Reisetagebuch 2. Woche

Tag 8, 02. November 2015

 Weltevrede - Swakopmund,  313km, Sonne pur, heiss

 

Es war die zweite Nacht auf Weltevrede. Etwas schien anders zu sein, denn das Vogelgezwitscher war plötzlich verstummt. Keine Laute von Ferne, nichts! Diesem Umstand ging man nicht nach, wozu auch. Man war nach dem sehr guten Abendessen einfach nur faul, müde. Der folgende Tag sollte ja einige Kilometerchen umfassen.

Das was in der Luft lag, das lag tatsächlich an der Luft. Und die nahm Fahrt auf, mitten in der Nacht. Es gab Boen und Sturmangriffe, einer nach den anderen. Verstummte mal der Wind für Sekunden hob das Geheule unvermittelt wieder an, stärker als zuvor. Die Zelte hielten jedoch, nichts ging zu Bruch. Man muss so was doch auch mal erlebt haben! Der Rest der Nacht konnte dann noch zum Ruhen genutzt werden. Ob man geschlafen hat?

Der Tagesanbruch war längst vorbei als die Zelte geräumt, alles möglichst vom Sand befreit und im Auto verstaut wurde. Die Junge Farmersfrau meinte beim Abschied, es wäre eine raue Nacht gewesen.

Bald wurde Solitaire erreicht, es musste die Bäckerei besucht werden, die schon gut frequentiert wurde. Mit ergänztem Proviant konnte weiter gefahren werden, die Tankstelle wurde ausgelassen, nach erst so wenigen Kilometern war noch genügend Saft im Tank.

Stetig fast unmerklich ansteigend, erreichte die Piste eine Höhe von 1100 mNN! Die graue Dürre wich einem etwas gelblicheren Farbton - der Gaub Pass war erreicht. Der Gaub Rivier hat sich eine eigenen Canyon gegraben, dieser wird durch eine Brücke durchquert. Aber Wasser war nicht zu sehen. Bald schloss sich der Kuiseb Pass an.  Auch hier Brücken und Furten, es wurde ein kurze Rast eingelegt. Aus dem Nichts tauchten einige Antilopen im trockenen Rivier auf! Es war eine Familie Klippspringer!

Bald wurde der Gefällsbruch beim  "Kriess se rus" erreicht, es eroeffnete sich der erste Blick in die Karoo. Die sehr karge und etwas langweilige Fahrt Richtung Walvis Bay wurde nur durch einen Halt am Vogelfederberg unterbrochen.

In Walvis Bay wurde  der Weg zur Waterfront eingeschlagen wo ein paar Pelikane als Empfangskomitee herumstanden. 

Die neue Waterfront von Walvis Bay ist ein gelungener Mix von Souvenirläden und Lokalen, die auch lokale Kost anbieten. Die Himba-Frauen machen sich überall auf den Craft markets bemerkbar, meist wegen ihres ungewohnten Auftretens.


Tag 9, 03. November 2015

Swakopmund - Welwitschiafield - Swakopmund, 191km, Sonne pur, heiss

 

 

Die Welwitschia mirabilis gilt als eine der aeltesten noch existierenden Pflanzen. Die ganz rechts abgebildete soll um 1500 Jahre alt sein. Sie besteht aus jeweils nur zwei Blättern, die aus einem Blattkranz entspringen. Durch den Wind werden die Blätter geteilt und es entsteht der Eindruck von mehreren Blättern. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Das grösste Welwitschiafield findet man westlich von Swakopmund. die gesamte Ausdehnung der endemischen Pflanze beträgt etwa 50 auf 100 Kilometer. Es ist eine der seltensten Pflanzen - und entsprechend geschützt! Man darf nur mit Genehmigung in die Felder einfahren. Die hatten wir uns schon in Sesriem gesichert.

Swakopmund, geschichtsträchtige Stadt deutschen Ursprungs. Die Stadt hat ihren Hauch deutscher Architektur behauptet, die Strassennamen wurden jedoch geändert und "afrikanisiert". Trotzdem ist die Stadt sehenswert, gemütlich und gastfreundlich. An der Mole wurde nach einer lang anhaltenden Brache, endlich ein neues Hotel gebaut. Gleich drei neue Restaurants warten auf Gaeste. 

Tag 10, 04. November 2015

Swakopmund - Khorixas, 405km, Sonne pur, später leichte Wolkenbildung, heiss

 

Kleine und Grosse Spitzkoppe: Die beiden Granitgebilde ragen bis 1798 mNN in die Höhe, die Kleine erreicht immerhin 1584 mNN.  Bei der Anfahrt wundert man sich über diese aus der Ebene aufragende Formation.

Das Gebiet um die beiden Berge ist mit der Bildung des Spitzkoppe Park geschuetzt. Die neuesten Entwicklungen des jungen Ortes am Fusse, gelten der Geldbeschaffung. So sind neben dem hohen Eintrittspreis noch Führer zu engagieren, will man die interessantesten Gebilde der Erruption und die überaus sehenswerten Felsmalereien zu Gesicht bekommen.

Auf wiedersehen!

Tag 11, 05. November 2015

Khorixas - Etosha - Etosha South, 386km, Sonne pur, später "Schönwetterbewölkung", heiss

 

Rastlager Okaukuejo, hinter dem Anderson Gate. In diesen Tagen war die Station mit Rastlager, Registration und Geschäften sowie Tankstelle, infolge Stromausfalls und Wassermangels sozusagen nicht operativ. Die Notstromgruppe fiel aus, weil sie jahrelang nicht gewartet wurde. Afrika halt!

Etosha, ein Nationalpark mit der Ausdehnung von 22192 Quadrat-Kilometern! Der Nachmittag gehoerte der ersten Pirsch im Sueden des Parks. Diese "kleine" Rundfahrt zu den Wasserloechern schlug sich mit 200 Kilometern auf dem Tacho nieder... 

Das erste Wasserloch: Gemsbokvlakte (kuenstliche Versorgung). Schon der erste Kontakt mit den erhofften Tieren war ausgiebig. Es zeigten sich Springboecke, Impalas, Burchell's Zebras, Red Hartebieste (Kuhantilope) 

Das Wasserloch Olifantsbad war weniger ergiebig, doch entschaedigten die elegant "gekleideten" Kudu-Kuehe und die ebenfalls zahlreichen Impalas.

Wasserstelle mit natürlichen Quellen: Aus, mit Ohrengeiern und Gnus. Selbstverständlich durften die omnipräsenten Springböcke nicht fehlen.

Hier pflegte eine Elefantegruppe Sozialkontakte, da konnten auch die dazugekommenen alten Bullen nichts verderben.

Die erste gesichtete Giraffe! Das ist im Westteil, nördlich von Okaukuejo. Was verblüffte war, dass die Langhälse sich nicht an den noch ergrünten Büschen und Bäumen labten, sondern im Flachland anzutreffen waren. Dort kauten sie an grauen Büschen...

Die unendliche Weite des Etosha National Reserve

Die gezeigte Gruppe von Burchell's Zebras war die Erste. Danach folgten weitere mit hunderten von Tieren. Als die Strecke endlich frei schien, zogen riesige Herden von Springböcken dahin. Es ist nicht übertrieben die Zahl auf mehrere Tausende zu schätzen! Schon alleine die Anzahl der Tiere verblüfft und war ein einmaliges Erlebnis. Das war der erste Tag, nur der Nachmittag! Die Fülle der Eindrücke erschlagt einen fast...

Die Anfahrt zum Etosha South Campground war relativ kurz. Der Platz satt grün begrast, sauber. Leider war das Restaurant nur nach Anmeldung zugänglich und es wurde ein Einheitsmenue serviert, dies zu horrenden Preisen. So war denn ein deftiges Mass Bier das Höchste der Gefühle. "Verpflegung aus dem Rucksack" heisst es gelegentlich auf Wanderungen. Unser mitgebrachtes Fleisch musste bei der Kontrolle am Veterinärzaun abgegeben werden, die Autoreifen und Schuhsohlen wurden desinfiziert. Da der mitgeschleppte Vorrat an anderweitigen Fressalien noch teilweise vorhanden war, wurde daraus was Essbares gebastelt. 

In einiger Entfernung grasten im fast unwirklichen Grün einige Warthogs (Warzenschweine) und in der Dämmerung erwischte ich ein Damara Dik-Dik beim Knabbern an einem Strauch! Weil es grad so passt, zeige ich auch noch den vorbei streunenden Schabrackenschakal.

Tag 12, 06. November 2015

Etosha von West nach Ost - Tsumeb, 468km, Sonne pur, heiss

 

Der heutige Tag begann mit der Räumung des Zeltes, eine kurze Angelegenheit, denn jetzt war es bereits Routine. Das Frühstück aus den Ressourcen, es war ja alles da! Was doch alles in so einem Bakkie Platz findet - phänomenal! Die Anfahrt nach Okaukuejo kaum 30 Kilometer, dann begann die Pirsch. Um diese Zeit werden sich wohl die meisten Touris noch nicht einmal die Augen ausreiben, aber es war ein herrlicher Morgen! Es fing mit Vögeln an - sorry, es begann mit Bildern aus der gefiederten Artenvielfalt...

Da wären ein Raubadler (Tawny eagle), eine Riesentrappe (Kori bustard), ein gut getarnter Rennvogel (Courser) und ein Kaptriel (Spotted thick-knee), eine Gackeltrappe (Northern black korhaan) auf den Chip gebannt. Gefolgt von einem Waffenkiebiz (Blacksmith lapwing) und einem etwas dunkel geratenen Grautoko (African greyhornbill).

Nach so viel vogelkundlichen Ergüssen war wieder der Besuch eines Wasserlochs angesagt. Am Wasserloch Moringa bei Halali war etwas los!

Die nachfolgenden Bilder in diesem Block, die infolge kurzfristigem Ausfall der Stammkamera mit der Fuji geschossen wurden,  sind so zahlreich, dass eine strikte Auswahl getroffen werden musste. Sie sind auch nicht einer bestimmten Wasserstelle zuzuschreiben, das wäre etwas weit gegriffen. Toll war das Auftauchen der Tuepfelhyaene!


Es war wie ein Blitz aus heiterem Himmel - ich beobachtete die rechte Seite der Piste und suchte sie nach Wild ab, als von Links ein Kudu-Bock direkt vors Auto sprang. Wer mehr erschrocken ist bleibe dahingestellt, jedenfalls begegnete uns die kleine Herde Kudus wenig später auf dem Weg zum nächsten Wasserloch.

Nach langer, anstrengender Suche wurden sie doch noch gefunden: Da kamen sie daher, die Löwenmädchen. Leider blieben es die einzigen Katzen die gesichtet wurden, es war aber auch heiss! Da war es pures Glück (oder Zufall?) , diesen Tieren  in offenem Gelände zu begegnen.

Der Abschluss dieser Fülle von Tierbildern bildet eine  friedlich weidende Elefantendame. Trotz der Vielfalt der Sichtungen fehlt das Nashorn. Dazu fehlte das Glück, man war zur falschen Zeit am falschen Ort, oder so. Auch die Katzen machten sich rar, doch bei der herrschenden Hitze war das kein Wunder, da wurde wohl ein schattiges Plätzchen weitab vom Staub der Piste bevorzugt. Trotzdem eine überaus positive Bilanz, das wird unvergesslich bleiben!

Der Etosha National Park wurde durch das Von Lindquist Gate hinter Namutoni verlassen. Auch da das Prozedere mit der Desinfektion der Schuhsohlen und Autoreifen. Danach stand noch ein kurzer Besuch beim Lake Ojikoto an. Leider sind seit der Übernahme ( von privaten Händen in staatlich Obhut) sämtliche Tafeln und Bilder der Ausstellung verschwunden. Der angeschlossene Kleinzoo ist weg und die Anlage ist nicht mehr so gepflegt wie ehedem...

Nach kurzer Fahrt erreichten wir das Hotel in Tsumeb, wo wieder mal in einem richtigen Bett Erholung gesucht wurde. So ganz nebenbei ist zu erwähnen, dass das Minenhotel eine gute Küche führt. Das Abendmahl wurde auf der Terrasse eingenommen, in überaus angenehmer Umgebung.

Das Hotel liegt an einem uralten, doch gepflegten Park. Die Ruhe die den Komplex umgibt ist sehr erholsam. Wir residierten im hinteren Teil der Anlage, direkt am sehr einladenden, sauberen  Pool. Natürlich musste dieser gleich ausprobiert werden!

Tag 13, 07. November 2015

Tsumeb - Omaruru, 438km, Sonne pur, heiss

 

Nichts trieb uns zur Eile! Ein ausgiebiges Fruehstueck bildete die Grundlage, den heutigen Tag gut zu ueberstehen. Der Triton sollte uns erst nach Grootfontein tragen. Dort besuchten wir den Hobas Meteorit, 55 Tonnen schwer... Die Bildungs-Excursion der Schwestern eines Klosters in Grootfontein, war für die jungen Novizinnen wohl eine Lehre des Himmels, so verklärt wie sie daher kamen. Die resoluten Lehrerinnen in Schwesterntracht waren jedoch sehr zugänglich und sie  begrüssten uns herzlich! Der Besuch wird wohl dem "Zeichen des Himmels" gegolten haben als Anschauung was der Himmel schickt... Doch die wirkliche Geschichte interessiert wohl eher. Die kann man in Wiki entdecken.

Farbtupfer am Wege und Gurkenbaum in der ungepflegten, dreckigen Stadt Otavi. Das Kupfertal war unspektakulär, jedoch grasten viele Warthogs am Strassenrand.

Als die beste Wahl der ganzen Reise wurde das Central Hotel in Omaruru erkoren. Nicht weil die Zimmer etwa die beste Ausstattung hatten (kein TV, kein Kühlschrank), sondern weil der Pool sehr sauber und einladend war. Zudem die ganze Anlage sehr gepflegt ist und einfach alles sauber gehalten wird. Auch war das Personal sehr beflissen und nett. Das Gelieferte aus der Küche hervorragend! Die Main war Venison Gouliash, umwerfend gut!

Tag 14, 08. November 2015

Omaruru - Windhoek, 260km, bewoelkt, 42 Grad heiss

 

Eigentlich wollte ich wo anders uebernachten, aber da es dort nicht klappen wollte, habe ich bei diesem Angebot zugeschlagen. Das Urban Camp mitten in Windhoek und doch weg vom Trubel der Grossstadt, wird von einem Deutschen geführt.

Das originelle Camp verfügt über leere Dächer unter welchen Zelte aufgeschlagen werden können, voll ausgerüsteten fixen Zelten und überdachten Sitzplätzen die für Besucher mit Campern zugedacht sind. Es stehen zahlreiche Toiletten- und Duschepavillons zur Verfügung, auch ein Waschplatz ist vorhanden!

Die Reception ist an der Bar, welche klimatisiert ist und einige Sitzplätze auch für Abendessen anbietet. Die Küche ist überdurchschnittlich gut! Auch ein beheizter Pool fehlt nicht!

Dinner in Joe's Beerhouse muss sein! Ich war nicht richtig in Windhoek, wenn ich nicht im Joe's war! Das inzwischen staatliche Lokal, bietet mehr als nur Essen, es bietet eine besondere Ambiance. Man mag es, oder man mag es nicht. Geschmacksache eben, aber das Essen ist stets rustikal und gut! Und nur wenige Gehminuten vom Urban Camp entfernt...