Ligne de Cerdagne - Le Petit train jaune

Streckenlänge 62,560 Km
Spurweite 1000 mm
Stromsystem 850 V =
Maximale Neigung 60 o/oo
Eröffnung Villefranche - Mont-Louis 02. Juli 1910
Eröffnung Mont-Louis - Bourg-Madame 28. Juni 1911
Eröffnung Bourg-Madame - Latour-de-Carol 07. August 1927
Höchstgeschwindigkeit 55 km/h
Minimaler Kurvenradius 80 m
Tiefster Punkt 427 mNN (Villefranche)
Höchster Punkt 1592 mNN (Bolquere)
Anzahl Bahnhöfe und Haltestellen 22
Anzahl Tunnel 19
Anzahl grössere Brücken 19
Längster Tunnel 381 m (Pla de Llaura)
Längste Brücke 253 m (Pont Gisclard)
Anzahl Altbautriebwagen Z 100 13 (Bj 1908 - 1912)
Anzahl GTW Z 150 2 (Bj 2004)
Anzahl Diensttriebwagen Z 200 2 (Bj 1909, ex Güter-TW)

Ende Juli 2012 hatte ich die Gelegenheit, die von Ost nach West verlaufende Touristenbahn „Le Petit train jaune“ zu geniessen. Ich war vor etwa 10 Jahren schon mal da, es hat sich Einiges getan!

Die Ligne de Cerdagne ist eine elektrisch betriebene meterspurige Schmalspurbahn die als Gebirgsbahn einen Teil der französisch-katalanischen Pyrenäen als reine Adhäsionsbahn erschliesst. Sie wird von der TER, einer Tochtergesellschaft der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF betrieben. Sie stellt die Fortsetzung einer von Perpignan ausgehenden Normalspurlinie dar. Mit Eröffnung des ersten Streckenabschnittes im Jahr 1910 wurde Villefranche zur Umsteigestation zur Schmalspurbahn. Geografisch liegt der Endpunkt knapp östlich von Andorra. Eine Enklave Spaniens bestimmt zeitweise die Linienführung mit, die Trasse liegt vollständig auf französischem Hoheitsgebiet. Einige Tunnels und mitunter gigantische Brücken machen die Strecke interessant.

Neben der lokalen Erschliessung der verstreuten Dörfer im Tal des Têt, war auch der Bau der Bahnlinie von Barcelona nach Toulouse ein Grund zum Bau bzw. Verlängerung der Linie. So entstand in La Tour-de-Carol ein Knotenbahnhof mit drei Spurweiten: Schmalspur 1000mm, Normalspur 1435mm und der spanischen Breitspur mit 1668mm. Heute ist das Züglein eine reine Touristenattraktion.

Die meterspurige Bahnlinie startet in Villefranche – Vernet-les-Bains auf 427 mNN. Bereits nach 20 Kilometern werden 600 Meter Höhe gewonnen, die Neigung beträgt auf mehreren Abschnitten bis zu 60 o/oo. Vor dem Haltepunkt Font-Romeu-Odeillo-Via wird der höchste Punkt auf 1592 mNN durchfahren. Nach 62,56 Kilometern wird der riesige Bahnhof von Latour-de-Carol – Enweitg auf 123 mNN erreicht.

Die Bahn ist mit einer dritten Schiene seitlich ausgerüstet, die 850V Gleichstrom treiben die Motoren an.

Seit 2004 verkehren zwei Stadler-GTW auf der Strecke. Das Rückgrat der Bahn sind jedoch restaurierte historische Fahrzeuge, die aus den Jahren 1908 bis 1912 stammen. Weitere Daten siehe Tabelle.

Quellen: Wikipedia, Ligne de Cerdagne, Reisebroschüre von Michael Schmocker (Tabelle).

Reminiszenzen im Bahnhofsgelaende von Villefranche

Bilder:

Das Schienengewirr mit den teilweise vorhandenen Stromschienen

                                                                          Zysternenwagen zur Unkrautvernichtung

Schneepflugwagen                                           Vorspann-Schneepflug/Spurpflug

Die kleine Drehscheibe                                     Alter Wasserwgen

Alter Schotterwagen                                         Restaurierter Wagenkasten kurz vor dem Ablad

Einer der beiden Stadler GTW

Auf der Strecke

Am Bahnhof von La Tour de Carol - Enveitg

 

Der gelbe Zug zwischen Tradition und Moderne 

Neben TGV, dem Thalys und Eurostar, besitzt die SNCF zwanzig touristische Bahnstrecken (TER) darunter die ganz spezielle Strecke des „Train Jaune“, der höchstgelegenen in Frankreich, in der Cerdagne, in den französichen Pyrenäen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Strecke gebaut, um die Gegend des Katalanischen Hochplateau aus ihrer Abgeschiedenheit zu befreien. Der „Train Jaune“ ist der Stolz und Symbol der Gegend und kommt in den katalanischen Farben, Blut und Gold, daher.

Am 8. Dezember 2003, haben Jaques Blanc, Präsident der Region Languedoc-Roussillon und Pierre Boutier, Regionaldirektor der SNCF in Montpellier, im Beisein der lokalen Prominenz, der Presse und der Anwohner der Linie, zwei neue Fahrzeuge dem Betrieb übergeben. Sie ergänzen das bisherige, rund hundertjährige Material.

Diese STADLER-Fahrzeuge, bestellt in der Schweiz für einen Betrag von rund neun Millionen Euros, finanziert durch die Region, weisen je 84 Sitzplätze aus und wurden erst im Juni 2005 in Betrieb genommen.

Mit ihrem dem bisherigen Rollmaterial angeglichenen Äusseren, sind sie die ersten Fahrzeuge mit Klimaanlage, mit erstklassigem Komfort und Ausrüstung. Sie entsprechen der Nachfrage von 400'000 Touristen aus ganz Frankreich und aus dem Ausland, welche jedes Jahr anreisen.

Zur Beruhigung der Anhänger der freien Luft, werden die „Traditionswannen“, die seit Beginn der Existenz der Linie eingesetzt werden, weiterhin auf der Bahnlinie des “Train Jaune“ verkehren …

Die ersten Bahnbauaktivitäten wurden im Laufe des Jahres 1903 beobachtet, bis 1910 die Strecke von Villefranche nach Mont Louis in Betrieb genommen wurde. Die Linie ist erst seit 1927 bis nach Latour de Carol verlängert in Betrieb…

Zum Bau dieser Strecke waren 650 Kunstbauten notwendig, davon 19 Tunnels und zwei bemerkenswerte Brücken: der Viaduc Séjourné und die Hängebrücke Gisclard.

 

Rollmaterial 

Der Rollmaterialpark stellt eine Besonderheit im Bestand der SNCF dar. Er besteht aus Trieb- und Anhängewagen.

Die Triebwagen, mit einer Leistung von 300 PS, verteilt auf vier Fahrmotoren, bieten vierzig Sitzplätze in der Einheitsklasse. Sie sind ausgerüstet mit einer rhéostatischen (Feldregler-) Bremse, einer automatischen Westinghouse-Bremse und der Spindelbremse (Handbremse). Die automatischen Kupplungen System LEDUC-LAMBERT sind doppelt ausgeführt und durch eine Sicherheitskette ergänzt.

Die Anhängewagen sind zusammengestellt aus den Typen „Midi“ und „Nord“. Sie bieten 44 bzw. 46 Sitzplätze. Die offenen Panoramawagen sind mit 56 Sitzplätzen ausgerüstet.

Das ganze Rollmaterial, ausser den Panoramawagen, die in lokalen Werkstätten gebaut wurden, ist alles in zwei Etappen modernisiert worden:

Das erste Mal von 1963 bis 1969 in den Werkstätten von Marseille, da hat man ein rot-gelbes Livrée angebracht, entsprechend den catalanischen Farben.

Das zweite Mal in den Werkstätten von Béziers, wo eine Totalrevision der Wagenkasten und der Lokführerstände realisiert wurde. Ein gelbes Äusseres mit einem roten Filet ersetzte die bisherigen catalanischen Farben, übereinstimmend endlich die Farben der Zugehörigkeit des „Petite Train Jaune“ zur Cerdagne.

Eigentlich ist eine dritte Revisionsfase zu bemerken, denn noch immer im Gange ist die Neulackierung mit neuen Anschriften und der weiteren Revision der Triebwagen und Anhänger (Stand 2012).

Schliesslich ist der Fahrzeugpark noch zu ergänzen mit zwei Schneepflügen und einer Turbinenschleuder sowie wenigen Spezialgüterwagen.

  

Elektrische Versorgung 

Die elektrische Traktions-Energie beträgt 850 Volt Gleichstrom. Sie wird übertragen durch eine seitliche Stromschiene, die auf seitlichen Trägern befestigt und an den vom Publikum frequentierten Stellen mit einem Berührungsschutz (Isolation) versehen ist.

Der Strom wird in einem Wasserkraftwerk im Vallée de la Têt produziert. Das Wasser wird in der Barrage des Bouillouses (2000 müM), die 1910 fertig gebaut wurde, gelagert. Sie hat eine Kapazität von 17'000'000 Kubikmetern mit einer Wasserfläche von 160 ha. Der Strom wird über eine 20 kV Leitung an sieben Unterstationen geleitet, wo die Traktionsspannung transformiert wird. Diese Unterstationen sind von der Zentrale in Montpellier aus ferngesteuert. Sie sind in Villefranche, Thuès-les-Bains, Fontpédrouse, Mont Louis, Font-Romeau, Sainte-Léocardie und Bourg-Madame platziert.

 

Zusätzliche Angaben

Die zulässige Maximalgeschwindigkeit beträgt 55 km/h.

Die Reisezugkompositionen haben eine maximale Länge von 6 Fahrzeugen.

Die Überwachung der Strecke obliegt einem Dienstchef, Linienchef genannt, der in Villefranche stationiert ist.

Die Kreuzungen und eventuellen Überholungen von Zügen sind möglich in den Stationen Olette, Fontpédrouse, Mont-Louis, Font-Romeu, Saillagouse, Bourg-Madame und am Endpunkt Latour de Carol. Die Bahnlinie ist ganzjährig in Betrieb.

Die Stationen: Villefranche - Vernet-les-Bains - Fuilla; Serdinya; Canaveilles-les-Bains; Joncet; Olette; Nyer; Thues-les-Bains; Thues-Carança; Fontpédrouse - St Thomas-les-Bains; Saute; Planes; Mont-Louis - La Cabanasse; Bolquere-Eyne; Font –Romeu Odeillo-Via; Estavar; Saillagouse; Err; Sainte Léocadie; Osseja; Bourg-Madame; Ur-les Esclades; Bena-Fanes; Latour de Carol–Enveigt.

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