Reisetagebuch 3. Woche                                                                     

Tag 15, 09. November 2015

Windhoek Stadt, 25km, Sonne pur, heiss

Windhoek, die Stadt. Die bekannten Sehenswürdigkeiten, ergänzt durch den "Coffiepot", das neue Nationalmuseum. Da wir die SWAPO in sozialistischer Manier verherrlicht; Muss man nicht haben. Das altehrwürdige und geschichtsträchtige Reiterdenkmal wurde entfernt, an seiner Stelle steht nun eine aus Korea stammende Plastik, die das Elend der ehemals beteiligten Bevölkerung darstellen soll. Neben den Coffiepot steht eine Tafel wo die Comrades aus allen südlichen Afrikaländern (SADC) konterfeit sind. Daneben die Statue des ersten schwarzen Staatspräsidenten Namibias, Sam Nujoma. Dieser Bronzeklotz stammt ebenfalls aus Korea, man hat wohl in Namibia keine Künstler, die etwas volksnaher gestalten könnten...

Die moderne City weist einige Hochhäuser auf. Die Stadt auf 1650 mNN entwickelt sich sehr schnell, die Aussenbezirke wie Katutura etwa, wachsen in Windeseile. Das Zentrum ist sehr geschaeftig, touristisch und steht keiner westlichen Stadt nach.

Die Postpassage, eine gigantische Einkaufsmeile. Vom Clocktower bis zu den verschiedenen angegliederten Malls an der ehemaligen Poststrasse, bieten Souvenir-Verkäufer ihre teilweise sehr schönen und preisgünstigen Waren an. Vergleiche lohnen sich, auch handeln ist angesagt!

 

Mehr war an diesem Tag nicht zu erreichen oder zu tun. Am Morgen war ein Besuch beim Kurator des TransNamib Museums auf dem Programm, das war ein angenehmer Besuch bei einem Freund.

Bei 42 Grad Celsius im Schatten mache ich schlapp. Wasser ist im Massen geflossen, der Schweiss auch. Ein richtig schoenes Eis bei Reith's wurde genossen. Der Rest des Tages wurde im Camp in Musse verbracht. Der Pool half bei der Abkühlung! Am Abend dann gab es Braaivleis.

Tag 16, 10.November 2015

Windhoek - Keetmanshoop, 536km, Sonne pur, heiss

Rund 500 Kilometer lauter Gegend, eine reine Verschiebungs-Etappe. Es gibt kaum etwas zu sehen, ausser Büschen und Sand. Erst bei Keetmanshoop lohnt es sich den Fahrweg B1 zu verlassen und einige Kilometer auf einer Sandpiste entlang zu stauben. Nach rund 17 Kilometern erreicht man den Köcherbaum-Wald, der aber nicht von innen angeschaut werden muss, man sieht von ausserhalb genau so viel. Fünf Kilometer weiter ist der Eingang zum Gullivers Playground zu finden. Auch hier muss man nicht extra einfahren, man sieht die interessanten Felsformationen (rundlich erodierte Steinbrocken) auch von der Piste aus. Bilder sind nicht entstanden, die habe ich schon jahrelang im Kasten (siehe vorhergehende Namibia-Berichte). Auch lud die herrschende HItze nicht ein, das klimatisierte Fahrzeug längere Zeit verlassen zu wollen...

Tag 17, 11.November 2015

Keetmanshoop - Augrabies - Keimoes, 598km, heiss

An diesem Tag sollte Namibia verlassen werden. Die Fahrt war sehr eintönig und ermüdend. Es gab nichts Sehenswertes ausser vielleicht das "White House", eine bekannte Herberge, die blitzend weiss aus der grauen Umgebung leuchtet. Grünau, hier musste in Richtung Upington abgebogen werden, etwa 500 Meter hinter der Tankstelle. Dann ein paar Hütten, der Bahnhof - und  vorbei war der Ort. Anschliessend wieder Ebene, Buschland, nichts...  Karasburg tauchte auf, ein etwas grösserer Ort mit Ladengeschäften und etwas Leben. Eine S-Kure und schon war wieder alles vorbei. Langsam erhoben sich zaghaft einige Bergzüge, sie kamen näher und näher. Bald musste die Strasse um Erhebungen geführt werden, die Umgebung wurde etwas interessanter um dann aber wieder der Ebene  zu weichen. Der Grenzort Ariamsvlei tauchte auf. Eine Tankstelle mit Shop und ein paar karge blechgedeckte Häuser, fertig. Hier ist die Entwicklung stehen geblieben, kein Hinweisschild, dass das die letzte Möglichkeit wäre günstig aufzutanken, kein Hinweis auf die Möglichkeit den Wasser- und Verpflegungsvorrat zu ergänzen. Einfach Müdigkeit, Hitze und Lethargie, Afrika eben...

In der Ferne, gleich hinter dem Ort tauchte bereits die karge, heruntergekommene Zollstation auf. Doch immerhin, die Klimaanlage funktionierte und die Beamtin hinterm Tresen sah nicht nur adrett aus, sie war gar freundlich! Die Prozedur mit dem Ausfüllen der Ausreisezettel (mit eigens mitgebrachtem Kugelschreiber, man hat nichts Solches vorrätig), dauerte natürlich, doch halb so schlimm, wir kamen bald weiter. Ganze 15 Kilometer weiter dann der Grenzzaun - oder was davon übrig geblieben ist. Wie ein Farmzaun mit Hinweisschild, durchlässig und im Leichtbau entstanden. Man braucht hier eben (noch) nicht mehr... Wenige hundert Meter danach die moderne, gepflegte Grenzstation von Südafrika. Auch hier Prozedere, jedoch in sehr angenehmem Ton und recht schnell. Stempel in den Pass, gute Wünsche zur Weiterfahrt.  Doch olla! Vor dem endgültigen Verlassen des Kontrollareals eine Visitation des Fahrzeuges mit langstieligen Augen ins Innere. Viel war aber durch die abgetönten Fenster nicht zu sehen. Sprüche, Gelächter hin und her, das war's dann und tschüss!. Wow, zurück im Land! Gleich schien es etwas grüner zu werden, das war aber keine Täuschung. Dank der abgedrehten Winde kommt öfter feuchte Luft vom Orange River herüber, das war der Grund.

Die Abzweigung nach Lutzputz war leicht zu finden, ab hier wieder Gravelroad. Aber an das waren der Wagen und die Passagiere ja schon gewohnt. Es folgte eine ach so ungepflegte Piste. Es schien aber eine bekannte und gut genutzte Abkürzung zu sein, gar Lastwagen kamen entgegen. Solange Verkehrszeichen aufgestellt sind, kann man nicht falsch sein.

Irgendwann - nicht gerade hier - erwischte die Frontscheibe des Triton einen Stein. rechts oben, Fahrerseite. Es bildete sich ein Riss, der sich dann mehr und mehr ausdehnte. Es war nur die aeussere Schicht betroffen, die Innere war noch ganz. Gestört hat das auch nur bei entsprechendem Sonneneinfall. Aber auf dieser Piste gab es noch einen Knall und mitten in der Scheibe war nun auch noch ein Ochsenauge entstanden.

Nach reichlich einer Stunde dann der Ort Kakamas. Von da war es ein wiederum einstündiger "Katzensprung" nach Augrabies.

 

Augrabies Falls, Augrabies Nature Reserve (South Africa) . Insgesamt stürzt das Wasser der Orange River 93 Meter tief. Jedoch in mehreren Stufen. Selbst im trockenen November ist genügend Wasser vorhanden, dem Fall ein gewisses Flair zu geben. Einige Buntechsen (flat lizzard) turnten an den Felsen herum.

Augrabies hat noch mehr zu bieten! Der Game Park beherbergt einige Tiere. Natürlich wäre es schön gewesen, noch einen Leopard zu sehen. Die Hitze forderte jedoch ihren Tribut, so wurde die Unterkunft in Keimoes angesteuert. Ein nettes Haus mit netten Zimmern und netten Betreibern erwartete uns. Dieses Nest hat nun nichts, aber auch gar nichts zu bieten. Selbst als nach einer Möglichkeit für ein Dinner nachgefragt wurde, nur Kopfschütteln. Es gab jedoch in der Nähe die De Werf Lodge mit Restaurant, das wir dann besuchten. Der Tag wurde nicht mehr alt, wir waren geschafft!

Tag 18, 12. November 2015

Keimoes - Calvinia, 391km, Sonne pur, heiss

Die Tochter des Hauses bereitete das Frühstück. Es war schon wieder warm, da war eher Wasser gefragt. Es war nicht schwierig, die entsprechende Ausfallstrasse zu finden, es gab nur eine einzige Kreuzung. Die fruchtbare Oranje-Ebene wurde gequert, die R27 schien dazu die richtige Wahl zu sein.  Es sind verschiedene Arme des Oranje, die hier mäandern, auch gelegentlich fliessende kleinere Flüsse gab es. Überall wo bewässert wird, wächst und gedeiht der Wein, die Trauben die zu Rosinen verarbeitet werden und hin und wieder mal Gemüse..    

Abrupt ist der Uebergang zur trockenen Karoo mit einzelnen Salzsenken. Andernorts sehr häufig, hier vereinzelt, beschlagnahmen Webervögel oder "Nachmieter" die Telegrafenmaste für ihre grossen Nestbauten. - Und mittendrin eine Bahnline! Wiederum die Kohlebahn von Saldana nach Sishen. Eine etwas langweilige Fahrstrecke zwischen Kenhardt und Calvinia, doch man muss es mal gesehen haben...

Calvinia, ein ehemaliges Schafzucht-Zentrum mit eigenem Gleisanschluss, trauert wohl vergangenen Zeiten nach! Nun ist Calvinia irgendwie verlorenes Gebiet, es scheint alles etwas schläfrig zu sein. Ein guter Boden um Exzentrikern ihre Ideen entfalten zu lassen, die dann gar in den Fremdenführern als Attraktion angepriesen werden. Auf das Bild des riesen grossen Briefkastens habe ich verzichtet. Eine veritable Dampflok in einem Privatgarten oder die Schrottsammlung als Kunstobjekt ist sicher genug.

Calvinia hat aber noch mehr zu zeigen. Unmittelbar am Ortsrand dehnt sich das Akkerendam Nature Reserve aus. Das Wasserreservoir der Stadt und Umgebung hat es nicht leicht, kann doch nur von einer Füllung von derzeit 51 Prozent ausgegangen werden. Auch da schlägt El Nino zu! Jedoch ist das Hinterland so was von interessant, was da an Blumen und Viechereien vorkommt ist einfach grandios.

Es hat vergleichsweise viele Übernachtungs-Möglichkeiten in Calvinia. Grund ist der Fremdenzustrom in der Saison, Calvinia liegt wohl entsprechend ideal um zu uebernachten. Neben unzähligen Self Caterern und B&B's sind noch zwei Hotels vorhanden. Zufälligerweise wurde wohl eines der gediegensten Gästehäuser geentert! Der Empfang im African Dawn B&B war herzlich, die Zimmer schön und sauber. Das Essen Lunch) hervorragend, das Frühstück reichlich und gut. Was will man mehr? Und die Ruhe! Die Anlage rundherum sehr gepflegt (der Sohn ist Gärtner), genügend ausgedehnt, dass noch etwas Abstand zu den Nachbarn bleibt. Ideal!

Abends hat man eine kleine Auswahl an Averpflegungssatetten. Fuer das Diner entschlossen wir uns, das "Blue Naartije" zu begluecken. Ich habe schon besser gegessen, die Lamb shanks zerfielen und man merkte, dass die etwas laenger schon in der Sosse lagen.

Tag 19, 13. November 2015

Calvinia - Somerset West, 546km, Sonne pur, kuehl

Ein Besuch beim astronomischen Observatorium von Südafrika stand heute auf dem Programm. Die Gegend um Sutherland ist deswegen weltweit bekannt. Lokal jedoch ist das Nest oft im Wetterbericht erwähnt, da hier neben Betlehem (Free State) die niedrigsten Temperaturen herrschen. Erst musste man mal nach Sutherland gelangen. Dazu wieder Gravel als Strassenbelag. Rund 15 Kilometer hinter dem Ort ein Gate, Zutritt nur für angemeldete Besucher. Nun waren wir schon mal da und vorgefahren - siehe da, das Gate ging auf. So wurde der Anstieg in Angriff genommen. Vor dem Verwaltungstrakt durfte der Triton ausruhen, derweil einige Bilder geknipst wurden. Danach gings wieder zurück. Auch da öffnete sich das Gate wie von Geisterhand - wir habens geschafft!

Da die Zufahrt zu den Observatorien mit Spezialfahrzeugen für empfindliche Instrumente gewährleistet sein muss, ist die Strasse (R354) durchgehend bis Matjiesfontein an der N1 asphaltiert. Schmal ist sie, doch recht abwechslungsreich. Die beiden Passübergänge Rooikloof und Verlatekloof  erheischen Aufmerksamkeit. Matjiesfontein selbst ist eine als historisch eingestufte Kleinsiedlung, die nette Gebäude aufweist.

Der Moloch N1; Wer da nicht mit rast, wird an den Rand gedrückt, sofern das zwischen den zahlreichen LKW nicht andersrum Praxis ist... Grüne Auen! Unvermittelt frühlings - der eben sommerhaft grün! Das ist das Hexriviertal. Den ersten Einblick in dieses fruchtbare Paradies wird einem auf der Höhe des oberen Tunnelportals der nahen Bahnlinie geboten. Der Abstieg am Hesrivier Pass ist für LKW's anspruchsvoll, mit dem PKW rauscht man dank moderner Fahrzeugtechnik einfach durch. Einige Kehren, eine ganz heisse Passage mit sehr ekliger Kurve, dann kann man die Pad weiter unten beobachten, der Kiste ihren Lauf lassen und schwupps findet man sich wieder hinter ein paar Lastern, die sich durch die Kloof nach De Doorns zwingen. Das Pferd riecht den Stall, also weiter! Vierspurig an Worchester vorbei, über die Ebene mit den drei Rivieren (Bree, Molenaars, Eelandspad) in die Wemmershoek Mountains. Es ist wahrlich angenehmer, die Passstrasse ueber den Du Toitskloof Pass zu fahren, als durch den stinkigen, 3,5 Kilometer langen Huguenot-Tunnel, wo der eingesparte Sprit unmittelbar an der Schranke in Rechnung gestellt wird (Toll Road).  Nach der Passhöhe öffnet sich der Blick über Paarl und die Paarlrocks, auch Paarl Perlen genannt. Suider Paarl dann bevorzuge ich den Weg über Cilie einzuschlagen  und via Helshoogte Pass nach Stellenbosch zu fahren. Von da aus ist es nur noch ein Katzensprung von rund einer halben Sunde bis nachhause.

Schluss mit Wärme und Hitze - das Kap erwartet uns mit kühlem Wind, was die Tagestemperaturen empfindlich sinken lässt. Der South-Easter bläst!

Der Triton ist gelaufen wie geoelt! Kein Stottern oder Zuckeln - auch nicht beim Leerfahren des Benzintanks. Nichts! Seither ist auch Ruhe, das Pahenomen ist verschwunden, fertig! Auch ist die Windschutzscheibe inzwischen ersetzt worden. Ein Service steht an.


The end!