Kurztrip nach Knysna und Ceres

Relativ kurzfristig entschloss ich mich wieder mal nach Knysna zu fahren. Nicht auf direktem Weg, der Tag war ja jung, als ich mich auf den Weg machte. Also lagen ein paar Abweichungen von der direkten Linie schon drin!

Auch der Rückweg sollte etwas länger sein, ich wollte noch nach Ceres, nach meinem eigenen Bahnwagen schauen, dessen Innenausbaufortschritte lange stagnierten. So wurden es vier Tage, an welche ich einfach die Fahrt und den Tag allgemein genoss.  äöü ÄÖÜ

Vom 14. bis 17. May 2019. Eine etwas andere Wegbeschreibung.

Sir Lowry's Pass geschlossen, Umweg via Kleinmond. Es war wieder mal Krawall (Demonstrationen arten immer aus) angesagt in Grabow. Man kann das nicht im Ort tun, man muss die Schnellstrasse blockieren. Ist Mode geworden. Stau in Rooi Els. Ab da Gestotter bis zur R43, wo man wieder auf dei N2 gelangen konnte. 

Quer durch die Pampa. Ich umfuhr einen weiteren Stau, indem ich via Karwydelskraal kurvte. Gleich nach dem Abzweig querte ich den Botrivier und dann den Swartrivier auf urigen Stahlbrücken. Ich genoss die Gravelroad, die bei Dassiesfontein wieder in die N 2 mündet. Ich unterliess das Einkehren, hatte schon zu viel Zeit verloren.

Swellendam mal anders, quasi aussen rum. Die Silos erkennt man von weitem. Der moderne Lebensstil wird gerne an der N2 gezeigt, man fühlt sich nur so wohl. Wenigstens in gewissen Kreisen. Aber es gibt auch "normale" Quartiere, etwas im Hintergrund zu sehen.

Güterzug unterwegs, bei Vleidam erwischt. Dass hier regelmässiger Zugsverkehr herrscht, ist mir bekannt. Auch die Uhrzeit könnte so passen, doch dieser Zug war etwas früher dran als gewöhnlich und überraschte mich. Erst erwischte ich nur noch den Schlusswagen. Eine kleine Renneinlage über Gravelroads bescherte mir dann aber noch ein paar Bilder, als sich der Staub verzogen hatte.

Hinter Riversdale lichtete ich die Brücke über den Goukou River ab. Albertinia muss nahe sein, es sind Reed-Plantagen auszumachen. Was gibt es in Albertinia? Spezieller Sand, ganz gelb; Möbelfabriken, Aloe-Manufakturen. Demnach auch Aloe-Plantagen - und Reed!

Dann kam sie, die Abzweigung nach Still Bay (Stilbaai). Als Erstes empfängt einem eine kleine Gruppe von stilecht restaurierten Fischerhäusern. Warum die so weit im Land, auf den Hügeln stehen? Es ergründete sich mir nicht. Es tauchte so nach und nach der zweigeteilte Ort auf. Stilbaai (West) ist der Wohnteil, nobel, jedoch nicht zu mondän.

Stilbaai (Ost) ist wohl der Freizeitteil des Ortes - und der Natur gewidmet. Schöne Strände beidseits des relativ kurzen aber wasserreichen Vet Rivers (Nass-Fluss), der ein weites Delta bildet. Der Meeresarm ragt weit hinein, es scheint hier viele Fische zu geben.

Ich hatte die Idee, der Küste entlang nach Gouritsmond zu gelangen und machte mich auf eine wenig befahrene Gravelroad gefasst. Doch wie kann man sich täuschen - eine  gut ausgebaute, asphaltierte Strasse empfing mich. Bald gelangte ich an die Ufer des Gourits Rivers. Erst bot sich Bietonville als Ort an, erst dahinter Gouritsmond. Ich liess das aber alles rechts liegen und machte mich auf, endlich Mossel Bay zu erreichen. Dazu  musste ich zurück zur N2. Die Kühltürme des thermischen Kraftwerkes tauchten auf und gleich danach das riesige Areal des Kohleverflüssigungs-werkes und der Raffinerie.

Mossel Bay ist ein Industrie- und Ferienort! Das Eine schliesst das Andere nicht aus, man hat alles da. In der Bucht steht eine Ölbohrinsel. Immer noch einsam, es wird noch nichts gefördert! Der Ort wandelt sich aber langsam. Der Hafen scheint ausgebaut zu werden, die Umzäunung wurde erweitert. Aber sonst schläft der Ort im Winter - es sieht wenigstens danach aus!  Erstellt am 20.05.2019

In Voorbaai befindet sich eine Dampflokwerkstätte, wo die Dampfrösser der CRC Ceres Rail Company und AR Atlantic Rail revidiert und Restauriert werden. Was dort los ist, ist unter diesem Link nachzulesen: Werkstaetten/Work shops

Über die Seenlandschaft via Sedgefield und Wilderness. Die Seen, mal Brakwasser, mal Süsswasser, sind durch den Schilfgürtel hindurch kaum zu erblicken.

Die Kaimaansriver-Brücke und der Streckenabschnitt der alten Bahnlinie mit ihren Tunnels entlang der wilden Küste

Bahnhofareal Knysna. Nichts deutet bislang darauf hin, dass hier mal wieder Züge fahren sollen. Die Mulde der Drehscheibe wird inzwischen als Lagerplatz für Freischnitt missbraucht. Man ignoriert die Bahn allgemein, es wird gar auf dem Gleis geparkt.

Knysna mit der Waterfront, dem geschäftigsten Teil der Stadt. Hier strömen die Touristen ein und lassen die Kassen klingeln.

Die Seven Passes Road führt tatsächlich über sieben Pässe! Nur, sie ist teilweise angeschrieben als "Forest Road".

Ausgebremst durch eine Kuhherde. Eigentlich ist die mehreren Teil-Ortschaften als Zubringer dienende, alte Passstrasse recht zügig zu durchfahren. Das Gebiet ist jedoch landwirtschaftlich intensiv genutzt. Meist ist des Viehwirtschaft. Und so kommt es mal eben, dass die Viecher von einer zur anderen Weide getrieben werden. Bei rund 220 Hornträgern ist es keinesfalls möglich, seine Pferde durch den Pulk zu jagen. Also muss hintan gestanden und im Schrittempo nachgefah-ren werden. So geschehen am Katarara Pass.

George habe ich durchfahren. Keine schoene Stadt langweilig auch. Raus bis zum Flughafen und dann ab auf der N2 bis Heidelberg. 

Danach ging es Richtung Suurbrak und durch die Schlucht des Tradouws Passes nach Barrydale, zur Mittagsrast.

Hinter Montagu genoss ich die Strasse über den Burgerpass und den 1234 Meter hohen Rooihoghte Pass hinunter nach Matroosberg.  Ab da ein kurzes Stück auf der N1 und via die R46 nach Ceres, wo erste Spuren der Ceres Rail Company entdeckt wurden. In der Stationsanlage von Demeter stehen einige Wagen, bereit zur Aufarbeitung.

Ich lasse mit diesem Bild den kurzen Reisebericht ausklingen und verweise auf diesen Link: mein-eigener-wagenHier kann man verfolgen wie es weiter geht mit meinem eigenen, zZt. im Innenausbau befindlichen Schienenfahrzeug.