Unterwegs in Italien

Ein kurzer Aufenthalt in Norditalien sollten es werden, einen durch ein Forum lieb gewonnenen Modellbau-Freund, endlich mal persönlich kennen zu lernen!. Der Weg führte über den St.Gottahard Pass ins Tessin nach Chiasso und ab da - Mailand  umfahrend - Richtung Turin quer durch die Po-Ebene und Ligurien. Vorbei an Brachen, unberührte Natur - und Reisfeldern! Einzelne Gehöfte und isolierte Dörfer mitten in unendlich weiten Reisfeldern!

Mein Weg führte mich jedoch nach Carru - eine Kleinstadt in den Bergen, Richtung Savona. Im Landkreis Cuneo an der Tendalinie. Die Landschaft änderte sich, Reis wich dem Wein!. Berühmte Namen wie Asti, Alba, Castillione, Falletto und Barolo tauchten auf den Ortsschildern auf. Die Dörfer wurden enger, die Rebenhänge höher.

Carru, Kleinstadt mit Charme, einigen Kirchen, enger Altstadt ein von Banken und Versicherungen beherrschtes Schloss, einer liebenswerten Gastfamilie in rauher erodierender Umgebung, wo selbst die Transformatorenstationen zu kleinen Schlössern werden.

Ich machte mich auf, etwas noch mitzunehmen. Erste Station war Savona, wo ich mein Mietauto parkte und sinnvollerweise mit der Bahn nach Genova Piazza Principe fuhr. Der Stress war weniger und Parkplätze gibt es in Genua sowieso keine. So spielte ich im Bahnhof Savona etwas Paparazzo, es gerieten doch einige Fahrzeuge vor die Linse! Nebst den bekannten Roten und Silbernen Pfeilen, ist noch ein Weisser Pfeil aufgetreten.

Nach Genua führte mich jedoch ganz speziell die Cremallera. Die Zahnradbahn von Principe hinauf ins Nobelviertel Granorolo. Vor Jahresfrist war ich schon da, aber da war die Bahn eingestellt, man revidierte den einen Triebwagen und zudem waren Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an der Trasse sowie an den Stützmauern notwendig geworden.

Am 3. July 2019 war die Bahn in Betrieb - mit einem Triebwagen. Der neu Revidierte sollte erst Ende July eintreffen, um wieder den 15-Minuten-Takt einzuführen. Es scheint, dass am Triebwagen 1 die Radlager erneuert  so wie talwärts eine Laufachse angebaut wurde. Was alles am Triebwagen 2 gemacht wurde, ist mir nicht bekannt.

Der Betrieb war zur Zeit meines Besuches etwas reduziert, man fuhr nicht ganz nach Granorolo. Auf dem Gleis war eine Sperre in Form von roten Sandsäcken, der Triebwagen fuhr demnach nur bis zur Station an der Strasse kurz vor der Endstation. Grund: Fahrleitung auf dem Reststück ausgeschaltet, da an der Bergstation Revisions- und Umbauarbeiten ausgeführt werden. Arbeitende wurden keine beobachtet - es herrschten 37 Grad!

Ich übernachtete nochmals in der feudalen Unterkunft in Carru. Für die Rückfahrt wählte ich den Weg durchs Aostatal hinauf zum Grossen St. Bernhard, wo ich den Tunnel benützte, um in die Schweiz, genauer ins Wallis zu gelangen. Ab da gings gemütlich und doch schnell auf der Autobahn Richtung Basel.

Erstellt am 18.07.2019