Schneepflug ex RhB X9104

Die Typenskizze des Schneepfluges wurde von Peter Gruenig (Bern) erstellt.

Grosses Kino am 17. August 1990 auf den Gleisen der damaligen Stahlhandelsfirma Debrunner in Frenkendorf: Nebst dem Schneepflug X9104 kamen auch der vietnamesische. von derr Sektionswerkstaette Bern bereits revidierte Gk4416 und weitere Fahrzeuge in der Werkstätte Liestal an.
Der damalige Sponsor Burri-Mangold stellte den Kran zum Ablad zur Verfügung. 

Foto:  Hans Beat Schweizer

 

Gemaess einem Beschluss des Sektionsvorstandes der VFB Sektion Nordwest-Schweiz sollte der in Liestal gelagerte Schneepflug aufgearbeitet werden. Als Zweck wurde aufgefuehrt: Erhalt eines technischen Denkmals aus dem Jahre 1903; Blickfang an geeignetem Ort an der Furka, genutzt als Empfangsraum oder Kiosk. Es standen diverse Aufstellugsorte zur Diskussion.

Zur Finanzierung konnten Gelder aus den Lotteriefonds der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft freigemacht werden. Die beiden Kantone beteiligten sich je haelftig. Fotos unten: Hans Beat Schweizer

Als Ausfuehrende wurden die Firmen Allisol (Spaini) zum Sandstrahlen und Overall (Arbeitslosenprojekte) zur Gehaeuseauffrischung (Gehaeusereparatur, Grundierung, Farbauftrag und Einbau des Bodens) bestimmt. Der Arbeitstsandort, ein Platz  vor dem Gebaeude der Firma Artilux AG (Besitzer Hugo Herzig), wurde kostenlos zur Verfuegung gestellt. Projektleiter war Hans Beat Schweizer. Fuer die weitere Verwendung (Aufstellen in Oberwald) war Paul Tschudin federfuehrend.

In der gut ausgebauten Schlosserei ist der defekte Puffer des Schneepflugs noch als Bohrlehre im Einsatz. Nach dem Abbruchbefehl der DFB wurde dieser Puffer leider entsorgt. Er haette am Schneepflug, der nun trotz allem, jedoch nicht mehr fahrbereit hergerichtet wurde, seinen Dienst noch lange getan...

Foto: Hans Beat Schweizer

Im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungs-Projekts der Stadt Basel, konnte das Projekt schlussendlich realisiert werden. Zum Schutze vor der Witterung musste ein Behelfszelt errichtet werden. Die erste Arbeit bestand daraus, den Schneepflug von seinen Zusatzgewichten und dem angesammelten Dreck zu befreien. 

Zum Sandstrahlen mussten erst einmal diverse Teile ausser- und innerhalb des Gefaehrts demontiert werden. Als besonders arbeitsintensiv gestaltete sich die Entfernung des mit Teer verklebten, alten Holzbohlenbelages. Die Schrauben waren allesamt vom Rost zerfressen, also nur mit der Trennscheibe entfernbar. Das Holz war teilweise faul oder morsch. Die Bodenkaesten die zum Vorschein kamen, waren mit Unrat, verfaultem Holz und verrosteten Metallteilen angefuellt. Einige Teile, die zum Aufgleisen benutzt wurden waren noch erkennbar, der Rest war zu Humus vermodert, mit vielen Ameisen belebt.

So wurde durch eine erste Overall-Equippe zusammen mit VFB-Kameraden etwa eine Tonne Material aus dem Bauch des Staehlernen Ungetuems geschippt. Die entfernten Teile wurden als noch brauchbare oder nicht mehr brauchbare Teile getrennt. Fotos: Hans Beat Schweizer (oben und unten)

Der Schneepflug war dann zum Sandstrahlern bereit, die demontierten und zur Weiterverarbeitung vorgesehenen Teile in der Werkstatt verstaut. Die Sandstrahler traten mit einem Geruest an und packten den Arbeitsplatz erst mal ein. Das Prozedere erstreckte sich ueber rund zehn Tage, in dieser Zeit wurden etwa eineinhalb Tonnen Quarzsand versprueht, bis da Objekt blank war. Leider ueberraschte Regenwetter die Arbeiter, der Rost bekam gleich wieder Nahrung!

Schon beim Sandstrahlen kamen einige durchgerostete Stellen zum Vorschein, die repariert werden mussten. Eine erste Idee, alles mit Polyester zu verkleistern, musste fallen gelassen werden, also fiel auch noch Schweissarbeit an. Die Seitenbleche wurden durch neues Blech ersetzt. Fuer kleinere Bereiche kam dann doch auch noch Polyester zum Einsatz. Fotos: Hans Beat Schweizer

Nun konnte dem Rost Einhalt geboten werden, aber die vorgesehene Grundierungsfarbe konnte nicht so kurzfristig geliefert werden! Es kamen in der Folge zwei verschiedene Grundierungen zum Einsatz.  Die weisse Grundierung die speziell fuer diesen Einsatz hergestellt wurde und eine gelbliche Grundierung, wie sie die SBB jeweils geliefert bekommt.

Fotos: Hans Beat Schweizer

Der Vorstand der Sektion Nordwest-Schweiz beschloss nachtraeglich, den Ballast, der in Form von Stahlbarren am Boden verankert war, zu entfernen. Die Stahlbarren wurden durch die Firma Chiesa ausgeraeumt und entsorgt. Der dadurch frei gewordene Raum musste zusaetzlich vom Unrat und Rost befreit werden. Die Bodenkaesten wurden nun allesamt (vier an der Zahl) vorbehandelt und grundiert. Der Pflug war nun knappe 3 Tonnen leichter, als angeliefert, jedoch immer noch rund 12 Tonnen schwer!

Waehrend der Allgemeinen Grundierungsphase, waren die Kameraden in der Werkstatt nicht untaetig. Diverse Anbauteile wurden entrostet und farblich aufgefrischt.  Fotos: Hans Beat Schweizer

Die Farbgebung mit Zweikomponenten-Lack war dann eine saubere Angelegenheit!

Kurz vor Fertigstellung dieses letzten Objekts, musste der Platz geräumt werden. Bei strömendem Regen fand der Transport von Liestal nach Frenkendorf in eine ehemalige Montagehalle einer Baumaschinenfabrik statt (Silobau Spaini). Fotos: Paul Tschudin

 

Die letzten Montagearbeiten wurden im Trockenen ausgeführt. Mit einem kleinen Festakt, geschmückt und mit den Laternen ausgerüstet, wurde der Schneepflug verabschiedet, ehe er nach Oberwald abtransportiert wurde.

Foto Paul Tschudin

 

 

 

Der Schneepflug kam unbeschädigt in Oberwald an und  wurde hier schon am fast endgültigen Aufstellplatz abgelichtet. Foto Paul Tschudin

 

Der Schneepflug als Blickfang, Infotafel und Empfangsraum für besondere Gäste, an seinem endgültigen Platz im Bahnhofareal Oberwald FO. Paul Tschudin, der Initiator und langjähriger Verantwortlicher für die Betreuung des Gefährts (Sektion Nordwestschweiz), posiert vor dem Objekt.

Foto: Archiv Paul Tschudin

 

Der Schneepflug wurde im Jahre 2009 unter nicht abschliessend geklaerten Umstaenden abtransportiert und unbegreiflicherweise verschrottet.