Mit dem "Red Devil" nach Robertson

Die CRC bot einen Ausflug mit dem Dampfzug hinter der Class 26 "Red Devil" an. An diesem Dreitages-Event vom 24. bis 26. May 2019, war ich dabei.                           

Man kann nicht alles vorplanen, denn öfters kommt es anders als angedacht. Der "Red Devil" erlitt in der Vorbereitung einen Rohrdurchbruch und war deshalb nicht einsetzbar. Die ölgefeuerte Class19D 3322 mit dem Namen "Dominique" übernahm die Aufgabe, den Zug nach Robertson zu schleppen.

Es ging durch das Hafenareal und im Tunnel unter Milnerton hindurch auf die Hauptstrecke, die als Fernziel bis nach Johannesburg führt. Als erstes Hindernis musste der Niuwekloof Pass durchquert werden.

Unterwegs, hier in Voelvlei, mussten Zugskreuzungen abgewartet werden. Eben braust der Zug von Rovos Rail  vorbei.

Auch Güterzüge wurden durch das Veld geschleppt, sie waren schneller als "unser" Dampfzug. Überhaupt fuhr man einige Minuten Verspätung ein, denn die 19D ist eine Nebenbahnlok, also kein Allzweckrenner wie eine Class 26ND was der "Red Devil" nun mal ist.

Grosse Revision der "Dominique" in Worchester. Auf dem Gleisfeld des Güterbahnhofs standen einige Class 18 und Class 20 Elektrolokomotiven arbeitslos herum. Wochenende! Man konnte sich ausserhalb der Durchfahrtsgleise der Hauptlinie gefahrlos aufhalten. Im Hintergrund erspähte ich zwei ineinander verkeilte Box Cars. Mindestens der Eine hatte Weizen geladen. Die Wagen stehen schon einige Wochen so da, der Weizen vergammelt. Es kümmert niemanden.

Der Samstag war eigentlich den Besuchen von Wineries mit Verkostung zugedacht. Infolge eines medizinischen Notfalls an Bord, konnte nur die Mittagsrast auf der Rooiberg Winery erlebt werden. Dort diente die improvisierte Station zum bequemen Aus- und Einstieg. Im schön eingerichteten Restaurant wurde ein landestypisches Menue ausgegeben (Bobotije), schnell serviert und vorzüglich! Der Zug stand auf freier Strecke lange still. Schicksal.

Als das Zugpferd Öl und Wasser aufgenommen hatte und wieder an die Wagen angekuppelt war, ging es auf die Nebenstrecke Richtung Robertson (-George - Qudtshoorn). Dabei fiel die intensive Nutzung des Talbodens auf. Neupflanzungen mit tausenden jungen Zitrusbäumen (wohl Zitronen und Orangen)  beherrschten über weite Strecken die Szene.

Im Einzugsbereich der Dienststation VINK, steht ein alter, leider inzwischen etwas vergammelter Zug, der als Dekoration einer Disco diente. Dabei auch noch eine pinselrevidierte Class 16 Dampflok.

Die Anlage mit der leicht verwaldeten Szenerie diente als Hintergrund für eine Scheinanfahrt mit Volldampf!

Das Ablichten des Zuges an weiteren Scheinan- und Durchfahrten verzichtete ich, denn es sind genug Aufnahmen der  "Dominique" in meinem Archiv vorhanden...

Dominique heisst übrigens auch die Tochter des CEO der CRC - sie war als Gästebetreuerin auch mit an Bord.

Am Sonntagmorgen wurden die Fahrgäste zum Brunch gebeten. Austragungsort war die Winery "Overhex Wines International" in der Nähe der gleichnamigen Ortschaft im Hexriver Tal.

Die Rückfahrt nach Kapstadt dauerte bis in den späteren Nachmittag, mit minimer Verzögerung (geht doch!). Immer wieder die Warterei auf die ablösenden "Pilotes", wie die Lotsen hier genannt werden. Die Driver der privaten Gesellschaften brauchen infolge Streckenunkenntnis (?) einen ratgebenden Oberhirten, der das Geschehen auf der Lok kontrolliert. Eine Aufsicht der Transnet im Zug war dieses Mal nicht (mehr) dabei! Anlässlich vorhergehenden Fahrten war dies jedoch noch Pflicht. Es wird inzwischen wohl anerkannt, dass die  Akteure der CRC gute Arbeit machen und keine Oberaufsicht brauchen. Das letzt Bild zeigt den Zugchef Stephan und den Pilot der Transnet, der sich am Funk um die Bewilligung für die Weiterfahrt bemüht.

Erstellt am 28.05.2019