Wagenwerkstatt Liestal

In Betrieb ab 1990 bis 1996

 

Vorgeschichte


Die ersten Jahre des Vereins Furka-Bergstrecke (VFB) waren recht turbulent. Es bildeten sich Arbeitsgruppen und Sektionen. Die Kontrolle durch den Zentralvorstand war nicht eben leicht und manche gut gemeinte Aktion verlief im Chaos. Jedoch blieb ein harter Kern 'am Ball' und es bildete sich eine später als 'Basler Mafia' benannte Gruppe, die sich zielstrebig für die Bedürfnisse eines ordnungsgemässen Vereins einsetzte und auch die Weitsicht mitbrachte, die ersten Schienenfahrzeuge bereit zu stellen.

Daneben zeichnete sich die 'Innerschweizer Mafia' ab, die heute sehr hoch angesehene Gruppe um die Gebrüder Willi, die heutige Bauabteilung. Zudem bildete sich aus dem Innerscheizer Kern auch die Diesel Crew, ohne die die DFB kaum funktionieren wuerde.

Auch ein Innerschweizer war in den Anfängen, ich meine ganz am Anfang, Rollmaterial Chef. Dies war Ralph Schorno. Ralph brachte oft grade das fertig, was von Dritten angezweifelt wurde. So war er auch der Initiant und Organisator von "Back to Switzerland" der weltweit beachteten Aktion, wobei aus Vietnam (!) einige Dampfloks und anderes Material abgeführt wurde.

Es kamen und gingen ein paar Rollmaterial-Chefs und einige Projekte wurden aufgegleist, verworfen, ersetzt. Viel Leerlauf wurde anfänglich produziert, doch es ging immer weiter!


 

Die Werkstätte Liestal

 

Ich will mich nun aber den Begebenheiten in und um die Werkstatt Liestal VFB konzentrieren. Schon für diese Geschichte ist genügend Material vorhanden, um eben Geschichte zu schreiben.

In der Sektion Nordwest-Schweiz des VFB schickten sich ein paar Gemüter an, eine Werkstätte aufzubauen. Man brauchte für den Erstbetrieb der Furka-Bergstrecke einen Personenzug. An der Industriestrasse 15 in Liestal wurde ein geeignetes Lokal, eine ehemalige Autoeinstellhalle eines grösseren Industriebetriebes gefunden.

 

 

 

Folgende Projekte wurden in Liestal bearbeitet, die nach und nach in einem jeweils abgeschlossenenn Kapitel beschrieben werden:

 

KurzeAussichtswagen C2351 und C2352

Lange Aussichtswagen C 2353 und C2354

Abbruch Untergestelle

Abbruch AB B-122

Kioskwagen Y2701

FW-Wagen BC16

Ausbau Gk 4416

Güterwagen "INTER DISCOUNT"

Abbruch G 161

Sponsoring-Vorbereitungen für die Speisewagen RhB WRs 3813 und WRs 3814

Cafeteria-/Bar-Wagen WRs 2803

Revision und Restauration Kipper "Berna"

Schneepflug ex RhB X9104

 

 

 

 

 


 

Das Wagenbauprogramm von Ende August 1993, vorgesehen für die Standorte Prometheus Liestal und Leuenthal Oensingen, war recht umfangreich. Der damalige Rollmaterial-Chef Probst gab vor, die Werkstätten mussten sich richten. Auch Deisswil und Langnau wurden damals noch einbezogen. Bekanntlich wurde wenig später das Wagenbauprogramm total umgekrempelt, da auf den Einsatz von weiteren Zweiachsern verzichtet werden sollte. Zudem kam das Projekt WRs 3814 und 3814 nie in  die Gänge, obwohl intensiv nach Sponsoren gesucht wurde. Die Wagen kamen dann später wieder zur RhB zurück wo sie aufgearbeitet wurden.

 

Noch wurde 1992/93 nebst Neukonstruktionen von Zweiachsern an Neukonstruktionen von Vierachsern geplant. Gar mit geschlossenem WC-System! Alles in Stahl-Schweisskonstruktion, jedoch mit nostalgischem Aussehen. Zu wenig erfolgversprechend waren damals die Prognosen, um altes Rollmaterial von den umliegenden Bahngesellschaften einkaufen bzw. übernehmen zu können.

 

Es kam dann anders, was in den Annalen bzw. Werken über die DFB nachgelesen werden kann.

 

 

Diese Typenskizze eines vierachsigen Wagens wie vor beschrieben, diente als Diskussionsgrundlage. Über das Planungsstadium kam das Projekt jedoch nicht hinaus.

Es waren jedoch interessante Details bereits eingeflossen. Ausser dem auch von Rollstuhlfahrern benutzbaren (da vollständig zu öffnenden) WC mit geschlossenem System, war auch der Vorraum als Rollstuhlplatz vorgesehen und der Zugang sollte ungehindert via Aussenschiebetür geschehen können.

Die einzelnen Komponenten wie Seitenbleche mit Fensterausschnitten, Sickendach, Spanten, Fenster und Sitze, sollten aus laufenden Lieferungen der Waggonindustrie (wie es beim WRs 2803 geklappt hatte), bezogen werden. Diese Materialien wären sehr kostengünstig und relativ rasch lieferbar gewesen.

Das Projekt war, wie andere, sehr ambitiös und nachträglich betrachtet wahrscheinlich etwas am Ziel vorbei geschossen.

 

Bemerkenswertes:

Die DFB war die erste schmalspurige Privatbahn der Schweiz, die ein geschlossenes, vakuumgesteuertes Toiletten-System in Betrieb nahm!