Cafeteria-/Bar-Wagen WRs 2803

Foto Joerg Kreuzmann
Foto Joerg Kreuzmann

Das Untergestell stammt von einem SIG-Wagen mit Baujahr 1916. Er war bei der RBS als kombinierter Post- und Gepaeckwagen im Einsatz bis 1991, dann kam er zur DFB. Der Wagenkasten war in einem so schlechten Zustand, dass er abgebrochen werden musste. Auf dem Untergestell entstand der Barwagen WRs 2803. 

Dieser zweiachsige Wagekasten-Aufbau ist eine komplette Schweisskonstrukton. Geschweisst von geprüften Fachleuten! Dach und Waende sind isoliert. Dach, Fenster, Sitzbänke und Bodenbelag stammen aus der Überproduktion für Schmalspurfahrzeuge, die durch die Fa. Schindler Waggon Pratteln hergestellt wurden. (Fenster vom Tram 2000; Sitze von der Waldenburger Bahn, Dachsickenblech aus laufeder Produktion, rutschfester Bodenbelag aus Restbestaenden.). Die restliche Innenausstattung entstand komplet in der Wagenwerkstatt Liestal.

Wie das erste Bild beweist, wurde der Wagen waehrend der Fahrsaison 1994 in Zuegen eingereiht. Warum er dann nur noch als stationaere Cafebar eingesetzt wurde, konnte nur nach und nach in Erfahrung gebracht werden. 

Schon bei der Ablieferung war klar, dass die Originalfedern zu schwach waren (Bilder oben)  und neue Federn auf dem Markt beschafft werden sollten, dies jedoch einen gewissen finanziellen Aufwand erforderte. Zudem mussten an der Bar und auf der Gegenwand Handlaeufe angebracht werden. Alles kleine Herausforderungen, die mit wenig Aufwand haetten behoben werden koennen. Als dies dann als Argumentation nicht mehr genuegte, wurde das hohe Sitzplatzgewicht (16 Sitzplaetze, 10 Stehplateze) angefuehrt. Zudem wurde publik, dass das Konsumationsvolumen, also der Verkauf von Getraenken und Snacks nicht den Erwartungen entsprachen (man fuhr damals nur bis Furka). Es war zu dieser Zeit gerade die Tendenz, keine Zweiachser-Wagen mehr einsetzen zu wollen.

Das Fahrzeug dient noch heute als "Stehzeug" auf dem Areal des DFB-Bahnhofs Realp als Cafeteria.

Erstellt; 12.02.2017