Berna 1959

Leider sind nur wenige Bilder des Fahrzeuges greifbar. Der Berna tat anfangs gute Dienste in und für die Werkstatt. Das Bild zeigt ihn in der "Original"-Bemalung. Es war dann als restauriertes Vorzeigestück dank Adrian (?) immer mal wieder an Saurer-Treffen zugegen und heimste meist einen Pokal ein!

 

Das Fahrzeug mit Jahrgang 1959 tat lange Jahre Dienst im Kieswerk Meyer-Spinnler in Muttenz. In den ersten Jahren dieser Karriere überschlug sich der LKW mal in die Grube, das Führerhaus wurde beschädigt. Es wurde ersetzt durch eines aus dem Modelljahr 1961. Das Dach des Führerhauses war damals schon aus Kunststoff!

 

Dieser LKW kam durch diverse Kontakte in den Besitz des VFB und sollte aufgearbeitet werden, man brauchte ein solches Fahrzeug an der Furka, um verschiedene Materialtransporte durch zu führen. Später wurde der Kipper für den Transport von Kohle ab Göschenen nach Realp eingesetzt, da im Gelände ein Allradfahrzeug dienlicher war.

 

Die Aufarbeitung des Chassis war relativ einfach, wenige Abnutzungserscheinungen waren schnell beseitigt. Auch die elektrische Ausrüstung musste nur teilweise ersetzt werden. Die Hydraulik war dicht und der Motor war revidiert. Zwei Besonderheiten wurden jedoch hin und wieder zu Problemfällen: Die nachträglich eingebaute Lenkhilfe war abschaltbar und für ungeübte Fahrer konnte das Einschaltventil nicht so leicht gefunden werden. Der LKW war mit einer Druckluft-Starteinrichtung versehen, diese war anfänglich undicht, was zu unliebsamen Verzögerungen führte.

 

Das Wenige an Carrosserieteilen war jedoch tückisch, da die Ersatzbeschaffung nicht eben leicht war. Die Stahlblech-Kotflügel über der Vorderachse waren durchgerostet und konnten nicht einfach so wieder verwendet werden. Ein Karosseriebetrieb stellt seinen Lehrlingen die Aufgabe, authentische Teile her zu stellen. Dies gelang auch ausgezeichnet und somit war erst einmal die Originalität gewahrt. Die Scheinwerfer mussten ebenfalls aufgearbeitet werden. Die Chromringe konnten ausgebeult und neu verchromt werden, die Reflektoren wurden gebürstet und poliert. Die Kappen mussten ebenfalls von den Carrossier-Lehrlingen behandelt werden. Die Sockel, auf denen die Scheinwerfer befestigt waren, mussten sorgfältig mittels Araldit und Metallersatz restauriert werden. Die Motorhaube bestand aus Aluminiumblech, welches einfach abgelaugt und gereinigt werden musste. Das Führerhaus erhielt neue Gummidichtungen und Scheiben. Die Regenrinne musste aus Alu-Blech neu gefertigt werden. Der Kühlerrahmen musste gerichtet werden. Eine grössere Aktion war auch die Suche einigermassen passender Abdeckungen der Zwillingsräder der Hinterachse. Ebenfalls war es nicht eben einfach die richtigen Spritzschutzlappen zu finden. "Modernes Zeugs" gab es genügend - doch wir arbeiteten an einem Oldtimer! Das Tüpfelchen auf dem "i" war dann das Anbringen eines emaillierten Original-BERNA-Signets, das Dank der inzwischen geknüpften Kontakte zu einschlägigen LKW-Kreisen beschafft werden konnte. Auch der Schriftzug "Berna" auf dem Kühlergrill durfte nicht fehlen. Die Spritzarbeiten an Motorhaube und Führerhaus, wurden von einem Malermeister erledigt. Die Beschriftung wurde dann in Klebebuchstaben angebracht, inklusive DFB-Signet. An der Kippbrücke musste beinahe nichts gemacht werden (ausser Reinigungs- und Malerarbeiten), sie war neuwertig und aus Aluminium.