Die Suppenküche der QWCF

Seit ein paar Jahren unterstütze ich eine kleine private Stiftung, die eine Suppenküche betreibt. Die Familie Welman in Mitchell’s Plain führt eine Idee weiter, die ihr leider einem Verbrechen erlegenen Sohn Quinton, eingeführt hat. Die Quinton Welman Community Foundation (QWCF*) ist eine registrierte Non Profit (NPO*) und Non Government (NGO*) Gesellschaft. Sie muss keine Abgaben und Steuern leisten. Sie ist eine rein familiäre Angelegenheit, ist also unabhängig.

 

* Die entsprechenden Zertifikate sind vorhanden, sie muessen alle paar Jahre erneuert werden, was Anfangs 2020 auch wieder geschehen ist.

Alle nicht speziell gekennzeichneten Bilder stammen von Stanford Welman, QWCF

Die Vergangenheit

 

Es bestand ein Verein in Deutschland (Sitz in Bayern), der gesammeltes Geld der Stiftung überwiesen hat. Wie alles in Deutschland muss minutiös belegt werden, was für Ausgaben getätigt wurden. Die Listen führte ich, betreute auch den Zettelsalat, der sich monatlich angesammelt hat.

 

Eine Sprachschule, bei der Stanford Welman als Fahrer gearbeitet hat, schrieb jeweils bei den Studenten Suppenküchenbesuche als Events aus. Mit einem Teil des einbezahlten Geldes wurde die QWCF unterstützt. Leider sind diese Events nicht mehr im Aktivitätsprogramm der Sprachinstitution.

Aus nicht nachvollziehbaren Gründen, hat sich der in Deutschland ansässige Hilfsverein aufgelöst und die Zahlungen eingestellt. Das hat die QWCF spontan recht stark belastet. Die Familie ist allgemein nicht auf Rosen gebettet, zudem erlitt der Vater, Stanford, einen Herzinfarkt. Daraus resultierend wurde er ins zweite Glied zurückgestuft, er ist nun Rentner.

 

Auch die Mutter, Lilian, ist Rentnerin. Die Renten in Südafrika sind nicht gerade üppig, also muss Lilian noch einige Näharbeiten aquirieren und ausführen um über die Runden zu kommen. Ich bin den beiden recht nahe gekommen, man kennt sich und versteht sich.

Die Gegenwart  (2020)

Meine Möglichkeiten sind da weit grösser, deshalb habe ich mit meiner Partnerin beschlossen, die QWCF mal vorläufig im Jahr 2020 zu unterstützen, ja zu finanzieren. Regelmässige Zahlungen gehen nun auf das Konto der Welmans. Weil ich die Familie (Eltern, zwei Söhne und eine Tochter) kenne, kann ich voller Vertrauen auf die detaillierte Kontrolle verzichten und nur die Ausführungen beobachten. Wir sind auch so in regem Kontakt, da sollte eigentlich nichts schief laufen.

 

In einem Jahr wollen wir ein Fazit über das Jahr 2020 ziehen und das weitere Vorgehen bestimmen, wobei immer die Welmans Diejenigen sind, die schlussendlich bestimmen und ausführen. Auch muss auf eine Verstärkung bzw. Ablösung der Eltern – die nicht jünger werden – hingearbeitet werden. Ich zähle da auch auf die Familie (wird schwierig werden) und würde mir eine ‘interne’ Lösung wünschen.

Sponsoring

Immer wieder haben es private Sponsoren kleine Beträge gestiftet. Einen merklichen Beitrag hat auch Annemarie Köster (‘Anne’) aus Suhl geleistet, die in ihrem Bekanntenkreis um Unterstützung gefragt hat und mit einigem Erfolg einen Beitrag zum Unterhalt der Suppenküche leisten konnte. Sie hat zugesichert, sich auch weiterhin um Spenden zu bemühen - wenn vielleicht auch nicht zum laufende Betrieb, so doch für immer mal anfallende Sonderausgaben. Die Welmans sind jedenfalls um jedwelche Zuwendung dankbar. Auch in meinem Bekanntenkreis gab es hin und wieder Personen, die sich erkenntlich zeigten. Leider ist von einheimischen Personen kaum eine Unterstützung zu erwarten. Es gibt Ausnahmen!

Stanford hat einen Sponsor für das Kochgas gefunden! Das ist ein Wesentlicher Teil der Gestehungskosten für Mahlzeiten für 150 (Sommer) bis 250 Mahlzeiten (Winter). 

 

Materialsponsoring ist auch so eine nette Sache, die viel helfen kann. Im Laufe des Jahres 2019 konnte ich per Zufall neue, grössere Gasbrenner günstig erstehen, die dann in den bestehenden Kochrost eingebaut wurden. Dadurch sank der Gasverbrauch etwas und die Kochzeit wurde kürzer.

Sichtlich stolz und dankbar posiert Stanford Welman mit den Naturalgaben eines Gemüsehändlers.

 

Foto Hans Beat Schweizer (Cellphone)

Die Küche

Die Küche ist in einem teilweise überdachten Hinterhof des kleinen Mietshauses von Stanford und Lilian Welman eingerichtet. Es sind ein Waschtrog, ein grosser Tisch, ein Gasrost sowie ein Kühlschrank vorhanden. Spartanisch und unsicher!

Im Januar 2020 musste der Waschtrog ausgewechselt werden, da der Alte infolge Altersschwäche auseinander brach. Zufällig hatte ich einen grossen Doppeltrog zur Verfügung, den ich gerne abgegeben (und gleichzeitig ein Entsorgunsproblem gelöst) habe. Gemäss meinen Ratschlägen Installiert, ist er bereits im Einsatz.

 

Über weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen wurde ein Brainstorming abgehalten, das ein griffiges Teilresultat ergab. Nach der Ausführung des Teilprojektes kann dann an weitere Aufgaben herangegangen, bzw. deren Finanzierung besprochen werden. Das Dach ist marode und droht einzufallen. Das wird ein erstes Projekt sein, das dringend an die Hand genommen werden muss. Die Finanzierung ist noch nicht vollständig gesichert, ein definitiver Kostenvoranschlag ist ebenfalls noch nicht vorhanden.

Die beengten Platzverhältnisse machen eine speditive Arbeitsweise unmöglich. Der Aufwand zur Vorbereitung ist höher als wenn mehr Platz vorhanden wäre. Doch mit diesem Umstand muss man auskommen.

Der Hinterhof in dem die Küche Gastrecht geniesst, muss auch den Bedürfnissen der Familie gerecht werden, ein multifunktionaler Raum also.

Man erkennt den spartanischen Kochrost, in welchem zwei grosse und ein kleiner Brenner eingebaut sind. Der kleine Brenner kann kaum gebraucht werden, da die Abstände für die 90-Litertöpfe nicht übereinstimmen.

 

Bilder unten: Links Stanford Welman; Mitte und rechts, Hans  Beat Schweizer (Cellphone).

Covid-19 Pandemie

Die weltumfassenden Restriktionen wirken sich schlussendlich auch auf die Suppenküche aus. Meine finanziellen Mittel sind infolge ausbleibenden Erträgen und Einkommen, nahezu ausgeschöpft. Doch gerade jetzt - es ist zusätzlich auch noch Winter -  sind die weniger gut gebetteten Bevölkerungsteile, hier in Mitchell's Plain, auf eine regelmässige warme Mahlzeit angewiesen! Somit ist die Suche/Erschliessung von Donationen/Zuwendungen meine Hauptaufgabe in dieser Sache.

Für eventuelles Sponsoring wenig hilfreich waren die Reportagen die in den Wochenblättern der näheren Umgebung erschienen. 

 

Erstellt am 02.02.2020, ergänzt/geändert am 06.08.2020

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