Übernachten im Zug

 

Der "Santos Express" steht auf einem Nebengleis der Strecke nach Mossel Bay, in Sichtweite des Hafens.  Einige Umbauten mussten die sieben Wagen schon über sich ergehen lassen, damit sie als stationäres Hotel dienen konnten. So wurden die ersten beiden Wagen in einen Holzbau integriert, der die Reception, ein Pub und das Restaurant beherbergt. Alles recht einfach aber zweckmässig und gar nicht so provisorisch, wie es manch andere "Backpackers" sind. Die "Hotel"-Preise sind entsprechend niedrig, die Bar günstig. Wichtig wohl auch, dass auf der Terrasse und im Restaurant excellentes Essen serviert wird!

 

Die Terrasse ist der Hit! Hoch über dem Strand aufgeständert ist sie am abfallenden Gelände verankert. Der Blick auf Hafen, Bucht und Strand ist frei und zu jeder Tageszeit überwältigend! 

 

Fünf Wagen dienen zur Übernachtung, sie sind in Einer- und Zweierzimmer eingeteilt. Kojen, könnte man auch sagen, doch es reicht um das Gepäck zu verstauen. Auf dem kleinen Tischchen ist genug Platz um die Kamerautensilien auszubreiten und die Ladestation ein zu stecken. Die  Steckdose ist am richtigen Ort.  Die Frottewäsche bringt man als echter "Backpacker" selber mit. Zwei Toiletten und eine Dusche pro Wagen müssen genügen, tut es auch, wenn das Wasser denn auch fliesst. Man kommt aneinander vorbei.

 

 

Der Hafen von Mossel Bay hat keine sehr grosse Bedeutung, es gibt einzig einen Fisch verarbeitenden Betrieb. Jedoch scheinen auch hie und da Güter umgeschlagen zu werden. Die Bahn holt und bringt regelmässig Kesselwagen und mitunter andere Güterwagen vom und zum Hafen. Die Strecke ist also befahren, beinahe täglich! Und schon kamen zwei Loks angekrochen, mit entsprechendem Lärm aus den Clacsons, sich ankündigend und warnend. Es reichte gerade noch zu einen Schuss bei der Vorbeifahrt an der Terrasse! Wenig später tuckerte ein Zug durchs Gelände und entschwand Richtung George. Dies wiederum wurde ausgiebig dokumentiert.

 

Der Einzige unserer Gruppe der die Kamera schussbereit hielt, war Beat Joos, dessen Bilder ich verdankenswerter Weise hier einstellen kann.

Im Januar 2015 entstanden bei einem weiteren Besuch zusätzliche Bilder. Die ersten beiden stammen von Patricia Nussbaum.

 

 

In Mossel Bay hat sich was getan!  Der Santos Express wurde durch zwei Salonwagen mit Suiten ergänzt. Santos Express kann seit April 2014 mit vier voll ausgerüsteten Zimmern glänzen, mit Dusche und Toilette in jedem Raum. Es steht ein Queen-Size Bett zur Verfügung. Das gesamte Interieur wurde restauriert und aufgepeppt. Die Preise liegen im entsprechenden Rahmen. Offensichtlich ist die Nachfrage da.

 

Es handelt sich um die beiden ROVOS-Fahrzeuge mit Oberlicht mit den Nummern 749 und 1601 vom Luxuszug „Pride of Africa“.

 

SABC2 brachte in den Nachrichten einen Bericht über die Eröffnung des Angebots, am Sonntag, 16. März 2014 (Vollmond!).

 

 

Im Januar 2015 war es dann so weit, dass ich das Angebot der Royal Suite selbst testen konnte. Der Komfort ist recht hoch, jedoch eignen sich die Compartements nur für Paare, Familien mit kleinen Kindern oder Gruppen junger Leute. Die Enge im Wagen ist einfach zu ausgeprägt. Es steht eine Veranda zur Verfügung und nach dem Bad im indischen Ozean kann man die "hauseigene" Gartendusche benutzen.

Bilder von Patricia Nussbaum, Januar 2015

Nächtliches Spektakel! Noch nie hatte ich das "Vergnügen", einen so späten Zug an der Lodge vorbei fahren zu sehen – und zu hören.  Es war nach 23 Uhr!

 

 

Ergaenzt am 03.02.2014 und am 14.01.2015