Kalahari Sunrise 2012

 

Schmalspurdampf-Erlebnis auf Sandstone-Estates vom 23. März bis 01. April 2012       Eastern Free State, Südafrika

 

In meiner neuen Heimat dampft es ab und zu ab. Besonderer Anlass ist der grosse Dampfevent auf Sandstone-Estates bei Ficksburg, Freestate Province in Südafrika. Da liegt nördlich des Königreichs Lesotho eine ‚kleine‘ Farm mit 100 Quadratkilometern Fläche. Darauf hat der totale Dampf- und Antiquitätensammler (Landwirtschaftliche Geräte, Lokomobile, Flugzeuge, Panzer usw.) Wilfred Mole eine 25 Kilometer lange Bahnstrecke in 61cm Spurweite (2 Fuss) aufgebaut. Die Werkstätten haben bis dato rund 32 Lokomotiven betriebsfähig restauriert, 24 dampfen auf Sandstone!
Ende März 2012 hatte ich die Möglichkeit, an einem Event teil zu nehmen. Eine kleine Auswahl meiner Bilder will ich euch nicht vorenthalten!

 

Wo nichts angegeben ist, sind die Fahrzeuge stets aus Südafrika.

Die Diesels

Als erstes stelle ich die Arbeitstiere für den täglichen Einsatz vor, die Dieselloks.

 

B-dh 0-4-0, Funkey, ex Impala Platinum Mines

C-dm 0-6-0 No. 11, Bagnall 3204/1961, 204hp, ex Rustenburg Platinum Mines

Auf dem Areal stand noch diese gelbe Kleinlok herum, leider keine Angaben dazu.

Etwas speziell ist diese Fahrzeug: ex SWA Motor Trolley (1911) umgebaut aus einem BSA Car Body 1913, mit Toyota-2Liter-Diesel (1996), liebevoll restauriert - das Sonntagsfahrzeug für den Boss... Dahinter ein Streckeninspektions-Fahrzeug, Wickham Type 27 Mark 3, 9234/1962, mit Toyota-2Liter-Diesel.

Industrie- und Plantagedampfloks

 

0-4-2 No.1 „Egolomi“, A. Barclay 1459/1916, ex Tongaat Sugar Co., Maidstone Sugar Estates.

0-4-0T No. 2, O&K 4102/1910, ex West Rand Consolidated Mines.

0-4-0T No. 3 “Sezela”, Avonside 1936/1924, ex Reynolds Bros., Sezela Sugar Estates No.3.

0-4-0T No. 4 "Tamara", Kerr Stuart No. 4063, Herkunft unbekannt

0-4-0T No. 11 "Hayley", O&K 2510/1907, ex Luipaardsvlei Estates & Gold Mining Co. No. 4, ex Huletts Sugar.

0-8-0T No. 498, Henschel 13779/1915, ex Sena Sugar Estates No.2, Morromeu, Mocambique, ex Heeresfeldbahn.

0-6-0T No. 2161, Peckett 2161/1957, ex Sena Sugar Estates No14, Morromeu, Mocambique.

0-4-0T “Little Bess”, Kerr Start 4031/1919, ex Sundays River Irrigation Board.

0-4-0-T “Bathala”, Decauville 302/1899, ex Dombe Grande Sugar Estates, Angola.

0-4-0T, O&K 10311/1922, ex Companhia do Assucar de Angola. Umgespurt von 500 auf 600mm.

Eingestellt am 11.04.2012

Ex SAR-Dampfloks

 

NG 4

Als erste der ex-SAR Dampflok stelle ich die NG4 vor. Die europäisch anmutende Lok mit der Achsfolge 4-6-2T ist einer meiner Favoriten, schon deswegen, weil sie Kobaltblau ist (!). Die zugstarke Lok wurde auf verschiedenen Strecken in Südafrika eingesetzt, bis sie mehrheitlich von Garratts oder auch Kalaharis abgelöst wurden.

Die Bilder zeigen die No. 16, Kerr Stuart 1344/1913.

NG 6 SAR „Jimmie“

Diese formschönen Schlepptender-Lokomotiven haben sich durch grosse Zuverlässigkeit ausgezeichnet. Sie wurden an verschiedene Bahngesellschaften im südlichen Afrika geliefert, die lange Strecken zu durchlaufen hatten.

Als erste der Gattung stelle ich die NG6 4-4-0 No. 97 vor, gebaut von Falcon Eng. 263/1897

NG 6 BRC „Beyra“

Dasselbe Erscheinungsbild wie die NG6 der SAR weist die 4-4-0 No. 106 der Beira Railway Co. , Mocambique, auf. Sie verkehrte dort als No. 7 und ist grün lackiert, was ihre Zierlichkeit unterstreicht. Gebaut von Falcon Eng. 233/1895.

NG 6 Vorspann

Auf Sandstone werden die beiden Schwestern gerne zusammen eingesetzt. Dies ergibt die folgenden Bilder!

Die Kalahari-Klasse NG 15

Die Lokomotiven dieser Gattung wurden in Namibia und Südafrika eingesetzt. Sie wurden als „Kalahari-Klasse“ bezeichnet. Diese zugstarken Schlepptender-Lokomotiven waren stark genug, schwere Züge die Steilrampen hinauf zu ziehen. Jedoch sind sie nicht kurvenfreundlich und in engen Kurven neigt die Lok zum Schleudern. Charakteristisch sind die tief heruntergezogenen Seiten der Tender, die in anderen Baulosen abweichend waren.

Die Bilder zeigen die NG15 2-8-2, No. 17, Henschel 21905/1931.

Garratt NGG 13 No. 49

Diese für eine Schmalspurbahn von 60 cm Spurweite gewaltigen Loks waren lange Jahre die Arbeitstiere für schwere Züge. Dieverste vorzustellende Lok wurde von Henschel gebaut unter der Nr. 10599/1931. Die Garratts mit der Achsfolge 2-6-2+2-6-2 waren trotz ihrer Länge leicht kurvengängig und verziehen durch ihre Bauart so manchen Geleisefehler – aber nicht alle! Auf Sandstone trägt die Lok die No. 49.

Garratt NGG16 No. 88

Die von der privaten Alfred County Railway nach deren Einstellung übernommene NGG16 wurde in den ACR-Farben lackiert, in Grün/Schwarz. Die Bilder stammen von der NGG 16, No. 88, 2-6-2+2-6-2, Cockerill 3268/1936

Garratt NGG16 No. 113

Ein weiteres Exemplar dieser Gattung ist von Beyer Peacock gebaut worden. Sie trägt die Nummer 3923/1939. Achsfolge 2-6-2+2-6-2. Diese Lok hat in Gegensatz zu anderen Fabrikaten, starre Laufachsen und verzeiht mitunter nicht alle Geleisefehler.

Garratt NGG16 No. 153

Das zuverlässigste Arbeitstier an der Veranstaltung war die 153, sie wurde deshalb universell und fast ausschliesslich für die grosse Rundfahrt von 25 Kilometern Länge (!) eingesetzt. Sie ist ja auch weitaus die Jüngste im Bunde! Von dieser Lok alleine könnte man ein Bilderbuch erstellen…

NGG16 No. 153, 2-6-2+2-6-2, Hunslet-Taylor 3898/1968

Geballte Kraft!

 

Ich habe mich in den vorangegangenen Postings auf die Vorstellung der einzelnen in Betrieb gestandenen schmalspurigen Loks konzentriert. Die grosse Leidenschaft des Sandstone-Besitzers ist aber die Koppelung seiner Kraftpakete „for Show“. Also mussten die vier betriebsfähigen Garratts und die Kalahari vor einen Zug gekettet werden. Die 37 beladenen Wagen die angehängt wurden, hatten ein Gesamtgewicht von annähernd 300 Tonnen. Die maximale Steigung an in Abschnitten beträgt 1:20, also 5%. Das feuchte Wetter wurde dem Zug dann in einer Steigung mit Kurven in der Vailima-Schlaufe zum Verhängnis. Er musste getrennt werden und in einzelnen Kurzzügen zur Basis zurückkehren. Auch auf Sandstone klappt nicht alles, was sehr beruhigend zu wissen ist, denn hier sind auch nur Menschen am Werk.

Man geniesse die folgenden Bilder.

Depot und Werkstatt Sandstone

Es steht eine Werkstatthalle zur Verfügung, in welcher mit dem umfangreichen Maschinenpark auch grössere Reparaturen und kleinere Revisionen sowie allgemeiner Unterhalt ausgeführt werden können. Zugleich dient die Halle als Lokomotivdepot.

Gleich daneben steht die Wagenhalle, die die Personenwagen und mitunter auch Lokomotiven beherbergt.

Etwas weiter Abseits steht die grosse Wagenhalle, wo auch noch zur Revision vorgesehene Lokomotivtorsi unter gebracht sind.

Bild ol: Könnte eine Kalahari sein…

Bild or: Ist wohl eine Kalahari…

Bild ml: Dies ist ganz bestimmt eine Kalahari!

Bild mr: Kessel und Untergestell einer Garratt

Bild ul: Eine konservierte Garratt

Bild ur: Eine weitere Garratt

Ersatzteillager

Grundsätzlich gibt es auf Sandstone keinen Schrott! Alles was an gehortetem Material vorhanden ist, wird bis zum endgültigen Abfuhr zu Fremdzwecken als wertvolles Gut betrachtet und dient zumindest als Ersatzteil. Die Teile Lagern weitestgehend unter gedeckten Unterständen.