Rückreise mit Zwischenhalten

Der Inhalt eines Kapitels ist beschränkt, deshalb musste dieses in zwei Abschnitte getrennt werden. Der erste Teil beschreibt die Anreise und die Reise durch Botswana mit dem Abstecher nach den Victoria-Fällen in Zimbabwe. Dieser zweite Teil beschreibt die nachfolgende Rückreise durch Südafrika, mit einigen Besonderheiten und Besuchen von Tierreservaten sowie anderen mir wichtig erscheinenden Orte.                          

Aber erst stand die Rückfahr von Kasane nach Johannesburg an. Rund 1200 Kilometer sollte der Weg lang sein, rund 14 Stunden brauchten wir, diese Strecke zu bewältigen. Dies inklusive der diversen obligatorischen Zwischenhalte. 

Wir wählten den Weg über einen weniger frequentierten Grenzübergang bei Martin's Drift, an der Groblers Bridge. Diese Idee war sehr gut, wir hatten in kürzester Zeit unsere Stempel in den Pässen. Die Querung der einspurigen Groblers Bridge war etwas kribblig, denn das Lichtsignal sprang nie auf Grün, wir wurden in der Folge durchgewunken!

Jetzt waren wir wieder in Südafrika! Nach der Brücke dann das Chaos. Nicht für uns, wir konnten zufahren - jedoch für die LKW-Fahrer, die hier tagelang in den kilometerlangen Kolonnen stehen.

Ein wenig Johannesburg

Die Stadt erstickt im Verkehr, mehr ist dazu nichts zu sagen. Erstaunlich, dass es auch noch ruhige Quartiere gibt!

Das nationale Eisenbahnmuseum von Südafrika

Wenn ich schon mal mehrere Tage in Johannesburg weile, dann sollte das Nationale Eisenbahnmuseum zum Besuchsprogramm gehören. Die Suchmaschinen gaben nicht sehr viel her, das mir zur Verfügung stehende TomTom wusste jedoch von einer Adresse, an welcher dieses Museum zu finden sei. Ich machte mich also auf nach Randfontein im Westen von Jo'burg. Nach rund einer Stunde war ich da und folgte weiter den Anzeigen auf dem Gerät, das mich in die Wildnis führte. Am Standort waren Aushubberge einer Goldmine zu finden, gleich gegenüber eine Bahnlinie, die zur Mine führt. Einige Kilometer weiter dann eine Unterhaltsstätte für Dieselloks der Transnet. 

James Hall Museum of Transport

So blieb mir nichts anderen übrig, als erst mal zurück zu fahren und eine andere Destination zu suchen. Ziel war nun das private James Hall Museum of Transport. Ein Sammelsurium von Fahrzeugen erwartete mich da, dicht gedrängt beieinander stehend. Einzig die Auto-Halle war einigermassen übersichtlich geordnet.

Da mich dieses Thema  weniger interessiert, zeige ich ein Beispiel einer rein südafrikanischen Produktion eines Elektroautos: JOULE. Schon vor Jahrzehnten hätten diese Fahrzeuge die Luftverpestung entlasten können, doch die Produktion wurde bald eingestellt. Zu wenig leistungsfähig, zu kleiner Radius, zu teuer.

Schienengebundene Fahrzeuge waren eine Auswahl von Trams aus Johannesburg, Pretoria und Kimberley. Bei allen gemeinsam: Die Spurweite ist unbekannt!. Wenn man da nicht selber auf die Idee kommt nachzumessen, dann  kann man auch in der Literatur nichts darüber erfahren. So was! Fotografieren nur unter erschwerten Bedingungen möglich - wenn überhaupt.

Bilder von links nach rechts: Pferdetram von Pretoria; Sommertram aus Kimberley; Doppelstocktram aus Johannesburg.

Eine einsame Lore erinnert an die ausgedehnten Schienensysteme in der Frühzeit der Städte in Südafrika, wo jede grössere Ortschaft ein ausgedehntes Feldbahn-system aufwies, damit auch über aufgeweichte Naturst-rassen Geschafte und Buerger mit waren versorgt werden konnten. Spaeter dann, War noch Lorenbetrieb auf verschiedenen Spurweiten in MInen, unter- wie über-tags, bis in die Neuzeit anzutreffen. Doch keine Sau interessiert sich dafür...

Zodilo Nature Reserve, Limpopo Province

Die Lodge - die Unterkünfte

Die Bungalows waren äusserst grosszügig gebaut und recht gut ausstaffiert. Gediegen!

Yvonne hat gebucht. Jedoch hat sie den Game Drive am Morgen um eine Stunde verschieben können, sodass wir zuvor noch frühstücken konnten. Clever!

Die ausserordentlich zahlreichen Sichtungen führten dazu, dass auch viele Bilder geschossen wurden. Leider kann ich  - wie immer - nur eine kleine Auswahl zeigen. Neben den "üblichen Verdächtigen" hat es auch noch Selteneres zu sehen gegeben!

Game Drive am Morgen

Schon auf dem Golfplatz waren die ersten Tiere unterwegs: Mungos (Bunded Mongoose)! Die aufgeregt herumtollenden Tiere waren den Golfern oft im Weg. Gleich ausserhalb der Lodge die ersten Burchel's Zebras, Gnus, Impalas und Nyala.

Die Giraffe: Es gibt verschiedene Giraffen, einige davon sind stark vom Aussterben bedroht. Die African Giraffe ist auch in Limpopo heimisch.

An einem Wasserloch standen ein paar Kudu-Bullen. Der Strauss: Ein Vogel oder Wild? Da beides, hat dieses männliche  Tier (Hahn) auch hier Platz...

Und was war da unter schattigem Gebüsch zu entdecken? Ein Nashorn! Ganz zufrieden liess sich das urige Tier ruhig ablichten. 

Es lohnt sich jeweils, eine Abteilung für die Piepmätze zu kreieren. Sie schubsen sich immer recht zahlreich vor die Linse. Bestimmung wie immer, wenn mal Zeit dafür ist... Grey Go-away-bird; Cape Glossy Starling; Lilac-breasted Roller; Zweite Reihe von der Raubvogel Sanctuary: Grass Owl; Spotted Eagle Owl; Harrier Hawk. Untere Reihe: Southern Yellow-billed Hornbill; Yellow bellied Greenbull (?); Meyer's Parrot; non-breeding Red-billed Quelea; links unten: Red-crested Korhaan/Rotschopf Trappe.

Quelle: ua. Südafrika Forum, danke!

Game Drive am Abend

Um den "Bestand" zu vervollständigen, gab es auch noch die Möglicheit, eine Abend-Pirsch mit zu machen, was sich wiederum gelohnt hat! Allerdings habe ich den Auslöser nicht bei jeder Sichtung abgedrückt, es wären zuviele Wiederholungen gewesen.

Wieder ein paar Nashörner, die bei der Nahrungsaufnahme und recht nervös waren.

Immer wieder schön anzusehen und deshalb fest zu halten: Der Sonnenuntergang.

Kurz vor dem Ende des abendlichen Game Drive entdecktern wir ein paar grasende Elands in Häusernähe. Endlich konnte ich auch ein Busch-Hörnchen "erlegen"! Derweil im Hintergrund der Busch am Berg brannte!

Für mich hiess es nach einem Ruhetag Abschied von der Familie Steiner und meinem Schulfreund zu nehmen. Ich hatte ja noch Pläne, die ich jetzt je nach Lust und Laune auszuführen gedachte. 

Hartbeespoort

Durch geschickte Stauung ist ein riesiger See entstanden, der ganzjährig als Freizeit- und Erholungsraum für gestresste Jo'burger gilt. Auch eine Seilbahn gibt es da, auf einen wie üblich namenlosen Berg. Von der Bergterrasse aus eröffnet sich ein herrlicher Weitblick. Die Bahnanlage stammt aus der Schweiz (Rowema AG Dübendorf), ebenso die Kabinen (CWA Olten)

Der gewaltige  Betondamm trägt auf der Krone eine Strasse. Die Zufahrt geht durch einen einspurigen Tunnel. Der Clou: Der Triumphbogen! Eine Kopie des Arc de Triomphe auf der Champs Elisee in Paris.

Buffelspoort Dam

Am Stausee gibt es eine ruhige Camping-Oase. Einige wenige Motorboote sind gewassert, sonst absolute Stille! Der richtige Ort so nahe an Pretoria und Johannesburg, um auszuspannen. Er liegt am Rande des Magaliesberg Nature Area bei Mooinooi.

Sun City

Ein wenig Glück muss man schon haben, auf Anhieb eine passable Unterkunft zu finden. Sun City liess ich rechts liegen. In einem kleinen Kaff namens LEDIG entdeckte ich ein Schild an der Strasse, das zum "Eagle's Nest Guest House" zeigte. Kurz entschlossen fuhr ich über Speedhumps in die Seitenstrasse ein. Ich musste zwei Mal ums Geviert fahren und noch einen Passanten nach der Bleibe fragen - ich stand genau davor...

Die Suche nach einem Restaurant war wieder mal schwierig. Wimpy, Steers, KFC, Nando's und wie die Fastfoodbuden alle heissen, gab es genügend. Ein richtiges Restaurant jedoch nicht und die Möglichkeit in einem Hotelrestaurant zu essen war nicht möglich, da diese Restaurants den Hausgästen vorbehalten sind. Somit musste ich micht trotz allen Wiederlichkeiten nach Sun City begeben, in der Hoffnung, dort ein "anständiges" Restaurant zu finden. Nach der Entrichtung der Eintrittsgebühr (!), parkte ich den Triton gegenüber der Sky Train Station. 

Der Sky Train

Mit dieser pneubereiften, durch Rollen in der eigenen Trasse geführten Karrikatur eines Elektro-Zuges, liess ich mich ins Zentrum schippern. 

Sun Central

Nichts als Nepp und Lichterglanz, jedoch keine Restaurants - ausser Spur. Nun, immerhin, ich bekam was zu futtern. ich verabschiedete mich jedoch mit vollem Magen schnell wieder von der virtuellen in die reale Welt. 

Pilanesberg Nature Reserve

Game Drive. Das Gelände am östlichen Rand des Parks ist grossflächig verbrannt! Frisches Grün spriesst jedoch zaghaft durch die Asche. Die ersten Lebewesen die ich entdeckte, waren eine Horde Paviane, essbares sammelnd im Busch..

Die Pirsch war ausserordentlich erfolgreich! Bald zeigten sich Elefanten beim Frühstück, erst nur einer, dann noch einer, danach der ganze Hügel übersät. Und weiter - bis eine junge Elefantendame den Weg versperrt...

Was sonst noch so alles vor die Linse kam, zeigen die folgenden Bilder. Erst mal eine Auswahl Antilopen: Den Anfang machen die Steenbokkies (Steinböckchen), ein Männchen und ein Weibchen. Danach Wasserböcke, beides Weibchen. Danach ein männliches Eland und zum Schluss eine junge Kudu-Kuh.

Die Giraffe ist etwas Besonderes. Eine liegende Giraffe habe ich in der Freiheit noch nie gesehen! In diesem Park sind die langhalsigen Tiere sehr schön gezeichnet. Auf den Bildern sind durchwegs weibliche Tiere festgehalten.

Als Erstes ein stattlicher Keiler, dann mal ein Burchell's Zebra in anderer Pose als gewöhnlich. Die Krönung der Sichtungen ist natürlich das Nashorn. In Pilanesberg sind Breitmaul- oder Weisse Nashörner beheimatet (im Bild) wie auch Spitzmaul- oder Schwarze Nashörner. Ein Blou Hartebeest (oder Schwarzes Gnu) eilt einer Wasserstelle entgegen. Mama Hyppo unterhält sich mit ihrem Nachwuchs, derweil sich eine Wasserschildkröte auf einem Ausguck sonnt. Wie ist die wohl da hinauf gekommen?

Hier eine Zusammenfassung der entdeckten Vögel. Ich versuche mal eine Bestimung: Cape Sparrow-Weibchen (?); African Wattlet Lapwing (Senegal Kiebitz); Darc-capped Bulbul (Graubülbül (Pycnonotus tricolor); Soiuthern Marked Weaver. Zweite Reihe: Southern Yellow-billed  Hornbill. White-breastet Kormorant; Grey Heron; Hadeda Ibis; Egyptian Goose(Nilgans, Jungvogel und Küken). Blacksmith Lapwing. Die letzte Aufnahme zeigt ein Natal Spurfowl.

Dampflok-Werkstätte Bloemfontein, Free State Province

Verpflegung am Wege, Werkstätten, das weite Land der Karoo. Nicht allzu oft hat man weniger Musse, will Zeit sparen und bedient sich dann eben an einem Padstall um sich zu verpflegen. In Bloemfontein besuchte ich die Lok-Werkstätten. Nicht diejenige der Transnet war das Ziel, nein ich wollte zu den Dampflokrestauratoren von Sandstone Estates in Ficksburg. Ich unterhielt mich dort mit Isaak, den ich von meinen Besuchen auf Sandstone her kenne. Die in Restauration befindliche Schmalspur-Lok, die eine NG 10, No. 61, ist bereit für die Kesselprobe. Sie wird im ersten Quartal 2019 fertiggestellt. Der vor zwei Jahren neu aufgebaute Tender ist montagebereit, die Drehgestelle wurden totalerneuert.

Neben der Halle im Freigelände stehen in Restauration befindliche Dampfloks, die zu der von Transnet gesponserten Heritage-Gesellschaft gehören. Etwas weiter weg im selben Gelände stehen drei kleinere Dampfloks, die demnächst ebenfalls wieder instand gestellt werden sollen.

Hinter der Werkstätte wird an einer der gigantischen GMAM gewerkelt, die nach Fertigstellung nach Australien geliefert werden soll.

Es war ein schöner Tag, in der Karoo standen die obligaten Schönwetterwolken, welche jeweils die Bilder etwas auflockern. In Colesberg fand ich günstig Unterschlupf im Anneline's B&B. Südwärts dann wieder lauter wolkenlose Himmel.

Camdeboo National Park, Graaff-Reinet, Eastern Cape Province

Schon länger wollte ich mal dahin. Schlechtes Wetter, mit Regen und Wind, waren die Hindernisse, dass das die vorgehenden zwei Male nicht geklappt hat, als ich in Graaff-Reinet einen Halt einlegte. Hatte diesmal Glück, dem Vernehmen nach hat es in der Zwischenzeit wieder geschneit!

Die ersten fotogenen Tiere vor der Linse waren das Weissschwanz Gnu (Black Wildebeest), zwei Springbok-Weibchen und eine Gruppe Straussenmädchen.

Die Verwet Monkies waren etwa die Einzigen, die sich am Wasserloch (nicht) stören liessen...

Der Park ist um einen grossen Dam herum eingezäunt, doch weite Flächen lagen brach, kaum Wasser im See. Die Lage ist interessant, von einer Distriktstrasse wird der Park in zwei Sektionen geteilt. Trotz fehlenden Hecken verirren sich die Tiere kaum in den südlichen Teil. Es fehlt an Deckung und an Futter.

Der südliche Teil des Camdeboo ist eindeutig ein Pflanzenparadies. 

Valley of Desolation

Ganz im Süden, da erheben sich die Berge. Schon bei der Anfahrt über eine gut ausgebaute und asphaltierte Strasse bis hinauf zu den Aussichtspunkten, eröffnen sich atemberaubende Ausblicke.

Schroffe Felssäulen und ein schier unbegehbarer Graben bilden das Valley of Desolation (Tal der Verwüstung).

Als Zusatz noch etwas Aussicht in die Karoo und weitere Blumenpracht, die sich im Frühling jeweils vielfältig entfaltet.

Fazit und Ausklang

Erstmals habe ich einen geführten Abschnitt zu einer Reise im südlichen Afrika gebucht. Die Art, wie das durch Mpafa-Travel geboten wird ist Spitze! Dass das auch positiv  hinüber kommt, dafür ist der Guide verantwortlich - und dieser hat seinen Job mit Auszeichnung gemacht! Für den ersten Aufenthalt in der bisher mir unbekannten Gegend war das genau das Richtige. Die ganze Reise brachte so viele Eindrücke, Informationen und Ratschläge, dass ich im nächsten Jahr diesen Trip auf meine Art gut gerüstet mit einem Freund zu wiederholen gedenke! Dazu muss aber mein Fahrzeug noch angepasst werden! Es war abschnittsweise doch etwas hart, mit diesem Fahrzeug durch den Busch zu brettern. Der Bakkie ist vorne und hinten nur mit Kunststoff verkleidet, da muss Stahl hin!...