegenüber, Eis für die Kühltruhe gefasst und Wasser nachgefüllt. So konnte es getrost in die Wüste gehen. Rund 30 Kilometer nach Aus befindet sich eine Beobachtungsstelle, wo in kurzer Entfernung eine Wasserstelle für die Namib-Wildpferde eingerichtet ist. Also gleich dahin. Welche Überraschung! Die ersten Pferde wurden unmittelbar an dem überdachten Unterstand entdeckt. Keine Scheu, nichts schien sie zu vertreiben. Die Fluchtdistanz war lediglich zwei Meter! So etwas habe ich hier noch nie erlebt!

 

Die Wüste im Diamanten-Sperrgebiet beidseits der asphaltierten Strasse nach Westen zur Küste, zeigte sich in einheitlichen Tarnanzug. Grau-Gelb herrschte vor, kein grüner Halm. Bei Garub waren die Überreste der alten Trasse für die ehemaligen Wasserbahn, mit welcher man von einer Quelle Trinkwasser für die Bevölkerung von Kolmannskuppe und die Dampfloks heran karrte, sehr gut zu erkennen.

Die Geisterstadt Kolmannskuppe kann man seit wenigen Jahren frei, dh. ohne Führungszwang besuchen. Die Freiheit zwischen den Ruinen ehemals Deutscher Betriebsamkeit ist jedoch begrenzt. Sollte sich ein Tourist erdreisten irgendwas vom Boden aufzuheben, löst das eine gigantische Aktion aus, bei der neben Leibesvisitation in einer nahen Halle auch gleich das Fahrzeug auseinander genommen wird. So geil ist man immer noch auf Diamantensplitter... Kolmannskuppe zeigt in den erhaltenen Gebäuden einige Einblicke in das karge Leben von damals, eine Fotoausstellung dokumentiert das harte Leben im Sand. Längst ist der Glanz der Pionierszeit verblasst, die Geschichte jedoch lebt!

Der Triton erhält einen neuen Benzinfilter! Entsprechend der Empfehlung von Steve begaben wir uns unter die Fittiche von Udo. Dem begegnete ich unmittelbar vor seiner Firma, ein netter Zufall. Sogleich wurde alles vorgekehrt, die Ursache für mein beschriebenes Phänomen zu orten. Seine Diagnose: Benzifilter. Der war dann auch total verstopft. Inzwischen war noch Stadtbesichtigung angesagt und ein Mittagsmahl an der Waterfront. Später konnte der Wagen abgeholt werden, alles war nun paletti - vorläufig!

Dem nicht genug, erwischte die Windschutzscheibe noch einen Stein, ein sich stets weiter entwickelnder Riss war die Folge. Weiter nicht tragisch es betraf nur die auessere Schicht, die Innere blieb heil. Nur bei entsprechendem Sonneneinfall (der ja täglich eintraf) war es etwas lästig, denn es blendete.

Die Stadt Lüderitz, auch (neuerdings wieder) Lüderitzbucht genannt, ist ein langweiliger Flecken Erde, jedoch mit bewegter Vergangenheit. Ein ausgebauter Hafen, der bald wieder (?) mit der Bahnlinie erschlossen wird, eine moderne Waterfront, einige saubere Häuserzeilen, viel Wind und Langeweile. Hin und wieder kehrt etwas Leben ein, die Strassenküchen werden immer mehr, relativ viel Volk aller Couleurs in den Strassen. Lüderitz lebt - doch von was?

In der Agathebucht verbringen die "Buchter" oft ihre Wochenenden, so wie es die Vorfahren auch getan haben. Im Hinterland, bereits im Diamanten-Sperrgebiet, hat sich eine Lagune gebildet, die für die Flamingos Nahrung bietet. 

Auf dem Wege dort hin kommt man an der ausgedehnten Abwasser-Kläranlage vorbei. Seit Jahren ist da etwas undicht, jedenfalls entwickelte sich unterhalb eine satte grüne Weide, die von allerlei Wildgetier, vornehmlich Bokkies und Spiess-boecken, genutzt wird. Das war übrigens das einzige Grün, dass an diesem Tage gesichtet wurde!

Die Diaz-Bucht ist eine der von den Buchtern benutzte Badebucht, jedoch die windigste und unwirtlichste. Hier soll Bartholomeus Diaz 1688 das Diaz-Kreuz aufgestellt haben und den Ort Angra Pequena genannt haben. Es thront hoch über dem Wasser auf einem schwer zugänglichen Felsen. Der hölzerne Zugang ist zusammengebrochen. Ein Verein hat sich nun bereit erklärt, der Steg neu zu erstellen. Somit wäre ein weiteres touristisches Ziel wieder erreichbar.


 


Tag 6, 31. Oktober 2015

Aus - Weltevrede, 395km, Sonne pur, 35 Grad warm

 

Wieder war am Vorabend ein Ruckeln am Triton verspürt worden. Es wurde kaum beachtet. Mit frisch aufgefülltem Tank war der Spuk weg, es kehrte der Alltag ein. Nach dem Frühstück wurde den "Pferden" freier Lauf gewährt. Der Luftdruck der Reifen war den kommenden Pisten angepasst, es konnte nichts schief gehen. Wie immer, war die Fahrstrecke zu Beginn etwas eintönig, doch auf der Piste D707 um die Tirasberge herum, eröffnete sich eine ganz andere Landschaft. Die Roten Dünen waren stete Begleiter, mal etwas näher, mal etwas weiter. Einzelne Antilopen konnten ausgemacht werden, sonst nur Staub und Dürre. In Betta wurde kurze Rast gehalten um Getraenke in Form von kohlensäurehaltigem Wasser aufzunehmen.

Das private Namib Rand Reservat zeigte sich heute verstockt. Kein Schwanz liess sich entdecken - oder doch? Waren das Erdmaennchen? Nein, "nur" Mungos und spaeter noch ein Marder.  

Bereits am fruehen Nachmittag wurde Sesriem erreicht. Es bot sich an, den Sesriem Canyon, welcher das Tsauchab Rivier gegraben hat, aufzusuchen. Dort herrscht kaum Betrieb, denn viele Touristen wissen davon nichts und fahren einfach vorbei. Doch es hat sich was veraendert, der Naukluft Park wurde vergroessert, der Canyon ist nun auch integriert, somit das Gate direkt an der Piste C27! Eintritt bezahlen? Hier? Nee, das hatte ich bei meinen bisherigen Besuchen immer frei, warum soll das jetzt anders sein. Item, die Beamtin am Gate liess mit sich reden, somit huschten wir durch mit dem Versprechen, am morgigen Tag dann den Obulus zu den Vleis ordnungs gemaess zu entrichten.

Einfach faszinierend, was das nur wenige Tage im Jahr fliessende Wasser im Laufe der Jahrzehnte angerichtet hat! Zwei Dinge sind mir aufgefallen: Nur noch ganz wenige Tauben sind da, das war früher eine Plage. Im hinterstenTeil, wo sich die Wasserpfütze lange hält, muss geklettert werden, da ist eine Klippe eingestürzt. Gerüche (angenehm), Windzug (auch angenehm in der Hitze) und Klänge immer noch wie bekannt, so man sie überhaupt wahr nimmt. 

Das Tagesziel war die Farm Weltevrede, etwa eine halbe Stunde hinter Sesriem in Richtung Solitaire. Dieser Ort wurde gewaehlt, weil er weg vom allgemeinen Trubel der Touristenstroeme liegt, die Gepflogenheiten daselbst bekannt sind und die Preise stimmen.  Der Platz fuer die Zelte wurde zugewiesen, es gab keine weiteren Camper. Unter Baeumen zu rasten in denen hunderte von gefiederten Clowns herumturnen und ihre Toene von sich geben, war echt ein erfrischendes Erlebnis. Nach Sonnenuntergang war alles wie auf Kommando (switch off) ruhig. Gespenstisch ruhig. Nach dem Eindunkeln hoerte man die Stimmen der Wueste. Jaulende Schakale, mal ein Hundebellen aus dem Huettengewirr der Angestellten etwas weiter weg, mal ein Schrei eines aufgescheuchten Vogels.

Zwei Naechte wurde auf Weltevrede genaechtigt, die Verpflegung am Morgen und am Abend vorzueglich, die Bedienung nett und aufmerksam. Man fuehlte sich als gern gesehener Gast, alles so easy. Ich nehme es vorweg: Die zweite Nacht hatte es in sich. Der Sturm war etwas heftig...

Auf Farm Weltevrede: Viel Vogelfolk und herrliche Gegend! Ein Toktokkie und die Küchenbrigade.

 

 

Tag 7, 01. November 2015

Weltevrede - Sesriem/Sossusvlei - Weltevrede, 307km, Sonne pur, heiss

 

Ein ganzer Tag war eingerechnet zum Besuch der Dünen und der Vleis, Sossusvlei und Dead Vlei, in der Namib Naukluft hinter Sesriem. Die Anreise ist etwas lang, deshalb ging es noch bei Dunkelheit zum Frühstück und als die ersten Sonnenstrahlen über die Bergkämme lugten waren wir schon unterwegs. Zur Oeffnung des Gates am Park waren wir da, registrierten uns und holperten auf dem "geteerten" Zugang durch die Dünen. Die Farben und die Lichteinfälle sind auf den nachfolgenden Bildern kaum wiedergegeben, das aufzunehmen ist nur das Auge fähig. 

Die Sonne stach heftig, der Morgen war dem Tage gewichen, der Sand begann zu flimmern, als wir endlich am Ende des befestigten Weges ankamen. Unterwegs musste natürlich bei Düne 47 Rast gemacht werden um sich über die mutigen "Bergsteiger" zu wundern, die da traubenweise auf den Dünen herumlatschen.

Am ausgetrockneten Sossusvlei, den man nur ueber eine Tiefsandpiste erreicht, war wieder etwas Ruhe. Der Triton meisterte mit weichen Reifen alle Hindernisse, es ging alles gut. Das ausgetrockenete Vlei, welches durchschnittlich alle zehn Jahre mal Wasser sieht, wenn der Tsauchab bis dahin kommt und nicht eher versickert, war einfach eine flache Senke. Farblich ging alles ineinander ueber, die abgestorbenen Baeume unterbrachen das Einerlei. Die wenigen noch gruenen Baeume und Buesche zeugen von irgendwo vorhandenem Nass. Die Hitze wurde wirklich etwas heftig, auf den Besuch des Dead Vlei wurde diese Mal meinerseits verzichtet. 

In der festgezurrten Kuehltruhe auf der Ladeflaeche lagerten einige Weinflaschen. Der groesste Teil ueberlebte die Holperfahrt durch den Sand nicht. Lauter Scherben und eine nicht so reine Mischung dieverser "Weine" musste entleert werden. Doch das musste warten bis zur Unterkunft... 

Beim Ausfahren aus dem Gate dann der obligate Halt bei der Reception zur Begleichung der Fees. Gleichzeitig konnte das Permit fuer Welwitschiafield und Moon Landscape geloest werden Problemlos!

An der grossen Zapfstelle in Sesriem wurde noch getankt und die Vorraete fuer den folgenden Tag eingekauft.

Im Laufe des Nachmittags erreichten wir wieder Weltevrede. Es blieb Zeit zur Musse und eine Abkuehlung im Pool war "lebensrettend". Beigetragen zu diesem Umstand hat natuerlich auch ein Flaeschchen aus der Bar...

Die Situation mit unserem Transportpferd beruhigte sich, da bei Fuellstand des Tanks bis Dreiviertel leer, die bekannten Symptome nicht eintraten. Wurde es mal knapp, half Nachgiessen aus den mitgefuehrten Jerrycans. Damit kann man leben...