Die erste Woche

Der Triton war geladen, die wenigen Gegenstände die zuhause geblieben sind waren übersichtlicher als das Reisegepäck (smile). Es konnte also los gehen!    

Die erste Tagesetappe sollte auch gleich die längste des Trips werden. Wir kennen die Gardenroute, demnach kann die Strecke bis Port Elizabeth in der Diretissima durchfahren werden. Nur wird das mit der fortschreitenden Zeit etwas langweilig, was mich dazu brachte, ab Humansdorp die alte, noch gut befahrbare Verbindung via R102 zu benutzen.

Port Elizabeth, 1. Tag; 16.02.2016  (726 km)

N2      Somerset West – Caledon – Swellendam – Riversdale – Albertinia – Mossel Bay - Knysna – Plett - Tsitsikamma -              Humansdorp (591 km)

R102  Humansdorp – Humewood (726 km)

Sozusagen auf Nebenstrassen ging es ab Humansdorp nach Port Elizabeth. Die einspurige Strassenbrücke über den Goukamma River war wohl vor dem Bau der N2 des öfteren ein Verkehrshindernis. Am Wegesrand begegnen uns exotische Baumgewächse, die ich zuvor noch nie gesehe hatte.  Fährt man durch die Täler, wird einem erst bewusst, was die Voortrecker damals alles durchqueren mussten. Folgt man der neuen Verbindung, bekommt man davon kaum etwas mit. So konnte auch die imposante Strassenbrücke der N2 hoch über dem Van Stadens River, abgelichtet werden..

Gespannt war ich auf die gebuchte Unterkunft in Port Elizabeth. Die Lungile Backpackers Lodge in Humewood entpuppte sich als sauberes, einfaches, aber nettes Hotel. Sehr schön! Trotz oder wegen der etwas eng ausgefallenen Platzver- hältnisse, musste eine zusätzliche Matratze als Liegestatt beigebracht werden, was jedoch recht problemlos war. Da die Hauptsaison vorbei war, gab es auch keine grössere Fete im Hof beim Pool, sodass man ruhig schlafen konnte. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte, da kann man wieder mal rasten.

East London, 2. Tag; 17.02.16  (338 km)

N2      Humewood – Grahamstown – King William’s Town – East London (338 km)

Den Tag nutzen heisst neben dem Zurücklegen der Tagesetappe auch rasten und verweilen. So machten wir Rast in Grahamstown, einem Nest mit rund 70'000 Einwohnern. Bedauerlicherweise empfing uns Grahamstown mit Kälte und Regen. Egal, wir sind wetterfest, also war ein Rundgang angesagt. Die zweifellos schmucke Stadt besticht durch schöne viktorianische Gebäude aus der Gründerzeit. Die Kathedrale St. Michael und St. Georg inmitten des Ortskerns überragt alles. Nur sorgfältige Bildbearbeitung machte möglich, den ehemaligen Glanz der Häuser im Ansatz zu zeigen. Leider erscheint alles etwas ungepflegt...

Im ehemaligen "Frontier Country Hotel" - heute eher ein Hostel mit fragwürdiger Kundschaft - wurde Kaffe für 6 Rand angeboten. Nichts wie hin - da stand ein Nescafe-Automat. Die "Gaststube" war ein riesiger Saal mit einem einzigen kleinen Tisch und ein paar Stühlen im Hintergrund. Die Treppenaufgänge erzählen vom einstigen Glanz.

Der Weg fuehrte uns auch nach King William's Town, am Fusse der Amatola Berge. Auch da empfing uns der Regen und tauchte die Stadt mit etwa 100'000 Einwohnern ins miefe Grau. Die Stadt wurde benannt nach William IV und wurde anno 1835 gegründet. Der bekannte Antiapartheid-Aktivist Steve Biko stammt von hier.

In East London - neu: Buffalo City - öffnete sich die Nebeldecke etwas. Auch hier war Regen angesagt, das drückte langsam auf die allgemeine Stimmung. Die ausgebaute Badelandschaft am Strand war menschenleer. Die Stadt mit rund 300'000 Einwohnern hätte einige schöne Gebäude zu bieten, doch war erst mal der Tagesbedarf für Stadtbesich- tigungen bei Regen gesättigt. 

Besucht wurde trotz des Nieselregens das Monument zu Ehren der deutschen Einwanderer. Die Statue der ehrenwerten Voortrekkerin wurde 2009 erneuert. Im Hintergrund an der Mauer sind einige Mosaikbilder mit Szenen aus der damaligen Zeit eingelassen. Dies als Ersatz für die ursprünglichen Steinreliefs, die von der Witterung während der Jahre zerstört wurden.

Das Gästehaus "Giggling Gecko" in East London ist gediegen und die Zimmer gut ausgerüstet. Die Besitzer freundlich und hilfsbereit! Eine gute Adresse. Wieso musste es denn auch hier regnen?

Durban, 3. Tag; 18.02.2016  (669 km)

N2      East London - Butterworth – Idutywa – Qunu (Nelson Mandela Museum) (206 km)

N2      Qunu – Umtata – Kokstad – Port Shepstone – Durban (669 km)

Die Geschichte des Landes Südafrika, die so viele bekannte Personen hervor gebracht hatte, wird immer wieder überschattet von der unrühmlichen Vergangenheit mit der Apartheid. Der wohl ruhmreichste Vertreter des Freiheitskampfes und vom Terroristen zum Staatsmann mutierten Sohn Südafrikas, Nelson Rohilahla Mandela wird in mancherlei Erwähnungen, Ortsbezeichnungen und Museen geehrt. Er war ein Kind vom Lande, cleverer als andere und mutig.

In Qunu ist Rohilahla Mandela im Kreise seiner Familie aufgewachsen. Später erhielt er den Zunamen Nelson. Hier wurde das Nelson Mandela Museum erbaut, angegliedert ein Schulungs- und Konferenzzentrum. Lediglich eine Halle und ein Nebengebäude sind dem Wirken von Madiba gewidmet, der Rest ist auf Schulung und Konferenzen ausgelegt. Das Personal ist bestrebt, an die spärlich eintreffenden Besucher  mit vielen Informationen zu versorgen. Das kann sehr unterhaltsam sein, sofern man gewisse Vorkenntnisse hat und auf die Materie eingehen kann.

 

Der Hafen und die Skyline von Durban sind immer sehenswert. Die Aufnahmen des Geländes am Hafen gelangen aus der Unterkunft, die sich an der Mahatma Gandhi Avenue befindet.  Am Strand war es am frühen Vormittag noch ruhig. Ein Bad im Indischen Ozean war gerade richtig, Umkleidekabinen konnten genutzt werden. Ein Security Guard stand für die wenigen geparkten Autos zur Verfügung, also war für genügend Sicherheit gesorgt - und ab ins Wasser! Die Kamera blieb allerdings im Auto. Mehr haben wir von Durban nicht gesehen, die Stadt kenne ich schon von früheren Besuchen, also war das kein Programmpunkt auf dieser Reise.

Happy Hippo Backpackers, Durban. Der Backpackers-Flair empfängt einen schon an der Reception. Recht unkompliziert und einfach etwas anders, aber alles freundlich und gut. Die Unterkunft war sauber und ausnahmsweise ruhig, da kaum Gäste logierten. Für die Fahrzeuge der Gäste steht eine Einstellhalle zur Verfügung, die Überwachung funktioniert, auch das jeweilige Verschliessen des Tores. Trotz der Nähe zum Hafen und Marineworld also sicher.

Eine grosse Küche stand zur Verfügung, Einkaufsmöglichkeiten fanden sich in der Nähe. Also frisch drauf los! Es mundete. Das Bier konnte man sich im obersten Geschoss in der Bar holen, selbst mitgebrachte Alkoholika dürfen nicht konsumiert werden. Man will sich das Geschäft also nicht nehmen lassen...

Auf der Dachterrasse kann man bei trockenem Wetter und entsprechendem Durban-Klima gemütlich sitzen, die Bar ist gut ausgestattet, besonders mit Woofern und Lichtorgeln. Über Drinks weiss man allerdings nicht Bescheid, die Zutaten wären jedoch vorhanden. Es war ja auch nicht Hochsaison.

Underberg, 4. Tag; 19.02.2016 (252 km)

R2      Durban – Park Rynie (65 km)

R612  Park Rynie – uMzinto – Ixopo – Donnybrook – Underberg (252)

Auf die Fertigung von Bildern aus Underberg (1600 mNN) habe ich verzichtet, Das Umland ist viel interessanter. Underberg liegt inmitten eines Pferdezuchtgebietes am Fusse der Drakensberge. Weite grüne Weiden umgeben den Ort und manche Lodges sind in der Umgebung angesiedelt.

Mittendrin in dieser Landschaft findet man den Reiterhof und Gästefarm Khozo. Da die Anreise nicht allzulange dauerte, konnte der Nachmittag zum Ausruhen genutzt werden. Die Unterkunft bot sich förmlich an! Das Main House fanden wir in einem Wald, das Gemeinschaftshaus der Backpackers und die Rondavels inmitten von Pferdeweiden. Das Rondavel war nett eingerichtet, funktionale Küche, Dusche/WC, Wohnraum, Doppelschlafzimmer und auf der Galerie noch vier Zusatzbetten. Ich habe die Höhenluft vorgezogen. Natürlich musste die Küche ausprobiert werden - nicht so einfach! Entweder Kühlschrank oder Kochherd. Beides zusammen ging nicht! Aber man findet es heraus und für den Braai war sowieso der mitgebrachte Holzvorrat wichtiger. Das gebratene Fleisch mundete wunderbar!

Sani Pass, 5. Tag;  20.02.2016  (276 km)

?        Underberg/ Khotso Guest Farm – Himeville – Sani Pass – Sani Top (42 km)

A1      Sani Top – Tlokoeng – (Mokothlong) - Tlaaeng Pass – Mahlasela Pass – Ozbow - Moteng Pass – Khukune – Qhobela – Butha-Buthe (276 km)

Am frühen Morgen geht die Reise weiter. Die Lieblichkeit der Weiden weicht dem schroffen Fels, der über den Tälern thront. Der Sani Pass ist nicht mehr weit. Eine gut ausgebaute Strasse führt in die Richtung, jedoch ändert die Pad ihren Charakter abrupt und setzt sich fort als schmale Schotterstrasse, deren Beschaffenheit schnell an Qualität abnimmt. So erreicht man der Border Post, wo man theoretisch Südafrika verlässt um steil bergan zu klettern...

Der Sani Pass!

Wasserläufe durchqueren die Pad, sehr steile, enge Kehren sind sein Merkmal. Aber mit dem 4x4 absolut kein Problem! Oben angekommen - es hat Spass gemacht! Verkehr war praktisch keiner, wie ist das mit Gegenverkehr? Die zwei Fahrzeuge die wir passieren lassen mussten, kamen an den richtigen Stellen entgegen...

Das war noch nicht alles! Jedoch in Lesotho ist die Strasse ausgebaut, die Chinesen haben sie konstruiert. Jetzt werden alle Betonstrecken ausgebaut, hat sich wohl nicht bewährt im Winter... Wieder sind Chinesen am werken.

Kleine Gehöfte und Streusiedlungen säumen die Pad, alles im traditionellen Baustil. Sieht sehr nett aus, passt sich alles der sattgrünen Landschaft an. Mit einige Kehren wird wieder Höhe gewonnen bis eben zum höchsten Punkt auf 3240 Meter Höhe. Danach war dann etwas Entspannung möglich, die Pad etwas weiter.

Weitere Pässe, mit Namen wie Kotisepola (3090 mNN), Tlaaeng (2197 mNN), Lithumyia (3225 mNN), Mahlasela (2995 mNN), folgen. Der der Moteng Pass ist mit "nur" 2831 mNN schon eher flach. So erreicht man nach mehreren Stunden abwechslungsreicher Fahrt die Stadt Butha-Buthe auf 1700 Metern Höhe.

Agenturen haben oft keine Ahnung, was sie anbieten. Die Unterkunft sollte in Selomos, einem Kaff weit in der Bergen sein. Nix da, am Stadtrand von Butha-Buthe fanden wir die Lokation. Über einen dreckigen ausgewaschenen Pfad erreichten wir das Haus, wo man uns erst nicht mal erwartet hatte! Der zugeteilte Raum war dann entsprechend, doch nach Reklamation wurden wir "umgeparkt". Besser, aber nicht gut genug fürs Geld. Das  Gästehaus MotleJoa werde ich künftig meiden...

Butha-Buthe ist ein pulsierender Ort, eingebettet zwischen die nicht mehr so hohen Berge. Wenige Kilometer Strasse trennen die Stadt von der Grenze zu Freestate, Südafrika. Dort verliessen wir das Königreich Lesotho wieder Richtung Fouriesburg.

Mooi Rivier, 6. Tag; 21.02.2016 (362km)

R26    Butha-Buthe – Fouriesburg - Bethlehem (67 km)

N5      Betlehem – Harrysmith (159 km)

R74    Harrysmith - (Sterkfontein Dam) – Bergville – Winterton – Frere (286 km)

R103  Frere – Estcourt – Mooi Rivier (362 km)

Das erste Tagesziel war der Sterkfontein Dam südlich von Harrysmith. Die R 74 die dorthin führt ist eine sehr gut ausgebaute Strasse, die schnelles Fortkommen erlaubt. Damit eine gute Übersicht gewonnen werden kann, erlaubte ich mir, ins dortige Resort "einzudringen", nachdem der Sicherheitsposten von meinem Anliegen überzeugt war. Vom Campingplatz bis zum Luxus-Bungalow war alles im Angebot, Aussicht über den Dam und in die Berge inbegriffen. Der R74 folgend erreichten wir einen Aussichtspunkt, von welchem sich eine ganz andere, jedoch ebenso schöne Ansicht bot. Ein Ort zum Verweilen. Die Andenkenhändler machten sich lauthals bemerkbar, wurden lästig - also nix wie weg! Auf dem Plan stand dann noch "Little Switzerland". Die Tankstelle nutzten wir und im Kiosk erhielt ich die Auskunft, dass da ein Hotel mit gutem Restaurant sowie ein Resort mit verschiedenen Chalets wäre. Prospekt? Das haben wir nicht... So zogen wir eben weiter.

Es war eine geruhsame Fahrt entlang der Drakensberge, in Bergville wurde der Proviant ergänzt. Warum man um Estcourt immer so eine Aufruhr macht ist mir schleierhaft. Ach ja, da war was im Zusammenhang mit dem Buurenkrieg und die Nahrungsmittelindustrie hat sich da niedergelassen. Sonst ein Nest wie ein anderes. Was Besonderes konnte ich nicht entdecken. Via Estcourt erreichten wir Mooi Rivier.  Dort bezogen wir etwas ausserhalb Quartier auf der Wild Berry Farm. Viele Tiere und ein sehr grosszügiger Garten empfangen die Gäste, nette Gastgeber kümmern sich ums Wohlsein. Eine Braaifacilität war vorhanden, also nix wie los und Feuer gemacht! Das Erreichte mundete entsprechend, so ein Tagestrip gibt Hunger! Übrigens: Da war noch eine Küche, das Badezimmer, ein Wohnzimmer mit TV und einfach allem, was man brauchte. Hier lässt es sich wohnen, auch für länger!

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