Mit der CRC nach Mossel Bay

Jessica holt Dominique in Voorbaai ab!

Hintergrund ist die Fertigstellung der Class 19D Dampflok "Dominique" mit der Nummer 3322 in den Werkstatetten von Atlantic Rail und Ceres Rail in Voorbaai. Ein Zug mit illustren Gaesten, gezogen von der Class 19 D "Jessica" mit der Nummer 3321, startet in Ceres, macht in Heidelberg Rast zur Uebernachtung und faehrt andertags weiter nach Voorbai bei Hartenbos (Mossel Bay). 

Die Schwestern vereint ziehen den Zug wieder nach Heidelberg, dem Zwischenhalt zur Uebernachtung. Eine Hochzeitsgesellschaft chartert den Zug von Heidelberg nach Swellendam, von wo anderntags der Zug nach Ceres zurueckkehrt. Die Reise dauerte vier abwechslungs- und erlebnisreiche Tage!

Fruehmorgens vor dem Start

Die Heimatstation heisst "Demeter" und grenzt unmittelbar an das Golf Estate von Ceres an. Der Besitzer des Ganzen, Derek Du Toit, ist eben ein Dampffan und hat das notwendige Kleingeld zum Betrieb einer eigenen Schienenverkehrs-Unternehmung. Aber hin und wieder muss auch etwas in die Kasse zurueck fliessen, weshalb verschiedene Fahrten abgeboten werden.

Regelmaessig verkehrt ein Dampfzug ab Kapstadt bis nach Stellenbosch, mit Halten in Spier (Winery und Greifvogel Park/Picnic Area) und Vlottenburg (Vredenheim Winery und Van Rhyns Destillery).

Von Ceres nach Heidelberg/Mitchel's Pass

Der Mitchell's Pass ist eine sehr enge Passage in den Hex River Mountains. Die Strasse fuehrt in wenigen flachen Kurven durch das Tal, von einem Pass spuert man auf dem breiten Asphaltband kaum etwas. Ganz anders im Zug. Da kann man noch erahnen, was fuer einen Pioniergedanken es da brauchte, um das Schienenband durch die Felsen zu schlagen. Ein Tunnel kappt den staerksten Anstieg, er ist auch so noch von Bedeutung!

Von Wolseley nach Heidelberg

Wolseley kann ueber ein Gleisdreieck umfahren werden, somit ist keine Spitzkehre notwendig. Ab hier gelangt der Zug auf die Hauptstrecke Kapstadt - Johannesburg. Entsprechend muessen auch hoehere Geschwindigkeiten gefahren werden! Worchester ist eine bedeutende Station mit viel Umschlag, auch Haltestation der Shosholoza Meyl Passagier-Zuege. Die ausgedehnten Gleisanlagen muessen durchfahren werden um auf die Strecke nach Robertson bis George zu gelangen. Hier steht noch so manches Objekt fuer einen Nostalgiezug herum. Nur vergammelt das allmaehlich...

In Ashton kam die Catering-Crew an Bord. In zwei Schichten wurden die Passagiere verkoestigt, in Swellendam gingen die fleissigen Foodkuenstler wieder von Bord.

In Heidelberg empfing wohl die gesamte Dorfgemeinschaft den Zug, der als erster Passagier-Zug nach rund 20 Jahren gefeiert wurde! Schueler und Erzieher, die Angehoerigen des Verkehrsvereins und der Gastronomie rodeten und reinigten waehrend zweier Wochen jeweils in der Freizeit die Stationsplattform und das Bahnhofsgebaeude von Unrat und Bewuchs!

Von Heidelberg nach Voorbaai

Es war fruehe Tagwache, besonders fuer die, die weitab auf der Farm naechtigten. Bis die Loks dann wieder am Zug waren hatte man Zeit fuers Fruehstueck. Man querte die Lowwater Bridge, spaeter die imposante Suetmelk Bruecke. Hier war eine Baustelle, der Zug musste warten bis die Schienen verlascht waren. Vorbei an Schaulustigen ging es bergan. Albertinia war wieder Haltepunkt zur Aufnahme der Speisen fuer die hungrigen Reiseteilnehmer. Einige Aufregung kam auf, als man die Elefanten von der Gardenroute Game Lodge sichtete. Die Emsigkeit legte sich, bald folgte die hohe Gourits River Bridge, daneben die alte und die neue Strassenbruecke. Vorbei an der SASOL-Petrolanlage und den thermischan Kraftwerk. Gleich darauf sichtete man die See und einen Teil von Mossel Bay.

Einblicke und ein erster Blick auf den neu aufgearbeiteten ehemaligen Liegewagen 561 in Voorbai, wo auch einige Dieselkolosse stationiert sind. Hier an der Betankungsanlage,. Endlich auch die Moeglichkeit, die Werkstaetten zu besuchen und die "neue" Lok zu bestaunen, was auch dutzenden von Einheimischen wichtig war.

Von Voorbaai nach Heidelberg

Noch kurz vor Abfahrt wurde an der Lok letzte Handgriffe montiert, Geputzt und einreguliert, ein leckender Hahn ausgewechselt... Nun sollten die Loks noch Wasser aufnehmen, Vollladung heisst fuer beide Maschine rund 80 Kubikmeter. Aber oha! Die Wasserzufuhr war wie durch ein Wunder leck, kein Wasser kam aus dem Rohr. Als Loesung wurde bis nach Riversdale eine Diesellok vorgespannt, so konnten die Dampfroesser mit wenig Wasser bis zur naechsten Wasserstation gelangen. Hier wurde nicht mehr nur auf lokale Versorgung gesetzt, der CFC-eigene Truck brachte auch noch an die 40 000 Liter des begehrten Nass. Die Diesellok verliess den Zug, ab da ging es ohne den teuren Vorspann.

Um Albertinia herum gibt es einige Industrue. Bekannt ist die Kosmetik von den beiden Aloe-Factories. Es wird die afrikanische Aloe Ferrox verarbeitet. Zudem ist eine ausgedehnte Holz- und Moebelindustrie vorhanden. Bei Dekriet ist eine Ockersand-Mine in Betrieb. Ich liess mir sagen, das sogar Farbstoffe sowie Feinverputze daraus hergestellt werden. Bekannt ist Albertinia sauch als Anbaugebiet von Reedgras, das zur Bedeckung der Thatched Roofs (Grasdaecher) benutzt wird. Man sieht die Garben zur Trocknung aufgestellt wie Zulu-Huete.

Von Heidelberg nach Ceres

In Heidelberg wurde wieder uebernachtet, das Abendessen gemeinsam im Gemeindesaal eingenommen. Eine Ausstellung oertlicher Kunstschaffender und ein Theaterstueck, rundeten das Programm ab.

Nachwort

Zurueck in Demeter verabschiedete man sich relativ schnell voneinander, nicht jedoch ohne ein Gesamtbild der Teilnehmer und der Crew auf den Chip zu bannen (ich habe darauf verzichtet). Den beiden Lokcrews und den technischen Assistenten sowie den Bedienenden im Speisewagen und an der Bar, muss ein goldenes Kraenzchen gewunden werden. Der Zugchef hatte die Lage immer im Griff, seine Assistenten und die Wagenbetreuer ebenfalls. Das war ein eingespieltes Team von Atlamtic Rail, das hier ganze Arbeit geleistet hat.  Ins kalte Wasser gesprungen ist Dominique Du Toit (die Tochter des Besitzers) , weil die Generalmanagerin  (ihre Cousine) kurzfristig abgesprungen ist. Fuer ihre Feuertaufe gleich einen solchen Anlass zu organisieren (zu Ende zu fuehren) ist nicht gerade leicht. Doch sie hatte immer ein Laecheln auf dem Gesicht! 

Der Anlass war ein voller Genuss! Was alles schief gelaufen ist, wo noch Luecken zu schliessen waren, dies bemerkten nur Einzelne, die genau hinguckten. Es ist so schoen menschlich, wenn nicht immer ganz alles - trotz  Kommunikations- und andererTechnik - so reibungslos und sterila ablaeuft! Die grosse Masse der rund sechzig Teilnehmer an der Fahrt, bemerkten davon gar nichts, was ueber die Qualitaet der Ausfuehrenden viel aussagt.