Ehemalige Parkbahn in Somerset West

In Firlands, gleich östlich hinter Somerset West, existierte eine private Parkbahn mit der Spurweite 15" (381mm). Das Ensemble umfasste ein Restaurant und einen Spielplatz. Etwas entfernt war ein Afrikanisches Dorf aufgebaut. Die Hauptattraktion war wohl die Parkbahn. In den frühen Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts, wurden grosse Teile der Firlands Farm überbaut. Jedoch das genannte Grundstück wurde ausgesondert. Trotzdem wurde der Betrieb des Restaurants und die Parkbahn aufgegeben.

 

Was heute noch zu sehen ist, ist der Kleinstbahnhof mit dem grossen Bahnsteigdach.

 

Was dem Besucher zuerst ins Auge springt, sind die Schienen des Bahnübergangs, die noch immer einbetoniert sind.  Hinter dem Bahnübergang führte das Stahlband leicht ansteigend um einen Dam (Stausee), um dann in ein Gebäude zu münden, das als Betriebsgebäude und Garage diente.

 

Das – nennen wir es mal Betriebsgebäude -  diente gleichzeitig als "Tunnel", denn es wurde regelmässig durchfahren. Da liegt auch noch ein längeres Schienenstück, wiederum ein Bahnübergang. Anschliessend noch die Kurve ins Gelände. Wenn man der alten Trasse folgt, entdeckt man hie und da noch Schotterflächen, die dereinst das Gleis trugen.

 

Über den Verbleib der Lok und der Wagen war erst mal nichts heraus zu finden. Der Betreiber ist vor Ort nicht (mehr) bekannt, der vormalige Besitzer des Grundstücks hatte mit der Bahn nichts gemeinsam.

 

 

Inzwischen sind im Net Bilder aufgetaucht. Links die Lok in Betrieb auf der Parkbahn (Bild von Trevor alias Steamfreak), rechts aufgearbeitet für das Einkaufszentrum Tyger Valley in Bellville, vor der Werkstatt (Bild von Dawie Kuyler). Die Bilder darf ich hier verwenden. Dank an Jens Uwe!

 

Langsam lässt sich auch die Geschichte um die Lok rekonstruieren, wenigstens bruchstückhaft.

Ein weiteres Bild der Lok (Ausschnitt) ist von Jens Uwe, danke für die Genehmigung das Bild hier zu zeigen! Es stammt aus der Zeit des Betriebes um das Tyger Valley Shoping Centre in Bellville. Die Lok ist aufgearbeitet, jedoch sieht es so aus, als könnte der angehängte Wagen etwas Pflege und eine Revision brauchen.

 

Die Geschichte der Lok, wie sie bis dato aufgearbeitet (und gesichert) ist:

 

Es gab in Firlands eine Afrika Anlage mit kleinem Dorf, daran mag ich mich vage erinnern. Leider wurde aus dem Projekt wie so oft nichts Dauerhaftes. Letzte Aktivitäten  sind etwa auf 2001/02 zu datieren. Nach den Erinnerungen eines Vaters, der mit seinem Sohn den Platz besucht hatte, gab es Tiere in Käfigen und Pferde- sowie Traktorfahrten. Dazu natürlich die Bahn, als grösste Attraktion.

Wie die Bahn betrieben wurde ist nicht mehr zu erfahren, wo die Fahrzeuge abgeblieben sind vorerst leider auch nicht. Das weggeräumte Schienenmaterial ist, sofern nicht niet- und nagelfest, Stück für Stück geklaut worden und auf dem Schrottplatz gelandet, was hier so üblich ist.

Es zeichnen sich einige interessante Details ab, die nachfolgend aufgelistet sind.

 

Das Leben der "Northern Belle"

Gemäss Stimmen aus dem Forum SAR-L-Liste wurde die Lok von Rone Etter, einem Mitglied von „Rand Society of Model Engineers“ in Johannesburg gebaut (er lebt heute in Knysna). Sie lehnt sich  ans Original der amerikanischen Micado-Type an. Die Kabine und der Tender wird als eher wildwestmässig beschrieben. Zudem soll die Lok zwei verschiedene Tender gehabt haben. Ein Tender, der ganz normal als Dampfloktender funktionierte, wenn die Lok kohlegeheizt unter Dampf (Betriebsdruck 1890 psi/12,4 bar) stand und ein angetriebener, der einen eigenen (Benzin/Diesel?) Motor eingebaut hatte. Ein interessanter Aspekt, wohl eher ganz selten zu beobachten! In Firlands soll überwiegend im nichtdampf Modus gefahren worden sein. Die Lok hat eine Pfeife einer Class 15F!

Nach dem abgebrochenen Einsatz in Firlands soll die Lok gemaess diversen Niederschriften nach Pretoria zu einem Händler (?) gekommen sein. 

Als das Tyger Valley Shopping Centre in Bellville gebaut wurde, hatte ein leitender Angestellter die „zündende“ Idee, dass das Centre eine eigene personenbefördernde Bahn haben sollte, gezogen von einer Dampflok. Die einzige am Markt greifbare Lok wurde gekauft, so kam die Mogul nach Bellville und wurde aufgearbeitet.  Der Mann verstand nichts  von Bahnen, keine Ahnung von Steigung und Gefälle. Er hatte auch keine Ahnung von Dampfloks. So kam es, dass bei Probefahrten der Sicherheitspfropfen am Kessel ausgelötet wurde, wegen der Überhitzung des Dampfkessels.

Das Projekt in Bellville scheiterte nach einer kurzen Betriebsphase an der Topografie und dem Umstand, dass da keine „Fachleute“ involviert waren, die für Trasse und Betrieb die notwendigen Voraussetzungen mit brachten. Die Maschine wurde wieder verkauft. So landete sie bei enem Dampflokenthusiasten in Hermanus und wurde dort unter gestellt. Im Jhare 2009 kauften zwei Geschaeftsleute die drei Tonnen schwre Lok fuer R450'000 von Douw de Lange (besser bekannt unter dem Spitznamen "Oom Stoom",. Die Lok, jetzt "nur" noch mit dem Tender fuer Dampfbetrieb (wo der andere Tender abgeblieben ist konnte nicht in Erfahrung gebracht werden) kam von Hermanus nach Saldanha wo sie generalueberholt wurde und gelegentlich  unter Dampf zu bewundern ist, wenn sie die Gleise bei der Metallfirma von Hans Herrmann befaehrt. Der zweite Besitzer ist Mike Geeson. Die Lok heisst nun schlicht und einfach "B&O" und traegt nach wie vor die Nummer 96.

Hans Herrmann mit seinem Schmuckstueck, der einer B&O Maschine gleichenden, ebenso genannten Lok mit Spurweite 15" (381mm).

Die Einsaetze der B&O

Die Dampflok laesst an  bestimmten Tagen im Jahr ihre Dampffahnen in den Himmel steigen. Die Gelegenheiten erfahren ein relativ enger Freundskreis - und die Nachbarn... Es stehen zwei Stahlwagen und zwei Holzwagen im Einsatz. Waehrend die Stahlwagen in eher traurigem Zustand sind, sind die Holzwagen relativ neu. Es sind aber einfach zu wenig juengere Leute greifbar, die einen  Betrieb aufrecht erhalten wuerden. Fuer fruehzeitig (ein paar Tage vorher) angemeldete Gruppen, wird Dampf gemacht!

Stand vom 16.03.2017

 

Quellen: Alle Personen, die Mitteilungen über den Verbleib der Maschine machten, sind namentlich bekannt. Die Informationen von SAR-L-Liste sind via Feldbahnforum.de in meinen Besitz gelangt. Die Übersetzung der Texte und deren freie Interpretation und Einbettung in vorliegenden Text sind durch mich erfolgt. Für die Hilfe aus dem Feldbahnforum.de bedanke ich mich herzlich, denn durch die Einstellung der ehemaligen Parkbahn in diesem Forum bin ich erst zu diesen Informationen gekommen!