Reisetagebuch

Mit einem Freund war ich unterwegs in Namibia (siehe dort), direkt und ohne Umweg sind wir nach Sandstone gefahren, das ist die Fortsetzung des Reiseberichts:

5. – 10. Mai: Die Tage waren gefüllt von Zugformationen, Zugfahrten, Vorführungen von alten und ganz alten Fahrzeugen sowie Armeefahrzeugen und diversen Besuchergruppen. Mal von Eisenbahnenthusiasten aus England und Deutschland, mal der Maisbauern-Vereinigung von Freestate, mal der Helfenden Hände aus Ficksburg mal einfach Familienausflügler und die SAPS (South African Police Services) mit einer Delegation und der Höhepunkt, für Wilf und Lyndie jedenfalls – der Besuch des Generals der SADF (South African Defence Force) mit seinem Stab. Die Tage waren voller Sonnenschein und es war teilweise etwas kühl. Man bedenke, die Farm liegt auf 1600 Meter über Meer und in Sichtweite der schneebedeckten Dreitausender von Lesotho. Die Nächte wurden kälter und kälter, doch ich war nun vorbereitet und konnte mich entsprechend verhalten. Trotz einigen Minusgraden schlief ich fortan sehr gut! Im Laufe des Donnerstags kamen erste „Gerüchte“ auf, dass eine Kaltfront vom Westen her uebers Land fegen soll. Diese Kaltfront war eine lahme Sache und einige Wolkenfelder verschönerten den Himmel interessant, der sonst immer so klar und langweilig Blau daher kam… Am Freitag verdichteten sich die Anzeichen, dass es am Samstag regnen sollte. Kälte und Regen konnte ich gar nicht gebrauchen. Mein Zelt als Ganzes wurde schon am Donnerstag in ein bereitstehendes grosses Mannschaftszelt der Army verbracht, somit konnte ich in aller Ruhe alles im Trockenen abbauen und ich schlief die letzte Nacht gar ohne Drumrum auf meiner Matratze. Denn am Nachmittag hatte ich das Zelt abgebaut und alles im Auto verstaut, was ich nicht mehr brauchen würde. Die Nacht war sehr windig und der Regen hielt sich nicht zurück. Ich war sehr gut geschützt, liess das über mich ergehen. Der Abend wurde noch etwas verlängert, weil diverse „Abschiedsreden“ geschwungen wurden: Im Zwiesprache mit einzelnen Personen, die man etwas naher kennen lernte in dieser Woche…

 

11. Mai: Am Samstagmorgen war alles schnell im Auto verstaut. Nach dem Frühstück fuhr ich bei Werner’s Unterkunft vor, damit er in einer Regenlücke sein Gepäck in den Wagen hieven konnte – und ab ging’s! Es war Schneefall angesagt, doch je weiter wir gen Westen fuhren, umso mehr tat sich der Himmel auf, das Gewölk verschwand! Wir hatten eine Verabredung mit Lukas Nel in der Dampflokmanufaktur in Bloemfontein. Dort trafen wir wie abgemacht ein und Werner konnte seinen Wissensdurst stillen – ich kannte ja das Meiste vom vergangenen Jahr. Aber wir wurden noch zu Lukas und Anna eingeladen, er wollte uns seine 5-Zoll Dampflokmodelle zeigen… Es stand ja Zeit zur Verfügung und somit war das natürlich ein schöner Programmpunkt! Den Weg zur N1 in den Süden fanden wir schnell. Bei Tageslicht wurden wir auch der City gewahr. Also liessen wir uns mal wieder von Baustelle zu Baustelle tragen, der Zeitverlust war jedoch nicht so gravierend wie Tage zuvor. Eigentlich hatte ich vor, bis nach Tree Sisters zu gelangen und im dortigen Motel zu übernachten. Doch die Zeit war doch schon fortgeschritten, die Sonne war schneller als wir. Ein Wegweiser zum Skietkuil B&B war gerade noch rechtzeitig entdeckt, so bogen wir ab in die Wildnis. Bald tauchte in Farmhaus auf und Nebengebäude, die sehr ansprechend aussahen. Vom Farmer und seine Kindern wurden wir herzlich begrüsst. Seine Frau betreibt das B&B so nebenher als Hobby (das sagte sie uns selber). Wir waren auf eine Schaffarm gelandet, somit gab‘s zum Abendbrot Schaffleisch-Pie und Gemüse und, und, und… Selten habe ich so gut gegessen! Endlich dann auch mal wieder ein richtiges Bett!

 

12. Mai: Solche Nächte sind dann einfach zu kurz! Die Ruhe, das warme Bett, das herrliche Frühstück auf dem Zimmer (es war alles da!) war einfach spitzenmässig! Der Weg führte also Richtung Tree Sister und Beaufort West. Weiter markante Punkte auf der Karte sind Prince Albert Road, Laingsburg (wo wir einen Halt einschalteten), Tows River, Worchester, von wo wir den Weg über Viliersdorp, Grabow und Sir Lowry’s Pass einschlugen. Kurz nach Fünf kamen wir in Somerset West an. Müde und zufrieden, mit 7017 Kilometern mehr auf dem Tacho.

 

13. und 14. Mai: Retablieren des Materials, Besuch der Somerset Mall und Faulenzen an der milden Sonne standen auf dem Programm.

 

15. Mai: Heute ist Werner auf seine erste Etappe für den Heimflug in die USA, mit einem Zwischenstopp in Deutschland abgeflogen.

 

Fazit: Das war eine sehr gute, schöne und interessante Reise, sie wird in bester Erinnerung bleiben. Das Wichtigste: Unsere Freundschaft hat nicht darunter gelitten – im Gegenteil!