Texte

The white Elephant, Cape Town
The white Elephant, Cape Town

Ich bemühe mich, hier abwechslungsreiche Texte einzustellen.

 

Dieses Thema wird in loser Folge ergänzt!

Gedichte  (Ein Versuch!)

Hätte ja…

 

hätte ja …

auch nicht so geeilt !

hätte ja …

später antworten können !

hätte ja …

noch einiges gedanklich überschlagen können !

hätte ja …

warten können ?

-   da war es zu spät !                                            01.05.2001

 

Mein Leben

 

Ich dachte –

was selten,

über Krieg und

die Welten,

schicksalsergeben…

 

Nicht selten jedoch

drückt heftig

das Lebensjoch, doch

frei und ledig –

so ist mein Leben!                                                     Maerz 2006

 

Hin und Her

  

Ich bin völlig hin –

Ich bin völlig hin und her gerissen –

Bin völlig hinüber

Ob dem Gedanken,

Dich zu lieben.

Ja, ich liebe dich!                                                          April 2006

 

 

Erstellt am 30.03.2011

 

Chief Floorsweeper

 

Habe Koos Bosmann kennen gelernt. Älterer Herr, mager, Hut auf dem Kopf. Der arbeitet im Sooks, einem kleinen Restaurant in Kleinmond. Eine Fressstube mit netter Atmosphäre. Der Koos hat mich bedient und der hat eine Businesscard. Jawoll, eine echte! Da steht Telefon drauf und Fax und natürlich Cellphone. Zuunterst dann noch die e-Mailadresse und die Homepage. So richtig Business. Gestylt und zweifarbig bedruckt. Echt cool. Lachen musste ich, als ich die Berufs- bzw. Funktions-Beschreibung sah. Steht da: „Chief Floorsweeper and Bottlewasher“. Solls auch geben…

 

Kleinmond Harbour, 2005

 

Der Pilz

 

Pilze sind keine Tiere. Pilze sind keine Pflanzen, denn sie weisen eine tierische Zellstruktur auf. Ein Pilz ist eben ein Pilz. Wenn der Zellaufabu tierisch vergleichbar ist, gibt es Leben. Der Pilz lebt also, er ernährt sich auch. Seine Nahrung besteht aus Feuchtigkeit und Symbiose, beispielsweise zersetzte Zellstrukturen von Pflanzen. Besonders gern befaeällt ein Pilzgewebe totes Holz. Oder noch wenig Lebendes und saugt dieses aus. Pilzbefall nennt man das. Aber ich gehe bei meiner Betrachtung nicht weiter als die sichtbaren Pilz, Speisepilze zum Beispiel. Der Pilz vermehrt sich. neutralgeschlechtlich, es sind seine Sporen die sich ausbreiten, neue Pilze entstehen lassen – durch Symbiose und Feuchtgkeit. Der Pilz lebt – wann ist er tot?

Pilze haben einen starken Eigengeschmack. Meistens. Zum Beispiel der Reizker. Er blutet, wenn man seinen Hut knickt oder streift. Er ist geeignet als Bratpilz, schmeckt wie Kalbfleisch. Der Halimasch wird spröde und ist getrocknet und gemahlen ein willkommener Würzpilz – gewesen, denn neuere Erkenntnisse machen ihn zum Ungeniessbaren unter den Guten. Nur, der Kenner braucht ihn weiterhin, giftig ist er nicht. Während der Reizker an Birkenhainen seine Ringe bildet und in Symbiose mit den Baumwurzeln gedeiht, ist der Halimasch ein fauler Kerl, er liebt faules Holz. Die Pilze leben – wann ist ein Pilz tot?

Wenn man Pilze erntet, dreht man den Stiel sorgfältig aus, es bleibt ein Sarko übrig, verbunden mit dem Gitternetz der Sporen. Reisst man den Pilz aus, wird das Sporennetz beschädigt, es wachsen weniger Pilze nach. Schneidet man den Stiel knapp über dem Boden ab, bleibt ein netter Teil übrig, der den Sporen als Nahrung dienen kann. Der Pilz wandert ins Sammelgefäss, ist frisch und verfärbt sich vorerst nicht. Erst wenn sich die Müdigkeit breit macht, dann gibt es Verfärbungen. Lamellenpilze leiden darunter weniger als Röhrenpilze, wie der Steinpilz. Der ändert die Farbe der frischen Röhrchen hin zum satten Blau, mitunter blutet er. Ist er dann tot?

Eine komplizierte Frage. Pilze werden blanchiert, kurz heiss aufgekocht abgeschüttet und dann in den Tiefkühler gesteckt. Oder sie wandern in eine Sosse oder in die Dose. Alle drei sind frisch in der Zubereitung, Konservenpilze sind satt und ansehnlich, behalten ihre Form solange sie feucht gehalten werden. Besonders gut in Dosen lagern lassen sich Pfifferlinge und Champignons. Wenn wir sie aus der Dose befreien, sind sie dann tot oder sind sie es schon beim Einfüllen?

Ich liebe Pilze, auch in getrockneter Form. Der liebste Kandidat ist der Steinpilz. Gekocht mit Reis ist er eine Delikatesse, der Reis mit Pilzgeschmack angereichert ebenso. Was esse ich nun? Einen lebendigen oder einen toten Pilz?

 

Kommen wir wieder zum Ausgangspunkt. Pilze kann man in verschiedenen Zuständen konservieren, kochen, essen. Aber die Kernfrage kann man wohl kaum schlüssig beantworten: Wann ist ein Pilz tot?

 

Verfasst aus einer Laune am 03. Dezember 2019